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Für Erhalt der DemokratieInitiative hofft auf mehr als 2000 Menschen bei Demo in Brühl

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Zu sehen sind Demonstranten, die Plakate hochhalten.

Viele Menschen kamen im Januar 2024 zur Demonstration gegen Rechtsextremismus in Brühl. 

Zum dritten Mal stellt die Initiative „Gemeinsam für Brühl“ eine Demonstration in der Schlossstadt auf die Beine. So soll zur Wahl demokratischer Parteien ermuntert werden.

Rechtzeitig für der Kommunalwahl am Sonntag, 14. September, will die Initiative „Gemeinsam für Brühl“ noch einmal ein Zeichen setzen und zur Abgabe der Stimme an demokratische Parteien ermuntern. Unter dem Motto „Vielfalt. Respekt. Menschenwürde. – Deine Stimme für unsere Demokratie!“ soll am Freitag, 5. September, 18 Uhr, ein Demonstrationszug vom Balthasar-Neumann-Platz bis zum Rathaus an der Uhlstraße durch die Stadt ziehen.

„Wenn 2000 bis 3000 Menschen dabei sein würden, wäre es toll“, sagt Susanne Bourier, die zu den Organisatoren zählt. Ein erstes Ziel, das macht sie deutlich, habe man aber bereits erreicht. „Es ist uns gelungen, die Veranstaltung auf eine breite Basis zu stellen. Vereine, Parteien und Kirchen unterstützen unseren Aufruf“, sagt sie. Angesichts unterschiedlicher Interessen und Positionen sei das ein Erfolg. „Dass in einer Stadt geschafft zu haben, in der zeitweilig im politischen Diskurs mit harten Bandagen gekämpft wird, macht uns stolz“, so Bourier mit Blick auf die lange Unterstützerliste, die ihre Initiative auf der Homepage veröffentlicht hat.

Parteien, Kirchen und Vereine unterstützen die Demonstration in Brühl

Neben den demokratischen Parteien sind auch Kirchen, das Islamische Gemeindezentrum, Hospizverein, der Schachklub Brühl und der Kletterwald Schwindelfrei dabei. „Das Bewusstsein ist gewachsen, dass wir an einem Wendepunkt stehen, dass Demokraten zusammenstehen müssen“, sagt sie.

Bourier kann auf einige Erfahrung zurückgreifen. Im Januar und im März 2024 stellten sie und ihre Mitstreitenden schon Demonstrationen auf die Beine. Anlass war damals die Veröffentlichung einer Recherche über ein Treffen von Rechtsextremisten in einer Villa in Potsdam im November 2023. Dort war über Wege gesprochen worden, Menschen mit Migrationsgeschichte zur Auswanderung zu drängen. „Damals wurden die Demonstrationen getragen von einer Welle der Empörung über diese Machenschaften“, schaut Bourier zurück.

Die Resonanz der ersten Veranstaltung überraschte dann selbst die Macher. Ursprünglich waren 300 Teilnehmer angekündigt worden, später hieß es dann von den Behörden, 2500 bis 3000 Menschen seien dabei gewesen. Das Organisationsteam schätzte sogar, dass etwa 5000 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder gekommen waren. Bei der Zweitauflage im März gingen erneut 1300 Menschen auf die Straße.

Eine Veränderung ist nun geplant: Es wird keine Reden geben. „Wir glauben, die Leute wollen nicht so viele Redebeiträge hören, gerade jetzt im Wahlkampf. Daher wird es lediglich etwas Musik geben“, erklärt Bourier.

Sie sieht die Demokratie zunehmend unter Druck. Mit der Kommunalwahl stehe die nächste Bewährungsprobe an. „Auch in Brühl und ganz NRW werden extremistische Kräfte versuchen, unsere Demokratie für ihre antidemokratischen Zwecke verächtlich zu machen und auszuhöhlen. Wir treten dieser Entwicklung entschieden entgegen“, macht die Initiative klar.

Hausbesuche kommen bei den meisten Bürgern gut an

Bourier und weitere rund zehn Mitglieder von „Gemeinsam für Brühl“ belassen es aber nicht bei er Organisation des einen Events. Derzeit gehen sie zu zweit oder dritt von Haustür zu Haustür, um Menschen zur Teilnahme an der Wahl zu bewegen. „Wir werben nicht für eine Partei, sondern für die Demokratie“, betont sie. Großenteils stoße man auf positive Reaktionen. „Die direkte Form der Ansprache kommt gut an. Gerade bei jüngeren Menschen. Viele sind froh über ein wenig Aufmerksamkeit“, hat sie festgestellt.  Daher wolle man dieses Vorgehen bis zur Wahl beibehalten.