Immer beliebter wird im Bergischen die Ehrenamtskarte. Im Rheinisch-Bergischen Kreis machen inzwischen alle acht Kommunen mit.
Städte werbenIn Rhein-Berg ist die Ehrenamtskarte mehr als nur ein Händedruck

Die ersten Overather Ehrenamtskarten hat Bürgermeister Christoph Nicodemus (l..) an engagierte Bürgerinnen und Bürger verliehen.
Copyright: Gabi Bräuer
Ob’s brennt oder ob traumatisierte Menschen warmherzig aufgenommen werden sollen; ob es um die Heimatgeschichte geht oder um das kulturelle Leben außerhalb der großen Rhein-Metropolen: Überall sind ehrenamtlich tätige Menschen mit dabei, und weil bürgerschaftliches Engagement Anerkennung verdient, hat die nordrhein-westfälische Landesregierung zusammen mit Städten, Kreisen und Gemeinden des Landes eine landesweit gültige Ehrenamtskarte eingeführt.
Drei Viertel der NRW-Kommunen machen mit dabei, die Städte und Gemeinden im Rheinisch-Bergischen Kreis und bei den Nachbarn in Oberberg und Rhein-Sieg sind laut Landesregierung sogar zu hundert Prozent von der Partie – die einen schon länger, die anderen neuerdings.
Kommunen rühren die Werbetrommel
Neu im Boot ist die Stadt Overath, wo der dortige Bürgermeister Christoph Nicodemus bereits zur Tat geschritten ist und die ersten Karten ausgegeben hat. Die Kolleginnen und Kollegen an seiner früheren Wirkungsstätte in Rösrath rühren ebenfalls kräftig die Werbetrommel.

Die NRW-Ehrenamtskarte.
Copyright: Stadt Rösrath
„Die Ehrenamtskarte ist Ausdruck der Wertschätzung für den großen ehrenamtlichen Einsatz der Bürgerinnen und Bürgern und verbindet diese Würdigung mit einem praktischen Nutzen“, heißt es aus dem Rathaus an der Sülz. Die Karte ermögliche landesweit gültige Vergünstigungen in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.
Vergünstigungen vor Ort
Wie in anderen Kommunen und auf Landesebene haben sich auch in Rösrath Unternehmen und Geschäfte in den Dienst der Ehrenamtskarte gestellt und bieten Vergünstigungen an, so Stabsstellenleiterin Elke Günzel. Sie zählt gleich eine ganze Reihe örtlicher Unternehmen und Institutionen auf, die mit dabei sind. Günzel: „Weitere Vergünstigungen werden folgen.“
In Rösrath kann die landesweit gültige, persönliche und nicht übertragbare E-Karte beantragen, wer
- sich nachweislich mindestens fünf Stunden pro Woche (250 Stunden im Jahr) ehrenamtlich engagiert und
- sich ehrenamtlich seit mindestens zwei Jahren engagiert und
- keine pauschale Aufwandsentschädigung erhält, die über die Erstattung von Kosten hinausgeht (Bereitschaftszeiten oder gesellige Zusammenkünfte werden nicht als engagement-relevante Arbeitszeit gerechnet) und
- das ehrenamtliche Engagement in Rösrath erbringt und
- mindestens 16 Jahre alt ist.
Ein Event ist in Rösrath schon geplant: Die Übergabe der 50. Ehrenamtskarte soll nach dem Willen von Bürgermeisterin Bondina Schulze mit allen Ehrenamtlern und Sponsoren ganz besonders gefeiert werden.
Manche Vergünstigungen sind sehr speziell
In Overath hat die Stadt die Karte zum 1. Juli eingeführt (wir berichteten); kurz darauf überreichte Bürgermeister Nicodemus die ersten Karten vor dem Overather Rathaus an Mitglieder des Geschichtsvereins und der Feuerwehr. Die ersten Antragsteller an Agger und Sülz entstammten laut Stadtverwaltung dem Karnevalsverein „KG Lustige Brüder Steinenbrück e.V.“, dem Bergischen Geschichtsverein Overath e.V. und der Einheit Steinenbrück der Freiwilligen Feuerwehr Overath.
Auf der Internet-Seite des Landes „engagiert-in-nrw.de“ finden sich zahlreiche weitere Informationen zur Ehrenamtskarte. Darunter steht auch der Punkt „Wo bekomme ich was? – Vergünstigungen für die Ehrenamtskarte NRW“.
Wer dort beispielsweise die Stadt Bergisch Gladbach als Wohnort angibt, erhält innerhalb des Stadtgebietes 44 Nennungen, darunter sehr spezielle wie einen 50-Prozent-Rabatt auf eine Karate-Trainingseinheit, einzulösen innerhalb von zwei Wochen nach dem eigenen Geburtstag. Oder einen Zehn-Prozent-Rabatt auf den Einzeleintritt im Kombibad Paffrath, einzulösen montags, mittwochs oder donnerstags zwischen 12 und 14 Uhr.
Es gibt aber Vergünstigungen mit weniger speziellen Bedingungen: „Zehn Prozent auf alles“ gibt es zum Beispiel beim Löwencenter oder 50 Prozent auf einen Ausstellungseintritt beim LVR-Museum.
