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Geschäft durchwachsenSo war der Frühlingsmarkt in Brühl

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Das Bild zeigt den Sukkulentenstand mit vielen Pflanzen.

Viele Passanten schauten sich die Sukkulenten des promovierten Botanikers Sebastian Wittek an

Für Sebastian Wittek läuft das Geschäft nicht wie sonst. Es kämen viele Leute zum Spazieren, aber die Zeiten seien schlecht.

Wenn Lisa Guske und Dennis Becker aus Meckenheim zum Frühlingsmarkt in die Innenstadt kommen, hat das seinen guten Grund. Nicht allein, weil „Brühl so schön“ sei, es seien die Sukkulenten von Sebastian Wittek, für die sie eigens zu Hause ein Gewächshaus eingerichtet hätten.

500 verschiedene Sorten der farbenfrohen und formenreichen, wasserspeichernden Pflanzen von über 2000 aus seinem Gewächshaus bei Rommerskirchen habe er zum Markt mitgebracht, schildert der promovierte Botaniker Wittek.

Schlechte Zeiten für den Pflanzenverkäufer

Wenn auch das Paar aus Meckenheim am Samstag an seinem Stand kräftig zugriff, hatte Wittek den Eindruck, die Geschäfte liefen nicht so wie sonst: „Die Leute hier gehen spazieren, es sind schlechte Zeiten.“ Er merke es selbst, Kosten für Miete, Essen und Sprit ließen oft wenig Raum für Luxusartikel: „Ein Kaktus ist kein Verbrauchsgegenstand.“

Außerdem könne er nicht mit dem holländischen Pflanzenhändler nur wenige Schritte weiter konkurrieren – „Landgoed Plant“, die seien mit einem 40-Tonner voller gängiger Pflanzen gekommen, zum guten Preis, in guter Qualität, das gebe er neidlos zu, so Wittek.

Ein reichhaltiges Sortiment aus niederländischen Treibhäusern, das sich zusehends schon am Samstag lichtete, beobachtete der Steinofenbäcker Thomas Wallner von seinem Stand in Sichtweite des Pflanzenhändlers. Mit den Worten „gegessen wird immer“ zog er Brotspezialitäten aus frisch angemischten Teigen aus seinem Steinofen. „Der Frühlingsmarkt ist immer ein wenig ruhiger im Vergleich zum Hubertusmarkt“, sagte Wallner.

Verkaufsoffener Sonntag in Brühl

Bis auf den letzten Stellplatz sei der Frühlingsmarkt diesmal ausgebucht, am verkaufsoffenen Sonntag würden die meisten Einzelhändler und sogar Supermarktketten bis in die Giesler-Galerie ihre Geschäfte öffnen, zeigte sich der Vorsitzende der Werbe- und Parkgemeinschaft Frank Pohl zufrieden.

Allein am sonnigen Sonntag rechnete er mit 20.000 Menschen, die den Markt besuchten. Freilich registrierten die Geschäftsleute in den letzten Monaten einen Rückgang ihrer Geschäfte. Mit der hohen Kundenfrequenz zum Brühler Markt sei aber die Grundlage für entsprechenden Umsatz geschaffen. Vielleicht könnten Händler auch ihr Sortiment überdenken, wenn ihre Geschäfte nicht liefen, regte Pohl an.