Die Stadt will eine neue Gesamtschule im Bergheimer Norden. Die zweite Elternbefragung dazu hatte wieder nur eine geringe Beteiligung.
Umwandlung der RealschuleErrichtung neuer Gesamtschule im Bergheimer Norden weiter offen

Auch die zweite Elternbefragung darüber, ob die Albert-Einstein-Realschule zu einer Gesamtschule werden soll, hatte nur eine geringe Beteiligung.
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Auch die zweite Elternbefragung darüber, ob im Bergheimer Norden eine neue Gesamtschule eingerichtet werden soll, hatte eine geringe Beteiligung. Wie die Pressestelle der Stadt berichtet, steht damit die Entscheidung nach wie vor aus.
Hintergrund ist der Schulentwicklungsplan der Kreisstadt. Der Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur hatte am 11. Februar 2025 beschlossen, die erforderlichen Schritte für eine neue Gesamtschule am Standort der Albert-Einstein-Realschule einzuleiten. Voraussetzung ist neben einer aktualisierten Prognose der Schülerzahlen auch die Elternbefragung. Die erste Befragung, die die Kreisstadt schon 2025 durchführte, hatte nur eine Beteiligung von 22,24 Prozent.
Auch erste Befragung zu neuer Gesamtschule nicht zielführend
In der neuen Befragung, die vom 19. März bis zum 14. April lief, lag sie bei 31,6 Prozent. Von den 750 Abstimmungsberechtigten gaben somit 237 Personen ihre Stimme ab. Damit der Elternwille gegeben ist, müssen sich mindestens 100 Eltern für die neue Gesamtschule aussprechen, denn diese muss mindestens vier Klassen mit jeweils 25 Kindern haben. Eine neue Schulgründung darf aber auch nicht eine bereits bestehende Gesamtschule im Stadtgebiet gefährden.
Zwar gaben davon 121 Eltern an, im Errichtungsjahr 2027/28 ihre Kinder auf eine neue Gesamtschule in Oberaußem schicken zu wollen. Allerdings fanden sich nur 30 Stimmen für einen Besuch der bereits bestehenden Gesamtschule in Quadrath-Ichendorf.
Votum gibt kein klares Ergebnis, aber eine Tendenz
Dieses Ergebnis sei kein klares Votum für die Neugründung einer zweiten Gesamtschule, „wie es für die Genehmigung einer Schulneugründung durch die Bezirksregierung erforderlich ist“, heißt es von der Pressestelle der Stadt. Bürgermeister Volker Mießeler sieht darin aber trotzdem eine deutliche Tendenz eines Elternwillens für eine Gesamtschule im Bergheimer Norden. Und da die Kinder derjenigen, die kein Votum abgegeben haben, trotzdem eine weiterführende Schule besuchen werden, müsse man sie dennoch bei der Planung berücksichtigen.
Die Grünen sahen im Ergebnis ebenfalls ein klares Signal, hinterfragten aber wegen der geringen Wahlbeteiligung auch die Fragestellung. „Weshalb fragt man nicht einfach, an welcher Schulform Eltern ihre Kinder anmelden wollen? Statt nach Standorten und nach Alternativen zu fragen“, so Astrid Dahmen und Peter Hirseler (Grüne) in einer Pressemeldung. Elisabeth Hülsewig, Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur, betonte auch die Vorteile einer Gesamtschule im Bergheimer Norden. Die kürzeren Schulwege würden Familien im Alltag entlasten und die Bindung an den eigenen Stadtteil stärken.
Die Kreisstadt werde mit dem Ergebnis, weiteren Daten der bestehenden Gesamtschule und den Prognosen der Schulentwicklungsplanung nun an die Bezirksregierung herantreten. So will sie das weitere Verfahren abstimmen.
