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ErfolgsgeschichteBäckerei in Brühl setzt auf einzigartigen Brot-Automaten

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Zu sehen ist Milena Drefke, die ein Tablett mit Nussschnecken hält.

Inhaberin Milena Drefke bietet in ihrem neuen Café in Brühl auch süßes Gebäck aus eigener Herstellung an.

Die Brühlerin Milena Drefke hat als Back-Autodidaktin mit ihren Ideen eine Erfolgsgeschichte geschrieben.

Milena Drefke hat sich selbst überrascht. Dass ihre Leidenschaft für handwerkliches Backen und hochwertige Zutaten sie einmal zur Inhaberin einer gut gehenden Backstube samt Café in Brühl und dem einzigen Brot-Automaten weit und breit machen und ihre Mitarbeiter Waren nach Erftstadt-Lechenich und in angesagte Kölner Lokalitäten liefern würden, ahnte die Brühlerin jedenfalls nicht, als sie in die Selbstständigkeit startete.

Im April 2021 war das. Damals begann die Pingsdorferin, in den eigenen vier Wänden zu backen und das über einen Online-Shop angebotene Brot auszuliefern. Die Idee zündete, nicht auf Backmischungen zurückzugreifen, sondern vor allem auf Sauerteigbrot ohne Hefe zu setzen. Einfacher gesagt: Das Brot schmeckte der Kundschaft. Und zwar so gut, dass Drefke schließlich erst eine Dependance in der Brühler Innenstadt eröffnete und dann Ende 2024 von der Carl-Schurz-Straße 5 zur Hausnummer 19 umzog, um in einem neuen Ladenlokal über eine direkt angeschlossene Backstube zu verfügen.

Online kann nachgeschaut werden, welche Sorten im Automaten liegen

An besagter Adresse gibt es nun eine echte Innovation: Unmittelbar neben der Eingangstür befindet sich ein Brot-Automat, an dem außerhalb der Öffnungszeiten per Kartenzahlung die handgemachten Laibe gekauft werden können. „Meines Wissens ist das der einzige Brot-Automat rund um Köln“, erklärt die Inhaberin. Was genau in den 28 Fächern liegt, kann nicht nur vor Ort, sondern auch stets aktualisiert online eingesehen werden.

Zu sehen ist der Brot-Automat, in dessen Fächern Brotlaibe liegen.

Die Bäckerei Brotbäckchen in Brühl hat den ersten Brot-Automaten im Kölner Umland installiert. Dort kann auch außerhalb der Öffnungszeiten Brot gekauft werden.

Ab Mitternacht sinkt der Preis um zehn Prozent. Schnäppchenjäger können montags zuschlagen. Weil Laden und Backstube dann geschlossen bleiben, werden überzählige, zuvor eingefrorene Brote aufgebacken, eingelegt und um 20 Prozent rabattiert offeriert. „Der Montag ist damit unser Brot-Retter-Tag“, sagt Drefke, die noch an weiteren Ideen tüftelt. So könnten bald auch Croissants und Brötchen über den Verkaufstresen gehen.

Guido Boveleth, Obermeister der Bäckerei-Innung, findet den Innovationsgeist der Brühlerin lobenswert. Einen weiteren Brot-Automaten kennt er im Kreis nicht. „In kleinen Ortschaften in Rheinland-Pfalz gibt es deutlich größere Automaten mit aufwendigerer Software. Deren Anschaffung ist kostspielig, lohnt sich aber dort, wo es keine Geschäfte gibt. Dort wird vorab online bestellte und bezahlte Ware eingelegt“, erklärt der Fachmann. Drefkes Ansatz sei ein anderer und möglicherweise auch nachahmenswert.

Seit einigen Wochen hat die 47-jährige Back-Autodidaktin noch ein weiteres Kapitel ihrer Selbstständigkeit aufgeschlagen. Im Brotbäckchen gibt es nun ein Café. Dort wird zum Bio-Kaffee der Kölner Rösterei Impact Coffee selbstverständlich Brot aus dem wenige Treppenstufen entfernten Ofen serviert. Von der Stulle mit Röstgemüse über solche mit Bio-Gouda und hausgemachtem Zwiebel-Senf-Relish (4,90 Euro) bis hin zum süßen oder herzhaften Körbchen mit Brot und unterschiedlichem Aufstrich und Belag (8,50 Euro) reicht das Angebot für hungrige Frühstücksgäste. Nussschnecken für 4,50 Euro, Bananenbrot und wechselnde Kuchen vervollständigen das Sortiment.

Zu sehen sind Brot-Laibe, die mit einer Beschriftung auf Wandhalterungen liegen.

In der Bäckerei Brotbäckchen in Brühl gibt es wechselnde Sorten Brot – zumeist auf Sauerteigbasis.

„Meine Mitarbeiter haben eigens einen Barista-Kurs absolviert, um die Siebträgermaschine richtig zu bedienen“, sagt Drefke, „beim süßen Gebäck probieren wir immer wieder Neues“. Das Café habe an den ersten Tagen bereits reichlich Lob erhalten, sagt sie. Dennoch, das Kerngeschäft bleibe auch weiterhin das Backen von hochwertigem Bio-Brot, dessen Teig viel Zeit zum Reifen erhält.

Zehn bis 14 teils wechselnde Sorten gibt es täglich. Dauerhaft gibt es das Brot „Prinzessin Emmer“ aus Emmer-Vollkornmehl. „Das ist der Topfavorit unserer Kunden“, so Drefke, die für den Februar als Newcomer ein Kartoffel- und ein Dinkelbuchweizen-Brot ankündigt. Beide Sorten haben den Testlauf bestanden. Unter dem Namen „Alice im Wunderland“ biete man immer wieder neue Varianten an. „Wenn das Feedback positiv ist, nehmen wir es in den regulären Verkauf“, erklärt die Brühlerin ihren ganz eigenen Weg, Marktforschung zu betreiben.


Das Brotbäckchen-Ladenlokal und Café an der Carl-Schurz-Straße 19 öffnen dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr.