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Tierheim startete RettungsversuchHitzetod auf der Schafweide Rhein-Erft-Kreis

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Das Bild zeigt, wie die Mitarbeitenden das Schaf mit Wasser kühlen.

Mitarbeitende des Tierheims versuchten ein Schaf zu retten, das starker Hitze ausgesetzt war.

Zwei der Schafe überlebten die hohen Temperaturen nicht. Die Leiterin des Tierheims spricht von fahrlässigem Verhalten.

Hitze kann Tieren stark zusetzen, insbesondere wenn sie ungeschützt in der prallen Sonne ausharren müssen. Das Tierheim in Bergheim machte nun auf einen Fall mit tödlichen Folgen aufmerksam: Eine große Schafherde mit Lämmern war am Mittwoch (29. Juli) offenbar auf einer Weide im Rhein-Erft-Kreis schutzlos den hohen Temperaturen ausgesetzt.

Die Pressestelle des Rhein-Erft-Kreises bestätigte den Fall. Das Veterinärsamt des Kreises sei am Nachmittag durch RWE Power auf eine Schafherde mit etwa 250 bis 300 Tieren in Kerpen, Manheim-Alt aufmerksam gemacht worden.

Kerpen: Tierhalter gab die Schafhaltung dauerhaft auf

„Im gemeinsamen Austausch verständigten sich das Veterinäramt und der Tierhalter darauf, dass die gesamte Schafhaltung dauerhaft aufgegeben wird“, sagt die Pressestelle des Kreises. Der Tierhalter habe sich dabei von Beginn an kooperativ gezeigt. „Bis auf wenige Ausnahmen befanden sich die Tiere in einem guten Allgemeinzustand. Alle Tiere wurden heute Vormittag von einer großen Schäferei aus einem Nachbarkreis in geeignete Haltungsumstände verbracht“, berichtet die Pressestelle am Donnerstag (30. Juli).

Von den „wenigen Ausnahmen“ berichtete das Tierheim in Bergheim ausführlich. Das Veterinäramt habe nämlich den Tierarzt des Tierheims hinzugerufen. Bei seiner Ankunft an der Weide sei eines der Schafe bereits verstorben gewesen. Ein weiteres war offenbar zusammengebrochen. Dieses Schaf hätten der Tierarzt und ein Mitarbeiter ins Tierheim gebracht, um es zu retten. „Man kann ja nicht auf der Wiese eine Notfallbehandlung mit überhitzten Tieren machen“, erklärt Heike Bergmann den Schritt.

Schaf starb trotz Einsatzes des Tierheim in Bergheim

Fast eine Stunde lang sollen sie das Tier mit Wasser herunterkühlt sowie mit Infusionen und Medikamenten versorgt haben. Das Tier habe trotz der Kühlungsmaßnahmen eine Temperatur von 40,9 Grad gehabt. Auch wenn die Temperatur anschließend gesenkt werden konnte und das Tier sich soweit berappelte, dass es wieder auf den Beinen stand, kam die Hilfe zu spät: Das Tier kollabierte und starb.

Das betrifft nicht nur den eigenen Hund im Auto. Das betrifft jedes Tier, an dem ich vorbeikomme, ob das Kühe, Schafe oder Pferde sind.
Tierheimleiterin Heike Bergmann appelliert zur Aufmerksamkeit bei Hitze

„Wir finden das ganz schlimm“, sagte Heike Bergmann betroffen. Es habe beim Team Spuren hinterlassen, so intensiv um ein Tier zu kämpfen, dass es nicht schaffte. „Wir bringen für alle Tiere den gleichen Einsatz“, sagt Bergmann.

Die Tierheimleiterin wertete die Situation, die zur Überhitzung des Schafs führte, als fahrlässig. „Wenn ich Tiere draußen halte, brauchen die Wasser und Schattenschutz. Nach Aussagen des Kollegen sei das dort nicht zu erkennen gewesen.“ Stattdessen hätten die Schafe schutzlos auf einer Weide in der Sonne gestanden. „Wenn ich sehe, dass solche Temperaturen angesagt sind, bringe ich doch meine Tiere dorthin, wo sie Schatten haben, Zugang zu Wasser haben.“

Tiere bei Hitze besonders aufmerksam beobachten

Heike Bergmann appellierte an die Menschen, in solchen Situation nicht nur empathisch mit den Tieren mitzufühlen, sondern frühzeitig zu handeln, wenn man Auffälligkeiten beobachtet. Wer beobachtet, wie Tiere ohne Zugang zu Schatten in der Sonne stehen, soll laut Bergmann nicht zögern, das Veterinärsamt anzurufen. Sollte dieses schon geschlossen sein, könne man sich auch an die Polizei oder das Ordnungsamt wenden. „Das betrifft nicht nur den eigenen Hund im Auto. Das betrifft jedes Tier, an dem ich vorbeikomme, ob das Kühe, Schafe oder Pferde sind“, so Heike Bergmann.

Das Veterinäramt weist Halterinnen und Halter darauf hin, ihre Tiere bei hohen Temperaturen besonders aufmerksam zu beobachten und vor vermeidbarer Hitzebelastung zu schützen. „Weidetiere benötigen jederzeit Zugang zu ausreichend frischem und sauberem Trinkwasser sowie zu Schattenplätzen, an denen alle Tiere Schutz finden können.“ Anstrengungen wie längere Wege oder Transporte sollten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, ebenso das Gassigehen mit eigenen Hunden.

„Auch Balkone, Wintergärten und Transportboxen können sich schnell stark aufheizen. Tiere dürfen bei Wärme niemals – auch nicht für kurze Zeit – in einem abgestellten Fahrzeug zurückgelassen werden“, warnt die Pressestelle des Kreises. Zeigen sie starkes Hecheln, Taumeln, Erbrechen oder Teilnahmslosigkeit, sollten sie unverzüglich an einen kühlen Ort gebracht und tierärztlich versorgt werden.