Mehr als 3000 Cannabis-PflanzenNiederländer soll Plantage in Bergheim betrieben haben

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Köln/Bergheim – Weil er mit Drogen gehandelt haben soll, steht seit Dienstag ein Mann aus den Niederlanden vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, in Bergheim-Paffendorf eine Cannabis-Plantage mit mindestens 3000 Pflanzen betrieben zu haben.
In einer großen Lagerhalle in einem Gewerbegebiet soll sich diese Plantage befunden und laut Zeugenaussage eines Polizeibeamten Platz für bis zu 4000 Pflanzen gehabt haben. Der Angeklagte soll die Anlage 2020 mit einem Komplizen betrieben haben. Gegen den zweiten Tatverdächtige wird in einem gesonderten Verfahren ermittelt.
Ernte soll rund 75 Kilogramm Ertrag gebracht haben
Die Ernte des Jahres 2020 habe rund 75 Kilogramm Ertrag gebracht, so die Staatsanwaltschaft. Die Plantage soll von Helfern abgeerntet worden sein, die noch nicht ermittelt werden konnten. Der Niederländer habe die Ernte deshalb nicht selbst verkaufen können, heißt es in der Anklage.
Die Polizei wurde durch einen Informanten auf den Angeklagten aufmerksam. Wie ein Polizist vor Gericht aussagte, habe der Informant den Beamten Hinweise auf die Plantage in Bergheim gegeben und den Angeklagten und seinen Mittäter als Betreiber der Anlage genannt.
Polizist: „Die Anlage war sehr professionell aufgebaut.“
Die Polizei durchsuchte die Lagerhalle in Paffendorf im Mai 2020. „Die Anlage war sehr professionell aufgebaut“, gab der Polizist zu Protokoll. Es habe Belüftungsanlagen mit Ventilatoren und Kohlefiltern gegeben. Die Halle sei zudem gekühlt worden, um zu verhindern, dass Aufnahmen von einer Wärmebildkamera Aufschluss auf eine Plantage hätten geben können.
Auch verschiedene DNA-Spuren fanden die Beamten bei der Durchsuchung in einem Raum neben der Plantage, der vermutlich als Aufenthaltsraum genutzt wurde. So hätten dort Matratzen gelegen, es gab eine Mikrowelle, und zahlreiche Aschenbecher und Plastikflaschen lagen herum. Einige der von diesen Gegenständen gewonnenen DNA-Spuren erwiesen sich als Treffer. Die DNA des Angeklagten sei nicht gefunden worden.
Informant nannte den Angeklagten als Plantagen-Betreiber
Ihn brachten die Aussage des Informanten sowie die Auswertung des Navigationsgeräts seines Wagens mit dem Tatort in Verbindung, denn der Wagen soll die Plantage 19-mal angefahren sein. Der Strafverteidiger des Niederländers, Gottfried Reims, gab eine gesonderte Erklärung über seinen Mandanten ab, erklärte aber auch, dass sich der Angeklagte im Verlauf der Verhandlung noch selbst äußern wolle.
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Wie Reims erläuterte, lebe der 30-Jährige mit seiner Partnerin und ihren beiden gemeinsamen Kindern zusammen. Sie arbeite in einer Apotheke, sein Mandant arbeite nachts als Reinigungskraft bei einer Restaurantkette. Eine Verbindung zu der besagten Plantage in Bergheim gebe es, weil der Niederländer über seinen Bruder mit Menschen bekannt und teilweise auch befreundet sei, die in Verbindung mit der Plantage gestanden hätten. Sein Mandant habe jedoch angegeben, nichts mit der Plantage zu tun zu haben, betonte Reims.



