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Runder GeburtstagDiese 100-jährige Bergheimerin ist immer für ein Späßchen zu haben

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Das Foto zeigt die Jubilarin.

Ihren 100. Geburtstag feiert Maria Piel aus Bergheim.

Maria Piel wurde vor 100 Jahren in Niederaußem geboren. Sie staunt selbst darüber, wie sie es geschafft hat, so alt zu werden.

Das Fernsehen wurde erfunden, aber es dauerte noch ein Jahrzehnt, bis erste Sendungen öffentlich ausgestrahlt wurden. Die Lufthansa wurde gegründet, aber das Fliegen war noch purer Luxus. Roald Amundsen überflog erstmals den Nordpol mit einem Luftschiff. Paul von Hindenburg war Reichspräsident der Weimarer Republik. Und am 18. September in jenem Jahr 1926 wurde Maria Piel geboren. Jetzt feiert sie ihren 100. Geburtstag.

Die Jubilarin ist als Maria Lieven an der Hauptstraße, der heutigen Alten Landstraße in Bergheim-Niederaußem, gegenüber der Arztpraxis Bachem geboren und besuchte die Schule im alten Dorf. Anschließend ging sie in eine Lehre als Weißwäsche-Näherin für Tisch- und Bettwäsche. Aber nur drei Tage lang, dann wurde ihr Elternhaus ausgebombt, und Maria Piel wurde zum Arbeitsdienst nach Katzenelnbogen im Taunus beordert, wo sie bis zum Kriegsende blieb. „Als ich zurückkam, musste ich mich erst waschen und meine Kleider verbrennen, ehe ich ins Haus durfte. Meine Mutter hatte wegen der Furcht vor Ungeziefer darauf bestanden“, erinnert sich die Seniorin.

Bergheim: Altersjubilarin gönnt sich gern mal ein Gläschen Sekt oder Eierlikör

Im wieder aufgebauten Elternhaus lebte sie fortan und arbeitete viele Jahre lang als elektrotechnische Montiererin der Kölner Firma Grote, die in Niederaußem eine Zweigniederlassung gegründet hatte. Beim Besuch eines Tanzkränzchens in der Bergheimer Milchbar in der Bethlehemer Straße lernte sie Heinrich Piel kennen. 1948 heiratete das Paar in der St.-Johann-Baptist-Kirche im Dorf. „Da gab es eine lange Prozession von meinem Elternhaus zur Kirche“, erzählt die hellwache Jubilarin.

Die Tochter wurde 1950, der Sohn 1960 geboren. Heute gehören drei Enkelkinder und drei Urenkel zu ihrer Familie. „Mein Mann war nach seiner Zeit auf Marine-U-Booten viel krank und starb schon 1967 an Leukämie“, berichtet sie aus ihrem Leben. Danach beschloss sie, allein zu leben. „Allein komme ich besser durch“, war ihr Entschluss. Maria Piel war Mitglied des Müttervereins, kümmerte sich gerne um den Gemüsegarten am Haus und ging mit einem Wanderverein um Heimatforscher Norbert Esser regelmäßig auf Tour durch die Eifel.

„Das Feuer im Hohen Venn hat mir einen großen Schrecken eingejagt“, sagt sie – und beweist, dass sie aufmerksam am Weltgeschehen interessiert ist. Bekannte aus der Umgebung von Monschau seien gefährdet gewesen „und konnten zum Glück bald in ihre Häuser zurückkehren“. Bis vor einem Jahr lebte sie mit der Familie ihres Sohnes Guido in ihrem Elternhaus, seitdem wohnt sie im Seniorenhaus Sandberg in Oberaußem. „Hier geht es mir gut. Das Essen ist lecker, und ich nehme an allen Veranstaltungen teil, die angeboten werden.“

Zudem sei sie immer für ein Späßchen zu haben und trinke gerne schon mal ein Glas Sekt oder Eierlikör. „Man muss sich hin und wieder etwas Gutes gönnen“, sagt sie. „Wie ich es geschafft habe, 100 Jahre alt zu werden, weiß ich nicht. Ich staune selbst darüber“, sagt die Jubilarin. Sie habe allerdings immer gesund gelebt. „Ich habe ein gutes Leben gehabt. Es war schön und hat mir so gefallen, wie es war“, konstatiert die 100-Jährige, für die das Seniorenhaus mit der Familie heute eine Feier ausrichtet.