Pulheimer Immobilienfirma kauft der Stadt auch die alte Schule in Lipp und die frühere neuapostolische Kirche ab, die abgebrochen werden.
Investor übernimmtStadt Bedburg verkauft ihr historisches Rathaus am Marktplatz

Das historische Rathaus der Stadt Bedburg wird an einen Pulheimer Immobilienhändler verkauft. Zu sehen ist die Rückseite des Gebäudes.
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Das historische Rathaus der Stadt Bedburg geht in private Hand. Das Immobilienunternehmen Görtz aus Pulheim übernimmt den seit Jahren leerstehenden und dringend sanierungsbedürftigen Bau am Marktplatz. Ebenso übernimmt das Unternehmen die alte Schule in Lipp und die frühere neuapostolische Kirche in Lipp. Beide sollen abgebrochen und durch Neubauten ersetzt werden. Der Stadtrat hat dem Vorhaben „Drei Projekte – ein Konzept“ in nichtöffentlicher Sitzung zugestimmt.
Wie die Stadt mitteilt, soll das Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Rathaus „bewahrt, behutsam aufgewertet und mit neuem Leben gefüllt werden, damit es auch künftig Generationen von Bürgerinnen und Bürgern offensteht“. Mit dem Käufer sei eine denkmalgerechte Sanierung vereinbart worden. Prägende Elemente, wie das alte Fachwerk, die historische Treppe am Eingang sowie Teile des Mauerwerks sollen freigelegt werden und erhalten bleiben. Auch die Fassade soll aufgewertet werden, „ohne den Charakter des Gebäudes zu verändern“.
Bedburg: Altes Rathaus soll für Bürger zugänglich gemacht werden
„Das historische Rathaus ist ein zentraler Bestandteil unserer Stadtgeschichte und Identität“, betont Bürgermeister Sascha Solbach. „Es ist unser Anspruch, dieses Gebäude nicht nur zu erhalten, sondern es für die Bürgerinnen und Bürger neu zu öffnen. Das vorliegende Konzept verbindet Denkmalschutz, Aufenthaltsqualität und soziale Nutzung auf überzeugende Weise. So entsteht ein Ort, der Tradition und Zukunft miteinander verbindet.“
Denis Görtz, Gründer und Geschäftsführer des Immobilienunternehmens, geht das Projekt nicht nur aus kaufmännischer Sicht an – er lebt selbst in Bedburg. „In der Stadt tut sich gerade sehr viel, und wir sind froh, nun Teil davon zu sein“, sagt der 35-Jährige. Er sei der Stadt sehr verbunden.
Das Erdgeschoss des historischen Rathauses soll künftig öffentlich zugänglich sein und als Bindeglied zwischen Marktplatz und Schloss Bedburg fungieren. Dort könnten nach Angaben der Stadtverwaltung beispielsweise ein Café oder Restaurant mit Außenterrasse und Blick auf die Erft sowie das Schloss entstehen. Ergänzt werde dies durch eine Büroeinheit, die unter anderem von der Stadt Bedburg genutzt werden kann.
Für die Nachfahren der jüdischen Familie Franken, der bis kurz nach der Reichspogromnacht 1938 das Gebäude auf der Friedrich-Wilhelm-Straße 43 gehörte, soll eine möglichst barrierefreie, kinderfreundliche und für alle Generationen zugängliche Begegnungsstätte geschaffen werden. Zudem ist ein neuer öffentlicher Weg geplant, der vom Marktplatz direkt zum Schloss führt – mittels eines neuen Durchgangs neben dem historischen Rathaus sowie einer neuen Brücke über die Erft. Dafür wird der nicht historische und baufällige Anbau des Rathauses (vom Markt aus gesehen der rechte Teil) niedergelegt.
In den Obergeschossen des Rathauses entstehen nach Angaben der Stadt „hochwertige Wohneinheiten mit außergewöhnlichem Charme“. Historische Fachwerke und tragende Elemente sollen sichtbar bleiben. „Insgesamt sind mehrere Wohneinheiten vorgesehen, darunter Wohnungen mit Blick auf das Schloss Bedburg und die Erft.“

Die alte Schule in Lipp.
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Laut Görtz soll das Rathaus innerhalb von zwei Jahren saniert und umgebaut sein. Die Brücke folgt vermutlich ein wenig später. Danach erst geht die Immobiliengesellschaft die beiden anderen Projekte an, die Teil des Gesamtpakets sind. So soll zum einen ein Neubau auf dem Grundstück der ehemaligen Schule im Ortsteil Lipp gebaut werden. In drei Gebäuden sollen dort insgesamt 16 barrierefreie Wohneinheiten entstehen. Eine Tiefgarage mit E-Ladevorrichtungen und zusätzliche Stellplätze sind ebenfalls Bestandteil der Planung.

Die frühere neuapostolische Kirche in Lipp
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Zum anderen ist eine Neugestaltung des Grundstücks der Neuapostolischen Kirche in Lipp vorgesehen. Geplant ist auch hier ein Neubau mit zehn Wohneinheiten sowie einer Tiefgarage und öffentlich zugänglichen Parkmöglichkeiten. Damit soll zudem die Parksituation vor Ort nachhaltig entlastet werden. Beide Gebäude stehen leer und wurden zuletzt als Flüchtlingsunterkünfte genutzt. Insgesamt entstehen so rund 30 neue Wohneinheiten, verteilt auf drei Standorte.
