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Einsatz im HürtgenwaldWie Feuerwehrleute aus Rhein-Berg den Ort Gey im Hürtgenwald mit vor den Flammen retteten

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Feuerwehrleute aus Overath stehen an einer Absperrung vor einem brennenden Wald bei Düren.

Nur wenige Meter war das Feuer entfern: Feuerwehrleute aus Overath im Hürtgenwald.

Trotz Explosionsgefahr verhinderten 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und ASB aus Rhein-Berg im Hürtgenwald die Brandausbreitung.

Sie sollten andere Feuerwehrleute ablösen. Doch als die Einsatzkräfte aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis am Freitagabend im Hürtgenwald ankamen, ging es direkt nach vorne. „Wir sind sofort in der vordersten Linie in den Einsatz gegangen“, berichtet der stellvertretende Kreisbrandmeister Sven Jansen. Gemeinsam mit Kräften aus Leverkusen und Oberberg sollten die Rhein-Berger verhindern, dass die Flammen den evakuierten Ort Gey erreichten. „Das haben wir am Ende auch geschafft.“

Die Feuerwehr Bergisch Gladbach im Einsatz in Hürtgenwald im Kreis Düren.

Auch zur Befüllung der Heli-Wasserbehälter waren Rhein-Berger eingeteilt.

Es wurde eine lange Nacht – mit Löschangriffen, einem Räumpanzer der Bundeswehr, Landwirten, die Wasser heranschafften, und einer unsichtbaren Gefahr: Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt waren am Wochenende rund 300 Feuerwehrleute und Helfer von Hilfsorganisationen aus Rhein-Berg im Einsatz. „In dem Maße sind wir bei einem Einsatz noch nicht gefordert worden“, sagt Jansen. „Aber dafür ist die Blaulichtfamilie ja da.“

In dem Maße sind wir bei einem Einsatz noch nicht gefordert worden. Aber dafür ist die Blaulichtfamilie ja da.
Sven Jansen, stellvertretender Kreisbrandmeister von Rhein-Berg

Wie berichtet, waren am Freitag zunächst 63 ehrenamtliche Feuerwehrleute mit elf Fahrzeugen aus sämtlichen Städten und Gemeinden am Kreishaus gestartet und hatten sich mit Kräften aus Leverkusen und Oberberg zur Bereitschaft V der Bezirksregierung Köln zusammengeschlossen. Der Waldbrand hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf rund 300 Hektar ausgebreitet, Gey mit etwa 1800 Einwohnern war zeitweise evakuiert.

Die Feuerwehr Bergisch Gladbach im Einsatz in Hürtgenwald im Kreis Düren

Der NRW-Wasserförderzug aus Bergisch Gladbach Gladbach war ebenfalls in Hürtgenwald im Einsatz.

Besonders gefährlich war die Altmunition im Boden des Hürtgenwaldes, der im Zweiten Weltkrieg heftig umkämpft war. „Wir durften die Wege nicht verlassen“, sagt Jansen. Bereits bei der Einweisung seien Explosionen unweit der Wege zu hören gewesen.

Feuerwehrleute aus Rhein-Berg beim Befüllen der Helikopter-Löschbehälter im Einsatz

Mit Tagesanbruch bauten die bergischen Kräfte einen weiteren Einsatzabschnitt auf und befüllten „Bambi Buckets“, große Löschwasserbehälter für Hubschrauber. Fünf Maschinen warfen zeitweise nahezu pausenlos Wasser über dem Brandgebiet ab. In der Nacht hatte ein Räumpanzer der Bundeswehr eine Schneise in den Wald geschoben. Aus Rösrath wurden Kreisregner nachgefordert, Landwirte brachten zusätzlich Löschwasser.

Am Samstagmorgen kamen frische ehrenamtliche Feuerwehrleute aus Rhein-Berg mit Mannschaftstransportfahrzeugen zur Ablösung. So konnten die Löschfahrzeuge vor Ort bleiben und lediglich die Besatzungen wechseln.

Die Feuerwehr Bergisch Gladbach im Einsatz in Hürtgenwald im Kreis Düren

Feuerwehrunterstützung aus dem halben Land ist zum riesigen Waldbrand in der Gemeinde Hürtgenwald bei Düren alarmiert worden.

