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„Trauerexpressionen II“Erinnerung an Verstorbenen in Schildgen

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Die Protagonisten des Abends

Bei „Trauerexpressionen II“ in Schildgen berührten vor allem kurze Prosatexte die rund 80 Gäste, so manche Träne floss dabei.

Rund 80 Gäste kamen am 1. November im Bestattungshaus Jochen König in Schildgen zusammen, um bei „Trauerexpressionen II – Dem Licht entgegen“ einen besonderen Abend des Erinnerns und der Begegnung zu erleben. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr hatte Trauerbegleiterin Stephanie Witt-Loers erneut zu einem künstlerischen Abend eingeladen, der Menschen in Trauersituationen Raum für Erinnerung, Austausch und Trost bieten sollte. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitta Opiela war auf Einladung der Organisatorin als Vertreterin der Stadt unter den Gästen anwesend.

Einfühlsame Annäherung durch Musik und Fotografie

Musik, Gesang und Fotografie verbanden sich zu einer einfühlsamen Annäherung an das Thema Trauer. Sängerin Joséphine Pilars de Pilar und Pianist Jan Weigelt spannten gemeinsam einen musikalischen Bogen von klassischen Liedern und Musical über Gospel bis hin zu bekannten Popballaden. Auf die Musik abgestimmt, präsentierte der Fotograf Siegward Schmitz eindrucksvolle Aufnahmen von Skulpturen, Felsformationen, fließendem Wasser, Wasserfällen, weiten Landschaften, stürmischen Wolkenformationen oder Sonnenaufgängen, die Gefühle wie Verlust, Sehnsucht, Verbundenheit und Hoffnung auf ganz besondere Weise spürbar machten.

Prosatexte und gemeinsames Singen

Kurze Prosatexte wie „Lass mich weinen, nur weinen“ oder Worte über die Sehnsucht, einen geliebten Menschen noch einmal bei sich zu haben, berührten das Publikum besonders und so mancher der Anwesenden wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. Während vertraute Melodien zum Mitsummen einluden, stimmten die Gäste bei „Halleluja“ und „Let it be“ gemeinsam ein und schufen ein Gefühl von Nähe und Gemeinschaft.

Namen der Verstorbenen erhalten einen Platz

Schon beim Empfang konnten die Besucher auf einem Herbstblatt den Namen einer verstorbenen Person notieren. Damit erhielt die Erinnerung einen sichtbaren Platz – ein Anliegen, das Witt-Loers besonders am Herzen liegt. Denn im Alltag finden die Namen und Geschichten der Verstorbenen häufig zu wenig Raum. Der Titel „Dem Licht entgegen“ stand dabei für unterschiedliche Hoffnungen: für die Vorstellung, dass Verstorbene im Licht geborgen sind, ebenso wie für die Möglichkeit, als Hinterbliebene nach dunklen Zeiten wieder Zuversicht zu finden.

Erinnerung und Liebe weitertragen

Die Organisatorin machte deutlich, dass Trauer nicht verschwinden muss, sondern ihren Platz im Leben behalten darf. Entscheidend sei, so Witt-Loers, trotz des Verlustes neue Wege zu finden und die Verbindung zu den Verstorbenen in Erinnerung und Liebe weiterzutragen. Gemeinschaft könne den Schmerz zwar nicht nehmen, aber helfen, ihn zu tragen.

Benefizabend mit starken Partnern

Der Benefizabend entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut Dellanima, dem DRK-Kreisverband Rheinisch-Bergischer Kreis, dem Verein Himmel un Ääd und dem Bestattungshaus König.

Beisammensein zum Ausklang

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer von Himmel un Ääd sorgten für Getränke und kleine Speisen. Beim anschließenden Beisammensein nutzten viele Gäste die Gelegenheit für persönliche Gespräche. Ein Abend, der zeigte: Trauer und Hoffnung schließen einander nicht aus – und auch nach schweren Verlusten kann das Leben wieder schöne Momente bereithalten. (sus)