Bergheim – Einige Wege tragen bereits Namen. Zur Bethlehemer Höhe beispielsweise, oder auch Pilgerweg.
Und der Weg Zum Wasserturm greift das markante Wahrzeichen der Arbeitersiedlung Fortuna auf, das 1986 gesprengt wurde. Nun aber sollen bald alle Wanderwege, die durch das rekultivierte Gelände des Tagebaus Bergheim, das sogenannte Fortunafeld, führen, Namen bekommen. Immerhin 56 Wegenamen sollen bald vergeben sein.
Angelehnt werden die Namen an alte Straßen-, Flur- oder Personennamen, die in Verbindung mit den im Zuge des Tagebaus abgebaggerten Orten oder den umliegenden Dörfern zu tun haben. „Hinter der geplanten Namensgebung steckt jahrelange Arbeit von Ehrenamtlichen“, sagt Johannes Hübner, dessen CDU-Fraktion die Vorschläge für die Benennung im Stadtrat eingebracht hat.
Ausgearbeitet hat das Namenskonzept eine Runde von Mitgliedern aus den Heimatvereinen aller Orte, die rings um den früheren Tagebau liegen: aus Quadrath-Ichendorf, Kenten, Oberaußem und Niederaußem.
So soll künftig etwa ein Weg Pater-Benninghaus-Weg heißen, zur Erinnerung an einen Jesuitenpater, der im Kloster Bethlehem tätig war und von den Nazis ermordet wurde. Urwelt waren wiederum zwei Kohlengruben mit einer dazugehörigen Arbeitersiedlung.
Der Vierbrückenweg erinnert an eine alte Betriebsstraße, und Arnolds Feld an die Landwirtsfamilie Arnolds, die auch eine Wirtschaft in Fortuna betrieb. Auch die Mundart findet Berücksichtigung. Der Weg um das 124 Meter hohe Gipfelkreuz bei Oberaußem soll Ronk öm et Jipfelkröx heißen, rund ums Gipfelkreuz eben.
Die Ortsbürgermeister der vier Nachbarorte haben nun das Vorschlagsrecht für die Namensgebung. Sie haben das Konzept der Heimatvereine übernommen und werden die Namen im Planungsausschuss zur Abstimmung stellen. Gibt es dort wie erwartet grünes Licht, sollen in Zusammenarbeit mit Sponsoren und den Heimatvereinen „beständige Schilder aufgestellt werden, die nicht irgendwann in Partykellern landen“, sagt Hübner. Es sollen keine Kosten auf die Stadt zukommen.
Die teils sehr kleinteilige Namensgebung im Fortunafeld hat auch einen praktischen Hintergrund. In Notfällen sollen Wanderer und Radfahrer dem Rettungsdienst genaue Ortsangaben mitteilen können. „Das ist bis jetzt noch ziemlich schwierig“, sagt Hübner.
