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Kein Gedanke an AbsageAngriff in Berlin macht den CSD-Ausrichtern in Brühl Angst

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Zu sehen sind Demonstrationsteilnehmer in buntem Outfit.

Am Samstag, 29. August wird in Brühl erneut für die Rechte von queeren Menschen geworben, es gibt eine Demo und ein Straßenfest. Die Sicherheit von Teilnehmern und Besuchern ist ein großes Thema.

Der Angriff auf den Berliner CSD bereitet den Organisatoren des Pride am 29. August in Brühl Sorge, doch sie sehen mehr denn je die Notwendigkeit, für die Rechte queerer Menschen zu demonstrieren.

Auf der Homepage des ausrichtenden Vereins tickt die Uhr herunter. Dort ist sekundengenau zu sehen, wie lange es noch dauert, bis am Samstag, 29. August, 13 Uhr, in Brühl zum dritten Mal ein Christopher Street Day (CSD) steigt. Doch in die Vorfreude der Verantwortlichen auf den Tag mit buntem Demonstrationszug und Straßenfest vor dem Rathaus an der Uhlstraße mischt sich seit dem Vorfall beim CSD in Berlin mehr denn je Angst.

Dort war am Samstagabend ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau kam ums Leben, 29 Menschen wurden verletzt. Im Anschluss sollen weitere Personen mit einer Stichwaffe angegriffen worden sein. Der mutmaßliche Täter starb bei einem späteren Polizeieinsatz.

Absage des CSD in Brühl ist keine Option

„Dieses Attentat ist die nächste Stufe des Hasses“, sagt Jan Tiffe, der Vorsitzende des ausrichtenden Vereins Pride Brühl. Nach den Nachrichten aus Berlin hat er Kontakt zu den Mitstreitern aufgenommen, um sich auszutauschen. „Ich habe Angst und ich kann andere verstehen, die ähnlich empfinden. Aber wir dürfen uns von dieser Angst nicht lähmen lassen“, betont er. Daher verschwende man auch keinen Gedanken daran, den CSD im August in Brühl abzusagen. „Die Geschehnisse in Berlin sind ein herber Eingriff, ein Angriff, der sitzt“, erklärt er. Sie hätten die Leichtigkeit genommen.

Schon länger spürten die Protagonisten der queeren Community wachsende Ablehnung und Hass in Deutschland, sagt er. „Die Entwicklung könnte kaum radikaler sein“, findet Tiffe. Es sei ein Irrglaube, dass es in Köln und dem Umland ausschließlich liberal und friedlich zugehe. Auch in Brühl gab es bei den ersten beiden Auflagen des CSD unschöne Vorfälle.

So erregte der Auftritt einer Dragqueen auf der Bühne vor dem Rathaus im Internet offenen Hass. Die Künstlerin mit türkischen Wurzeln setzt bei ihren Auftritten auf Elemente des orientalischen Bauchtanzes. „Viele Männer haben sich provoziert gefühlt. Man konnte sehen, wie Islamisten und das rechte Lager Hand in Hand gehen“, sagt Tiffe. Im vergangenen Jahr kam dann ein Influencer aus dem rechtsradikalen Spektrum, um CSD-Teilnehmer zu filmen, zu provozieren und zu veralbern. Es kam zu Wortgefechten. „Und es stehen auch immer ein paar Rechte am Rand, die glauben, mit bösen Blicken beeindrucken zu können“, so der Vereinschef von Pride Brühl.

All das zeige, wie wichtig es sei, laut und aktiv für eine bunte und offene Gesellschaft zu werben. Zuletzt kamen rund 1000 Leute zur Demo in Brühl, beim anschließenden Straßenfest waren es 2500. „Unsere Ausgelassenheit ist die schönste Form von Protest, aber eben keine Feier, sondern eine Demonstration“, stellt er klar.

Lob für Polizei und kommunalen Ordnungsdienst

Tiffe lobt die Zusammenarbeit mit Ordnungsdienst und Polizei. Er setzt auf das Sicherheitskonzept und die Expertise der Fachleute. In Brühl gilt die Innenstadt als gut abzusichern. In der jüngeren Vergangenheit hat die Verwaltung neue Zufahrtsperren aufstellen lassen, um die regelmäßigen Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt zu schützen.

„Für den CSD vor dem Rathaus liegt ein genehmigtes, gut ausgearbeitetes Sicherheitskonzept vor“, teilt eine Sprecherin der Stadt mit. Details will man bewusst nicht nennen. Für die Sicherung des Demonstrationsweg vom Balthasar-Neumann-Platz in Richtung Stadtmitte sei wiederum die Polizei zuständig.