Auch die Feuerwehr Overath löste ihre Mannschaft ab. Die neuen Kräfte starteten um 6 Uhr am Kreishaus und kehrten gegen 21 Uhr zurück. Eine besondere Begegnung gab es im Einsatzgebiet: NRW-Innenminister Herbert Reul besuchte die Helfer und drückte jedem Angehörigen des Löschzugs Overath persönlich die Hand, um für den Einsatz zu danken. „Das hatte die Truppe nicht erwartet“, berichtet ein Feuerwehrmann.

Trotz des Großeinsatzes in der Eifel bleibt die Gefahrenabwehr in Rhein-Berg gewährleistet

Am Sonntag waren keine Overather mehr im Hürtgenwald, eine erneute Anforderung blieb aber möglich. „Wir sind bereit“, sagt Feuerwehrsprecher Marco Bücheler.

In Bergisch Gladbach stellte die Feuerwehr innerhalb der Bereitschaft V das Tanklöschfahrzeug des Löschzuges Refrath. Seine Besatzung wurde während des rund 24-stündigen Einsatzes von Ehrenamtlichen aus nahezu allen Einheiten der Stadt gestellt. Trotz des Großeinsatzes sei die örtliche Gefahrenabwehr jederzeit sichergestellt gewesen, betont Feuerwehrsprecher Elmar Schneiders.

Ein Feuerwehrmann löscht bei einem Waldbrand.

An vorderster Linie im Löscheinsatz

Parallel war seit Freitagmorgen der beim Löschzug Paffrath/Hand stationierte Wasserförderzug des Landes im Hürtgenwald. Sein Hochleistungspumpensystem kann große Wassermengen über mehrere Kilometer transportieren. Am Sonntagmittag kam das Signal zum Rückbau, nachdem zuletzt nur noch sporadisch geringe Wassermengen angefordert worden waren.

Auch Deutsches Rotes Kreuz und Arbeiter-Samariter-Bund nach Düren alarmiert

Während die Feuerwehr gegen die Flammen kämpfte, waren auch die Hilfsorganisationen aus Rhein-Berg gefordert. Am Freitag rückte zunächst der Betreuungsplatz 500 des Deutschen Roten Kreuzes aus. Am Samstagabend folgte die nächste Alarmierung.

DRK und ASB aus Rhein-Berg versorgen die Einsatzkräfte im Hürtgenwald.

DRK und ASB aus Rhein-Berg versorgen die Einsatzkräfte im Hürtgenwald.

57 Helfer von DRK und ASB übernahmen den Einsatzabschnitt „Versorgung der Einsatzkräfte“. Mit Lastwagen brachten sie Wasser, Getränke, warme Mahlzeiten und Brötchen zu den Feuerwehrleuten und organisierten während der Nacht die Vorräte. Rund 1100 Einsatzkräfte wurden versorgt.

Führungskräfte des DRK stehen in einem Raum und sprechen über die Einsatzlage.

Einsatzbesprechung beim DRK Rhein-Berg, das wie die Feuerwehr mehrfach zum Waldbrand bei Düren alarmiert worden ist.

Am Sonntagmorgen übergaben die Rhein-Berger an Helfer aus Köln und Leverkusen. Begleitet worden war die rheinisch-bergische Einheit unter anderem von Kreisbereitschaftsleiter Marius Lötfering, dem stellvertretenden Katastrophenschutzbeauftragten Wolfgang Heinke und DRK-Katastrophenschutzbeauftragtem Steffen Schmidt sowie den Führungskräften des ASB, Daniel Hofmann und Marcin Gerlach „Das war einer der größten Einsätze der vergangenen Zeit“, sagt Heinke. An vergleichbare Dimensionen könne er sich zuletzt beim Elbhochwasser 2013 erinnern.

Ganz beendet sein muss der Einsatz für Rhein-Berg noch nicht. Denkbar sei, dass eine kleinere Gruppe zur Führungsunterstützung erneut in den Hürtgenwald fahre, sagt Jansen. Heinke rechnet damit, dass der Einsatz vor Ort noch „drei bis fünf Tage“ dauern könnte. Für Jansen zählt vor allem eins: „Wir sind gut rausgekommen. Alle sind gesund zurück und wir haben keine größeren Schäden.“