Die Anwohner sprechen von schlimmen Zuständen, auch wegen des Mülls, den Unbekannte hinter die Absperrung werfen.
Unkraut, Müllberge, RattenHaus in Bergheim verwahrlost – Anwohner frustriert

Ein verfallendes Haus an der Pliesmühlenstraße sorgt seit Jahren für Frust bei Nachbarn und Anwohnern.
Copyright: Rafael Greboggy
Ein verwahrlostes Haus ist bereits seit Jahren ein unschöner Anblick für die Nachbarschaft an der Pliesmühlenstraße in Quadrath-Ichendorf. Das Gebäude steht seit längerer Zeit leer, vor einigen Jahren ist auch der Dachstuhl abgebrannt.
Die Stadt hat das Haus versiegelt und auch eine Absperrung aufgestellt, die den ganzen Gehweg einnimmt, doch Unbekannte nutzen den abgesperrten Bereich offenbar als Müllhalde. Das locke auch Ratten an, wie Anwohner im Gespräch mit der Redaktion berichten.
Anwohner von Untätigkeit der Stadt Bergheim frustriert
Dazu sprießt das Unkraut in alle Richtungen, und auch wohnungslose Menschen sollen sich schon Zugang zum Gebäude verschafft haben. Verschiedene Bürgerinnen und Bürger berichten, dass sie sich immer wieder mal hilfesuchend an die Stadt gewandt haben, allerdings nur wenig geschehe.

Unkraut und Müll sammeln sich vor dem Haus. Laut den Anwohnern zieht der Müll auch Ratten an.
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Renate Warnecke, die hier regelmäßig vorbeikommt und in der Gegend wohnt, ist entsprechend enttäuscht. „Mich frustriert vor allen Dingen, dass seit Jahren nichts getan wird. Dass Bäume aus dem abgebrannten Dachstuhl rauswachsen, dass die Leute durch die offene Haustür reingehen können“, sagt die Anwohnerin. „Ich empfinde das als eine Zumutung, wenn ich jeden Tag sowas vor Augen habe, wenn da Müll rumfliegt, Essensreste, die Ratten anziehen. Da muss auch eine Stadt für sorgen, dass da was dran getan wird.“
Die Stadt Bergheim teilt dazu auf Anfrage dieser Redaktion mit: „Das städtische Ordnungsamt war seit März 2025 mehrfach aufgrund von Hinweisen aus der Nachbarschaft vor Ort, unter anderem wegen der offenstehenden Haustür.“ Eingehende Beschwerden würden geprüft, man schreite im Rahmen der bestehenden rechtlichen Möglichkeiten ein.
Bergheim: Kreisstadt beobachtet die Situation
Die Situation werde beobachtet, heißt es weiter. Bei Bedarf – sofern die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet ist – würden erforderliche Maßnahmen veranlasst. Die Möglichkeiten seien jedoch begrenzt, „da es sich hier um eine private Immobilie und insofern um eine privatrechtliche Angelegenheit handelt“. Die Stadt stehe in Kontakt mit der Eigentümerin.
Der Leerstand bestehe nach Kenntnis der Stadt seit mehreren Jahren. Genaue Informationen lägen nicht vor, so die Sprecherin weiter. Der Brand des Dachstuhls ereignete sich gemäß der bauordnungsrechtlichen Ordnungsverfügung vom 3. Februar dieses Jahres im Jahr 2021.
Auch der verwilderte Garten sorgt für Ärger. Die Stadt verweist darauf, dass es sich dabei grundsätzlich um eine privatrechtliche Angelegenheit zwischen den betroffenen Grundstückseigentümern handele. Eine öffentlich-rechtliche Zuständigkeit bestehe in solchen Fällen regelmäßig nicht.
Zum weiteren Umgang mit der Immobilie erklärt die Stadt, dass die zuständigen Fachbereiche bei problematischen Immobilien fortlaufend Maßnahmen prüfen. Konkrete Angaben zu weiteren Schritten in einem Einzelfall seien aus rechtlichen Gründen nicht möglich.
Bei problematischen Leerständen verfolge die Kreisstadt einen strategischen Ansatz. Je nach Sachlage arbeiten unter anderem Bauaufsicht, Ordnungsamt, Verkehrsbehörden und weitere beteiligte Stellen zusammen. Ziel sei es etwa, mögliche Gefahren für die Allgemeinheit zu beseitigen und Beeinträchtigungen für die Nachbarschaft möglichst gering zu halten. Die Fälle würden kontinuierlich begleitet.
