Die Kreisstadt will durch die Zusammenarbeit mit einer Entwicklungsgesellschaft profitieren, ohne kurzfristig den Haushalt zu belasten.
Kooperation mit NRW.UrbanBergheim will Flächen neben Microsoft-Rechenzentrum erschließen

In Paffendorf baut Microsoft einen Hyperscaler - die Nachbarflächen könnten bald ebenfalls erschlossen werden (Symbolbild).
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Die Stadt Bergheim visiert die Entwicklung einer 20 Hektar großen Fläche neben dem Microsoft-Rechenzentrum in Paffendorf an – und will dafür mit dem Entwicklungsträger NRW.Urban Kommunale Entwicklungs GmbH zusammenarbeiten. Im letzten Haupt-, Personal-, Wirtschaftsförderungs- und Strukturwandelausschuss trug Dr. Franz-Josef Lemmen, Prokurist bei NRW Urban, einen ersten Plan vor.
Die Idee hinter der Zusammenarbeit ist, dass NRW Urban als Dienstleister die Fläche im Auftrag der Stadt kauft, plant und entwickelt. Der Vorteil: Der Bergheimer Haushalt wird dadurch nicht belastet, die Verwaltung wird entlastet und die Kreisstadt kann trotzdem die Entscheidungen treffen, etwa über die Ankaufs- oder Verkaufspreise der Grundstücke oder die konkrete Art der Erschließung.
25 Millionen Investition nötig – Bergheim könnte profitieren
Im Gegenzug bürgt sie für das Projekt. Entsteht am Ende ein Überschuss, etwa weil die Flächen an Investoren verkauft werden können, kommt das der Stadtkasse zugute. Steht am Ende ein Minus, muss Bergheim das Defizit ausgleichen. Auch der Stadtrat muss der Umsetzung noch zustimmen.
Aus dem Vortrag im Ausschuss ging hervor, dass von den 20 Hektar abzüglich der Grün- und Landschaftsschutzflächen 16 Hektar Gewerbefläche entwickelt werden können. Die Flächen befänden sich allerdings in Privatbesitz. Im ersten Schritt ist eine hohe Investition nötig, für die NRW Urban ein Darlehen aufnehmen will – auch das gelinge nur mit der Bürgschaft der Stadt.
Die Entwicklungsgesellschaft geht dabei von Gesamtkosten von etwa 25 Millionen Euro aus – darin sind etwa Kosten für den Grunderwerb, bodenarchäologische Maßnahmen, die Erschließung, Ingenieurleistung und ihre eigenen Dienste mit einberechnet. NRW Urban plant mit einer Durchführungsdauer von sieben Jahren.
Bergheimer Bürgermeister rechnet mit höherem Überschuss
Das Darlehen zahlt die Gesellschaft dann sukzessive zurück, wenn Investoren an Bord kommen und die entwickelten Flächen kaufen. So könnten laut dem erstem Businessplan am Ende zwei Prozent der Gesamtinvestition als Überschuss entstehen. In dem Fall würde ein sechsstelliger Betrag dem Haushalt in Bergheim zugutekommen, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Dabei handelt es sich allerdings nur um eine vorsichtige Schätzung: Diese enthalte laut NRW Urban zwar einen Risikozuschlag gemäß der Erfahrung der Entwicklungsgesellschaft, aber keine eventuellen Kostensteigerungen oder Einnahmen.
Bürgermeister Volker Mießeler erklärte im Ausschuss, gar mit höheren Erlösen und einer kürzeren Durchführungsdauer zu rechnen. Die Nachfrage im industriellen Sektor sei enorm, viele Kommunen in der Nähe hätten keine Flächen mehr anzubieten, und die Nachbarschaft zu Microsoft sorge für großes Interesse.
Marc Bonaldo Fuolega (SPD) erklärte, dass der Nutzen sich letztlich nicht nur im Überschuss aus dem Businessplan erschöpfe, sondern zukünftig auch Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen schaffen werde. „Das ist eine Zukunftsinvestition“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Auch Ingo Schäfer (FDP) zeigte sich froh über die Möglichkeit der Kreisstadt, die Fläche gestalten zu können, und das ohne den Haushalt belasten zu müssen.
Die Kreisstadt visiert auch eine mögliche Kooperation mit Bedburg in Elsdorf an, wie bereits in anderen Strukturwandelprojekten geschehen. Die Kreisstadt warte allerdings noch auf eine Rückmeldung der Nachbarkommunen.