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Rauchgeruch in Rhein-BergWind trägt Rauch von Großbrand im Hohen Venn über 90 Kilometer weit

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Ein Feuerwehrmann löscht Glutnester im schwelenden Bode im Naturschutzgebiet Hohes Venn.

Hierher kommt der Brandgeruch: Ein Feuerwehrmann löscht Glutnester im schwelenden Bode im Naturschutzgebiet Hohes Venn - mehr als 90 Kilometer Luftlinie von Rhein-Berg entfernt. Die Bekämpfung des Waldbrandes ist wegen des torfhaltigen Bodens in dem Naturschutzgebiet besonders schwierig.

Der Brandgeruch im Rheinisch-Bergischen Kreis resultiert aus einem entfernten Waldbrand. Lästig, aber laut Kreis gesundheitlich unbedenklich.

Es riecht nach Feuer – aber wo brennt es? Diese Frage dürften sich dieser Tage zahlreiche Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis gestellt haben. Der Rauchgeruch war und ist vielerorts deutlich wahrnehmbar, teilweise auch in Wohnungen, in denen über Nacht die Fenster geöffnet waren. Eine Nachfrage dieser Zeitung bei den Feuerwehren ergab allerdings schnell: Einen größeren Brand im Kreisgebiet gibt es aktuell nicht. Das bestätigte unter anderem Simon Schwab, Sprecher der Feuerwehr Bergisch Gladbach.

Der Rauch hat vielmehr eine weite Reise hinter sich. Er stammt vom großen mehr als 90 Kilometer Luftlinie entfernten Wald- und Moorbrand im Hohen Venn im deutsch-belgischen Grenzgebiet und wird mit der entsprechenden Luftströmung bis ins Bergische Land getragen.

Es stinkt, aber der Brand ist zu weit weg, als dass eine Gesundheitsgefahr besteht.
Nina Eckardt, Sprecherin des Rheinisch-Bergischen Kreises

Eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung sieht der Rheinisch-Bergische Kreis derzeit nicht. Das bestätigt Kreisbrandmeister Sven Jansen auf Nachfrage dieser Zeitung. „Es stinkt, aber der Brand ist zu weit weg, als dass eine Gesundheitsgefahr besteht“, fasst Nina Eckardt von der Pressestelle des Kreises die Einschätzung zusammen.

Etwas vorsichtiger sollten allerdings Menschen sein, die gesundheitlich vorbelastet sind. Die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Sabine Kieth, rät insbesondere Menschen mit starken Atemwegserkrankungen, bei deutlichem Brandgeruch vorsichtshalber die Fenster geschlossen zu halten und Lüftungsanlagen auszuschalten. Für die meisten Menschen sei die Rauchfahne vor allem lästig: „Es riecht halt vor allem unangenehm“, sagt Nina Eckardt.

Im Oberbergischen Kreis sind  Luftmessungen durchgeführt worden

Dass Rauch über eine so große Entfernung wahrgenommen werden kann, ist nicht ungewöhnlich. Brandgase können bereits in sehr geringen Konzentrationen gerochen werden. Im Oberbergischen Kreis wurden wie auch in der Städteregion Aachen am Mittwoch Messungen vorgenommen. In Aachen stellte das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima zwar erhöhte Feinstaubwerte fest, eine gefährliche Luftbelastung wurde aber nicht ermittelt.

Wie lange die Menschen in Rhein-Berg noch mit dem Brandgeruch rechnen müssen, darauf möchte sich die Kreisverwaltung nicht festlegen. Entscheidend sind neben der weiteren Entwicklung des Feuers vor allem Windrichtung und Wetter. Für entsprechende Prognosen verweist der Kreis auf die Bezirksregierung Köln. Eine konkrete längerfristige Prognose für Rhein-Berg lag am Mittwoch zunächst nicht vor.

Entwarnung gibt es am Brandort selbst noch nicht

Entwarnung gibt es am Brandort selbst noch nicht. Das Feuer im Hohen Venn gilt zwar inzwischen als eingekreist und breitet sich nach Angaben der belgischen Behörden nicht weiter in Richtung Deutschland aus.

Die Lage bleibt jedoch kompliziert. Gerade der torfige Untergrund erschwert die Löscharbeiten, weil sich Feuer darin unterirdisch weiterfressen und später erneut aufflammen kann.

Feuer kann möglicherweise unterirdisch noch Monate weiterglimmen

Möglicherweise könne der Brand, so Experten, noch mehrere Monate, gegebenenfalls sogar über ein Jahr im Untergrund weiterschwelen und jederzeit wieder aufflammen.

Für die Feuerwehren in Rhein-Berg kommt der Brandgeruch aus der Eifel nur wenige Tage nach einem Großeinsatz, an dem Einsatzkräfte aus dem Kreis selbst beteiligt waren. Beim Waldbrand im Hürtgenwald im Kreis Düren hatten am vergangenen Wochenende rund 300 Feuerwehrleute sowie Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen aus Rhein-Berg unterstützt.

Wie berichtet war unter anderem der bei der Feuerwehr Bergisch Gladbach stationierte Wasserförderzug NRW mit seinem Hochleistungspumpensystem im Einsatz.

Während sich die Lage im Hürtgenwald inzwischen entspannt hat, dauern die Löscharbeiten im Hohen Venn an. Und solange dort Feuer und Glutnester bekämpft werden und der Wind entsprechend steht, kann der Brand auch im Bergischen weiter seine unangenehme Duftmarke hinterlassen.