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Teigtaschen in fünf VariantenAm Brühler Stadtrand gibt es nun authentische tibetanische Kost

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Zu sehen ist Gastronom Suolangzelan, der tibetische Teigtaschen in seinen Händen hält.

Der gebürtige Tibetaner Suolangzelan, genannt „Teki“, will seine Gäste für Momos begeistern. Die gefüllten Teigtaschen sind eine Spezialität aus seiner Heimat.

Gastronom Suolangzelan, genannt Teki, ist in Tibet in einer Nomadenfamilie aufgewachsen, die mit Yaks und Pferden umherzog.

Ein wenig Ruhe habe er gesucht und am Rande von Pingsdorf gefunden, sagt Suolangzelan, den alle nur „Teki“ nennen. Nachdem er mit dem Aufbau und Betrieb von Restaurants in Bonn und Köln intensive, geschäftige Zeiten erlebt habe, sei das gut gewesen, so der 38-Jährige.

Statt inmitten der Großstadt auf Straßen und Häuser zu schauen, kann er nun wenige Schritte von seiner neuen Wirkungsstätte an der Maiglerstraße 69 die Blicke über Felder und Bäumen schweifen lassen und entspannt durchatmen. „Die Landschaft ist schön hier“, sagt er über den unmittelbar am Villewald gelegenen Ausläufer des Brühler Stadtteils.

Die Rezepte stammen von der Großmutter und vom Vater

Er weiß aber auch um die Schwierigkeit, außerhalb des Zentrums Kundschaft zu gewinnen. Zufällig kommt kaum jemand an seiner Gaststätte „Kleiner Herd, großes Feuer“ vorbei. „Aber wer einmal da war, kommt wieder“, hält er dagegen. Die Kritiken, die sein Lokal seit der Eröffnung Ende 2025 online erhält, geben ihm Recht. Offenbar gefällt der hungrigen Kundschaft die kleine Karte von Speisen, die getrost als authentisch bezeichnet werden dürfen.

Teki bietet ausschließlich Momo an. Das sind tibetanische Teigtaschen, die allesamt von Hand gefertigt und gefüllt werden. Gelernt hat er die Rezepte noch in Tibet. „Ich habe es mir von seiner Großmutter und meinem Vater abgeschaut“, betont er. Bis vor elf Jahren hat Teki in der alten Heimat gelebt. Aufgewachsen ist er dort als Teil einer Nomadenfamilie, die mit Yaks, einer asiatischen Rinderart, und Pferden umherzog. „Ich bin fortgegangen, um etwas von der Welt zu sehen“, erklärt er.

Die Menschen im Rheinland von den Vorzügen der tibetanischen Küche zu begeistern, ist seine zweite Mission geworden. Traditionell werden die Teigtaschen in Bambusschalen gedämpft und mit den Fingern gegessen. „Man hält sie zwischen den ersten drei Fingern, beißt ein kleines Loch hinein, um den aromatischen Saft zu schlürfen, und taucht sie anschließend in Soja- oder Chilisauce“, lautet der Weg zum Genuss.

Selbstverständlich geht es auch mit Besteck. Fünf unterschiedlich Sorten Momo bietet er an. Rind, Schwein, Lamm, Shiitake-Pilze oder Kartoffeln bilden mit Frühlingszwiebeln, Paprika und veganer Butter die Füllung der Tasche aus handgerolltem Weizenteig.

Zu sehen ist das Gebäude, das das Restaurant beherbergt.

Im einstigen Haus Danz hat nun das Restaurant „Kleiner Herd, großes Feuer“ seine Bleibe.

Die Preise für einen Fünferpack variieren von elf bis 14 Euro. Wer sich nicht entscheiden kann, greift zum Kombipaket. Gurkensalat und Kimchi (je 5 Euro) und ein Dessert aus Bio-Gerstenmehl mit veganer Butter und braunem Zucker vervollständigen die Speisekarte. „Alles ist hausgemacht“, betont der Selfmade-Koch. Eine kleine Karte mit Gerichten, die frisch sind und die Gäste überzeugen, sei ihm wichtiger als ein breites Angebot. Dieses Konzept habe zuletzt auch im Momos Empire in der Kölner City funktioniert, das nun von einem Freund geführt wird.

Den Weg nach Pingsdorf gefunden hat der 38-Jährige über ein Online-Inserat. Dort wurde er auf das einstige „Haus Danz“ aufmerksam, das für gutbürgerliche Küche stand und eine längere Zeit Weile leer stand. Nun will Teki dort einen neuen kulinarischen Akzent setzen. Das Restaurant „Kleiner Herd, großes Feuer“ öffnet mittwochs bis sonntags von 16 bis 21 Uhr.