Zwar fuhr ein 31-Jähriger zu schnell. Aber auch mit geringerem Tempo hätte er den quer auf der Fahrspur stehenden Mercedes erfasst.
Drei Menschen starbenKeine Anklage nach tödlichem Unfall auf der A 61 bei Bergheim

Über viele Meter erstreckte sich am Abend des 1. Februar 2026 ein Trümmerfeld auf der A61. Die Helfer leisteten Schwerstarbeit.
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Ein Dreivierteljahr nach einem verheerenden Unfall auf der A 61 bei Bergheim hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den Fahrer eines Kleintransporters aus den Niederlanden (31) eingestellt. Der Verdacht der fahrlässigen Tötung habe sich nicht hinreichend erhärten lassen, sagt Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer auf Anfrage dieser Redaktion.
Der Niederländer hatte am Abend des 1. Februar einen Mercedes erfasst, der vor ihm quer auf der Fahrbahn zum Stehen gekommen war, nachdem er mit einer Betonschrammwand kollidiert war. Durch die Wucht des Zusammenstoßes wurden der Fahrer (60), eine Frau (47) und deren Tochter (12) so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle starben.
Bergheim: Fahrer hätte dennoch nicht genug Zeit gehabt, zu reagieren
Nach Angaben von Bremer sei nach Auswertung aller Beweismittel nicht zu belegen gewesen, dass der 31-Jährige die Kollision durch ein rechtzeitiges Brems- oder Ausweichmanöver hätte vermeiden können. Zwar sei er mit seinem Kleintransporter offenbar schneller unterwegs gewesen, als es die Wetter- und Lichtverhältnisse erlaubt hätten.
Ein Unfallsachverständiger habe jedoch nachvollziehbar dargelegt, dass auch bei angepasster Geschwindigkeit eine verbleibende Reaktionszeit von nur einigen wenigen Sekunden für den Fahrer nicht ausgereicht hätte, um den Unfall zu verhindern. Daher hätten die rechtlichen Voraussetzungen, eine Fahrlässigkeit zu unterstellen, nicht vorgelegen. Anklage zu erheben, sei mangels hinreichenden Tatverdachts ausgeschieden.
Der Einsatz war für alle Helfer vor Ort extrem belastend. Ihnen bot sich ein entsetzliches Bild, als sie an der Unfallstelle kurz hinter der Anschlussstelle Bergheim-Süd eintrafen: Der schwarze Mercedes 190 stand quer auf einer der Fahrspuren, daneben der weiße Kleintransporter, der sich mit der Front in die Seite des Pkw geschoben hatte. Überall lagen Fahrzeugteile weit verstreut auf der Autobahn. In dem Mercedes waren der Fahrer (60) und die Frau (47) eingeklemmt. Für sie kam jede Hilfe zu spät, wie auch für das Mädchen (12). Rettungskräfte versuchten, es zu reanimieren – vergebens.

Ein speziell geschultes Team der Polizei sicherte die Spuren.
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Bergheims Bürgermeister Volker Mießeler zeigt sich damals betroffen: „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen sowie bei den Verletzten und ebenso bei den Einsatzkräften, die solche Situationen verarbeiten müssen.“ Er dankte den Einsatzkräften der hauptamtlichen Feuerwehr sowie den Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr „für ihren engagierten und professionellen Einsatz“.
Ulrich Krämer war als Ersthelfer noch vor der Feuerwehr vor Ort. Er war mit seiner Familie auf dem Rückweg vom Kino in Kerpen nach Bedburg. Im Gespräch mit dieser Redaktion erinnerte er sich wenige Tage nach dem Unfall an das schreckliche Geschehen: Er habe in den „Funktionsmodus“ geschaltet und abgerufen, was er in seiner Ausbildung zum Rettungssanitäter gelernt hatte. Und leistete Beistand.
Krämer kritisierte den Umgang der Rettungskräfte und der Polizei mit ihm und anderen Ersthelfern: „Ich hätte mir gewünscht, dass man mich nicht einfach so vom Unfallort weglässt. Und ich hätte mir gewünscht, dass man mir wenigstens einen Flyer in die Hand drückt, der mir aufzeigt, wo ich Hilfe finde, falls ich sie brauche.“
