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Dorfschullehrer, Nabu-MitbegründerStraße in Bergheim soll nach Franz Bauer benannt werden

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Das Bild zeigt eine schwarz-weiß Fotografie von Franz Bauer mit seiner Frau Hilda Bauer. Er trägt eine eckige Brille und einen Anzug mit Krawatte.

Franz Bauer, hier mit seiner Frau Hilda Bauer, prägte Fliesteden.

Der 2005 verstorbene Lehrer hinterließ in Fliesteden einen großen Fußabdruck, ob im Beruf, im Männergesangsverein oder durch Aufforstung. 

Er war Lehrer der Dorfschule, gründete den Nabu Rhein-Erft mit und liebte den Fußball: Franz Bauer hat in Fliesteden und darüber hinaus seine Spuren hinterlassen. Nun soll auch eine Straße seinen Namen tragen.

Nur unweit vom Haus in Fliesteden, in dem Franz Bauer seine letzten Jahre verbrachte, wird gerade das Baugebiet „Auf den Dreißig Morgen“ erschlossen. Auf der Suche nach einer Person, nach der die Straße benannt werden soll, kam Ortsbürgermeisterin Elisabeth Hülsewig auf den verstorbenen Dorfschullehrer. „Er war ein Vorbild für unseren Ort“, sagt Hülsewig, die für ihren Antrag bereits die Zustimmung des Ausschusses für Planung und Umwelt bekam.

Bergheim: Franz Bauers wurde 1912 geboren

„Das bedeutet mir sehr viel“, sagt Sohn Wolf Rüdiger Bauer, der mittlerweile selbst 82 Jahre alt ist. Er beschreibt Franz Bauer als strengen, aber gerechten Vater. Er sei ein aufgeschlossener Mann gewesen, mit dem man über alles reden konnte und der sich nie in den Vordergrund stellte. Auch seine Umtriebigkeit habe ihn ausgezeichnet, ob als engagierter Lehrer, passionierter Jäger oder im Kirchenvorstand.

Das Bild zeigt den Angehörigen vor einem Bauzaun, dahinter die Baustellen.

Franz Bauers Sohn Wolf Rüdiger Bauer an dem Baugebiet, an dem die Franz-Bauer-Straße verlaufen könnte.

Franz Bauer wurde am 2. April 1912 in Miechowie in Polen geboren, als jüngstes von drei Kindern. Er wuchs in einem großen landwirtschaftlichen Betrieb auf und studierte in Prag, weil sein Bruder den Hof erben sollte. Er heiratete seine Frau Hilda am 17. April 1938. Die beiden bekamen vier Kinder. Im Zweiten Weltkrieg leistete er Militärdienst in der Luftwaffe, er sei aber nie Mitglied der NSDAP gewesen.

Franz Bauer habe sich Zeit für seine Schüler genommen

Die beiden Eheleute lehrten ab 1948 an der Volksschule in Fliesteden. Die damalige Dorfschule befand sich im heutigen Bürgertreff, wo die Familie Bauer auch wohnte. Wolf Rüdiger Bauer hatte selbst Unterricht bei seinem Vater. Franz Bauer habe immer wieder Schülern in seiner Küche Nachhilfe gegeben. „Es gab mal einen Jungen in Büsdorf, der einen Lehrer verprügelt hat“, erzählt Wolf Rüdiger Bauer. Sie hätten Franz Bauer gefragt, was sie mit dem Schüler machen sollen. „Da hat der Vati gesagt: Gib ihn zu mir in die Klasse.“ In Pausen sei er mit dem Jungen durch den Hof gegangen, habe mit ihm geredet. Er sei irgendwann der beste Schüler geworden.

Auch die rege Tätigkeit in Vereinen war großer Teil von Franz Bauers Leben. Sein Wirken im Männergesangsverein führten auch sein Sohn und sein Enkel fort. Franz Bauer habe sogar die Chronik des Vereins niedergeschrieben. Auch der Fußball habe ihn begeistert. Er habe die Jugend bis zur Mittelrhein-Meisterschaft geführt. „Da kamen dann die großen Spieler raus: Christian Müller und Christian Breuer, die beim FC gespielt haben“, erzählt Wolf Rüdiger Bauer.

Mitbegründer des Nabu Rhein-Erft

Trotz seiner Umtriebigkeit mochte er auch die ruhigen Momente in der Natur, ob beim Jagen oder Gärtnern. „Bevor mein Vater morgens in den Unterricht ging, ging er erstmal Tiere beobachten, mit Fernglas und Fotoapparat“, sagt Wolf Rüdiger Bauer. „Er hat mir erzählt, dass er morgens um 5 Uhr im Dunkeln saß und junge Füchse kamen, um an seinen Füßen zu schnuppern.“ Er habe sie dann ganz vorsichtig fotografiert.

Franz Bauer war zudem 1975 Gründungsmitglied des Nabu Rhein Erft. Er rief in Fliesteden eine Pflanzaktion ins Leben – auf seine Initiative habe die Dorfgemeinschaft den Bereich vom Judenfriedhof bis zum Weiher aufgeforstet. Auch seine „Katomaten“ seien im Ort berüchtigt gewesen – unten Kartoffel, oben Tomate.

Die Dorfschule in Fliesteden wurde 1966 geschlossen. Franz Bauer wurde zunächst nach Büsdorf versetzt, von 1968 bis 1975 war er Schulleiter in Rheidt-Hüchelhoven. In seinen letzten Jahren zog er zu seinem Sohn Wolf Rüdiger und dessen Ehefrau Gudrun Bauer. Franz Bauer hatte mit Demenz und einer Krebserkrankung zu kämpfen. Er starb am 13. November 2005. „Die Familie ging dem Vater über alles“, sagt Wolf Rüdiger Bauer.