AustauschUkrainische Schülerin berichtet in Rösrath von ihren Erlebnissen in Deutschland

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Ukrainische Schülerin Polina Satykina spricht auf einer Bühne.

Polina Satykina berichtete in Rösrath von ihren Erfahrungen. als Austauschschülerin.

Polina Satykina sei froh über die Erfahrung. Besonders der Karneval habe ihr gefallen.

Ukrainische Austauschschülerinnen und -schüler werden aktuell nicht erwartet. Trotzdem nimmt eine 16-jährige Ukrainerin an einem „One-Way-Austausch“ am Albertus-Magnus-Gymnasium in Bensberg teil. Polina Satykina berichtete zuletzt im Genohotel in Rösrath von ihren Erfahrungen, die sie in den letzten sieben Monaten in Deutschland gemacht hat.

Der Rotary-Club Rösrath-Overath Bergisches Land vermittelte diesen „Austausch“, bei dem ukrainische Schüler für ein Jahr nach Deutschland kommen, aber keine Deutschen in die Ukraine gehen. Polina war im März 2022 mit ihrer Mutter und jüngeren Schwester von Kiew nach Kattowitz in Polen geflohen. Ihr Vater arbeitet noch immer in Kiew.

Ukrainische Schülerin lernt seit der vierten Klasse Deutsch

Von einer Bekannten in Polen erfuhr die Familie von der Möglichkeit für Polina, über Rotary für ein Schuljahr nach Deutschland zu kommen. Diese neue Erfahrung fand sie „sehr cool“. „Das war etwas Neues für mich.“ Ihren Bericht hielt sie auf Deutsch, da sie bereits seit der 4. Klasse Deutsch gelernt hat.

Dies hilft ihr, sich schnell in Deutschland zurechtzufinden. Ihren Vortrag ergänzte sie mit eindrücklichen Bildern auf der großen Leinwand des Sitzungsraumes. Zuerst stellte sie ihr Zuhause in Kiew vor: das Haus auf der rechten Seite des Flusses Dnepr, ihre fünfjährige Schwester, ihre zwei kleinen Hunde und ihre Hausratte „Trixie“.

Austauschschüler wechseln nach einem halben Jahr die Familie

Die Austauschprogramme, die über Rotary vermittelt werden, sehen vor, dass die Schülerinnen und Schüler nach einem halben Jahr in eine neue Familie gehen, um eine neue Lebensweise des jeweiligen Landes kennenlernen, erklärte Annegret Verroul, Rotarierin, die Polinas Austausch betreut.

Mittlerweile lebt Polina bei der zweiten Familie und blickt auf eine ereignisreiche Zeit zurück: Ausflüge nach Oberhausen mit anderen Austauschschülern, eine Adventszeit mit vielen Plätzchen, Urlaube in Frankreich und Luxemburg und neue Freunde. Stolz berichtete sie von einem Bootsausflug in Metz, Frankreich: „Ich war sogar der Kapitän!“

Ukrainerin hatte Spaß am Karneval

Am besten habe ihr aber der Kölner Karneval gefallen. „Wir waren bei den Roten Funken und hatten viel Spaß!“ Den Rosenmontagszug besuchte sie als Elfin. Im Mai steht für sie und andere Austauschschüler des Rotary-Programms eine große Rundreise durch Deutschland, Österreich und die Schweiz an. Im Sommer geht es für Polina dann zurück nach Polen zu ihrer Mutter.

Dort wird sie eine technische Schule besuchen, da das modebewusste Mädchen gerne als Web-Designerin arbeiteten möchte. Die polnische Ausbildung war bereits im letzten Jahr geplant, doch durch die russische Invasion musste sie bereits im März nach Polen und nicht wie geplant im Mai. In Deutschland konnte sie sich nicht auf ihren Traumberuf vorbereiten: „Hier habe ich keinen Computer.“

Dafür las sie gerne Mangas und schaute Animes. Ihre aktuelle Austausch-Familie Mokler hat durch das Programm eine „bereichernde Zeit“. Doch Florian Mokler gab zu: „das ging alles hopp-hopp.“ Die kritische Situation in der Ukraine habe keine lange Planung ermöglicht. Aber im Endeffekt „klappt eigentlich alles wunderbar“, beteuerte Catrin Mokler. Polina bedankte sich umfangreich bei Rotary für die Möglichkeit und erntete vom Publikum viel Applaus und noch mehr Respekt.

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