Immer mehr Bäume werden gefällt und nicht ersetzt. Die Grünen sind daher besorgt. Die Stadtverwaltung behauptet, es sei oft nicht möglich, die Bäume am selben Stadtort nachzupflanzen.
Leere BeeteDie Grünen in Bergheim kritisieren fehlende Nachpflanzung von Straßenbäumen

Manche Baumscheiben, wie hier an der Heerstraße, sind noch nicht bepflanzt, kritisieren die Grünen.
Copyright: Hirseler
Die Bergheimer Grünen sind unzufrieden mit der Nachpflanzung von Straßenbäumen in der Kreisstadt. Teilweise seien die Vorgängerbäume schon vor zehn Jahren gefällt worden, ohne dass es einen Ersatz gebe, moniert Peter Hirseler.
Und nicht nur das. Auch seien die Baumscheiben, in denen die neuen Bäume wachsen sollten, zu hoch angelegt, sodass das Wasser über versiegelte Flächen genau um den Baum herumgeführt werde. Aufgrund solcher „Staudämme“ komme bei der Pflanze kaum Regenwasser an. Ihr Absterben sei die Folge.
„Insgesamt sollen laut Verwaltung 425 Bäume im Stadtgebiet gefällt worden sein, ohne dass es eine Ersatzpflanzung gab, viele davon sind Straßenbäume.“ Wenn sie jetzt nachgepflanzt würden, wäre das schön: „Seit vielen Jahren haben wir immer wieder Ratsbeschlüsse erwirkt, die eine Nachpflanzung zum Ziel hatten. Der letzte stammt aus dem Jahr 2020.“
Kritik an den Straßenbau
An vielen Stellen seien die ehemaligen Baumstandorte an den helleren Platten im Gehweg erkennbar, so der Grüne: Gerade gefällte Straßenbäume seien oft mit der Begründung nicht nachgepflanzt worden, sie hätten zu kleine Baumscheiben und bekämen deshalb nicht genug Wasser und Nährstoffe. „Merkwürdig nur, dass viele der Vorgängerbäume so alt werden konnten. Möglicherweise lag das ja daran, dass früher nicht so viel Wert auf korrekte Bordsteine und Einfassungen gelegt wurde.“
Hirseler: „Leider werden beim Straßenbau bis zum heutigen Tage erhebliche Fehler gemacht.“ Als die Turmallee umgebaut wurde, hätten zwei Bauvarianten vorgelegen: „Beschlossen hat der Rat damals die Variante mit mehr Asphalt und weniger Bäumen. Das hat schon zum Absterben einiger Bäume geführt, denn sie stehen auf der Kuppe der Straße. Alles Wasser läuft zum Straßenrand.“
Ähnliche Beispiele gebe es in Oberaußem, wo Baumscheiben vor einigen Jahren mit besonders hohen Randsteinen eingefasst worden seien, so dass das Wasser in den Kanal fließe. Schlimm findet Hirseler, dass in einigen der teuer angelegten Baumscheiben gar keine Bäume stehen. Auch an der Heerstraße gebe es Probleme: „Leider sind für viel Geld Staudämme um Bäume herum gebaut worden, die verhindern werden, dass der Baum in den nächsten trockenen Sommern lange überlebt.“
Eine Nachpflanzung am selben Standort sei nicht möglich
Die Stadtverwaltung ließ wissen: „Die zur Verfügung stehenden Flächen für Baumscheiben sind endlich und stehen immer in Konkurrenz mit anderen Nutzern der Verkehrsfläche.“ Um einen Baum nachhaltig zu pflanzen, benötige dieser nicht nur Platz, sondern auch einen geeigneten Untergrund, damit er sich entwickeln kann. Die vor vielen Jahren gepflanzten Bäume hätten sich aufgrund weniger vorhandener Infrastrukturen im Boden besser entfalten können. Eine Nachpflanzung an ein und demselben Standort sei daher gelegentlich nicht möglich. Leere Baumscheiben würden nachbepflanzt.
