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Am HohwinkelAnwohner sammeln Unterschriften gegen Verkehrspläne der Stadt Rösrath

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Ein SUV parkt in einer Reihe mit anderen Autos.

Auch um Parkplätze drehte sich die Diskussion im Rösrather Ausschuss. (Symbolbild)

Die Verwaltung sah für die Straße in Rösrath-Mitte eine Mischverkehrsfläche vor, die Anwohner wollten einen verkehrsberuhigten Bereich.

Einen Streit um Grundsätzliches in der Rösrather Verkehrspolitik lieferte sich der Ausschuss für Bau, Landschaft und Vergabe. Anlass war der geplante Ausbau der kleinen Straße Am Hohwinkel, die in Rösrath-Mitte in Sülznähe liegt.

Die Stadtverwaltung will dort die Bürgersteige beseitigen und eine „Mischverkehrsfläche“ mit Tempo 30 schaffen, die von Autos, anderen Fahrzeugen und Fußverkehr gemeinsam zu nutzen ist. In der Sitzung anwesende Anwohner plädierten dagegen für einen „verkehrsberuhigten Bereich“, um mehr Sicherheit für den Fußverkehr, insbesondere Kinder und ältere Menschen, zu gewährleisten – diese Lösung ist in der Anwohnerschaft offenbar populär, es wurden auch Unterschriften gesammelt.

Rösrath: Streit um Parkplätze

Ein wesentlicher Streitpunkt war auch die Zahl der Parkplätze: Die Verwaltung wollte durch den Mischverkehr „weitere Parkflächen“ schaffen und lehnte einen verkehrsberuhigten Bereich auch mit dem Argument ab, es würden dann nur sehr wenige Parkplätze übrig bleiben, weil nur noch auf gekennzeichneten Flächen geparkt werden dürfe. Dezernent Christoph Herrmann erklärte, eine Mischverkehrsfläche mit mäßigem Verkehr sei erträglich, Platz zum Spielen für Kinder gebe es anderswo.

Die gegensätzlichen Sichtweisen spiegelten sich auch in Stellungnahmen aus der Politik. In einem Brief an den Ausschuss forderte „Rösrath for Future“ einen verkehrsberuhigten Bereich – Autos sollten nicht gegenüber Fuß- und Radverkehr „bevorzugt werden“. Dies sei ein „erster Schritt zu einer klimafreundlichen Verkehrsgestaltung in Rösrath“.

Diskussion um Verkehrswende

Auch Peter Mathei (Grüne) wandte sich gegen die von der Verwaltung angestrebten zusätzlichen Parkplätze, das sei nicht im Sinne einer Verkehrswende. Ein verkehrsberuhigter Bereich sei sinnvoll, statt mehr Parkplätzen sei mehr Carsharing geboten. Auch Monika Karakurt (ZLR) plädierte für einen verkehrsberuhigten Bereich, gegenüber dieser Zeitung erklärte sie, Straßen müssten nicht nur für den motorisierten Verkehr dasein, sondern auch „Raum für soziale Teilhabe“ bieten.

Die Gegenposition bezog Dirk Mau (parteilos) – die frühere SPD-Vorsitzende Karakurt und der frühere SPD-Fraktionschef Mau gehen unterschiedliche Wege. Mau vertrat die Ansicht, eine Verkehrswende bedeute den Umstieg auf emissionsarmen Antrieb, aber nicht den Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel.

Der Rösrather FDP-Fraktionschef Erik Pregler war der Meinung, mehr Parkplätze würden nicht zu mehr Autos führen, umgekehrt werde ein verkehrsberuhigter Bereich nicht zur Folge haben, dass weniger Autos unterwegs seien. Nach einigem Hin und Her, segnete der Ausschuss die Verwaltungspläne für einen Mischverkehr mit großer Mehrheit ab – bei Enthaltungen von Grünen und ZLR. CDU und Grüne, die Kooperationspartner im Stadtrat sind, verhielten sich damit unterschiedlich.

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