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Stadt will Route übernehmenTempo 30 für die Bonnstraße in Brühl rückt näher

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Zu sehen ist ein Radler, der entlang einer Straße fährt.

Auf der Bonnstraße in Brühl-Schwadorf dürfte in Zukunft Tempo 30 gelten.

Noch hat der Kreis das Sagen bei der Gestaltung der Strecke durch Schwadorf, das soll sich ändern.

Auf der Bonnstraße in Brühl-Schwadorf dürfte es in Zukunft ruhiger zugehen und Tempo 30 gelten. Diesen Ausblick legen jedenfalls die Einschätzungen von Politik, Verwaltung und des Verkehrsexperten Hans-Rainer Runge nahe. Es sei die Zeit gekommen, die Straße herabzustufen, erklärte Letzterer bei der Vorstellung seiner Analyse der Verkehrssituation in dem südlichen Stadtteil.

Bislang ist die Route eine Kreisstraße, dient dem Durchgangsverkehr. Rund 5000 Autofahrer nutzen täglich die Straße, 3200 davon durchqueren das 1900 Einwohner zählende Schwadorf ohne Stopp. „Die Bonnstraße ist das Hauptproblem des Stadtteils durch die hohe Verkehrsbelastung und ihre trennende Wirkung“, so Runge. Zudem werde insbesondere auf dem südlichen Abschnitt häufig zu schnell gefahren.

Zustimmung von Kreis und Bezirksregierung gilt als wahrscheinlich

Die Lösung soll eine Herabstufung der Straße in ihrem Status und ein damit verbundener Wechsel der Zuständigkeit bringen. Weil umliegende Straßen – insbesondere die Alte Bonnstraße und die Otto-Wels-Straße – die Funktion der Strecke durch Schwadorf als überörtliche Route übernehmen können, erscheint der Wandel von der Kreisstraße zu einer Gemeindestraße möglich. Dann hätte die Stadt dort das Sagen. Dafür müssten Rhein-Erft-Kreis und Bezirksregierung mitspielen, was aber für wahrscheinlich gehalten wird.

Sobald die Stadt Regie führt, kann die bisherige Durchgangsstraße umgestaltet werden. Angedacht ist es, durchgängig Tempo 30 festzulegen. Dies sei ihr „eine Herzensangelegenheit“, erklärte CDU-Ratsfrau Pia Regh, die in Schwadorf zu Hause ist. „Es besteht erheblicher Handlungsbedarf. Daher freue ich mich über die Vorschläge“, sagt sie mit Blick auf die Forderung nach einer Geschwindigkeitsreduzierung, die bereits seit einigen Jahren im Raum steht.

Experte Runge hat errechnet, dass bei reduzierter Höchstgeschwindigkeit die Nutzung um rund 2000 Fahrzeuge täglich sinken würde. Weil sich die Fahrtzeit für Durchreisende jedoch nur um eine Minute verringert, bliebe die Strecke noch recht attraktiv. „Nur Tempo 30 einzuführen, reicht also nicht“, betont er. Zusätzlich rät er zu Fahrbahneinengungen durch Parkplätze, neue Querungshilfen und ein Aus der Freigabe des Bürgersteigs für den Radverkehr. Drahtesel sollen stattdessen über die Straße rollen – allerdings ohne Schutzstreifen. Dafür ist die Bonnstraße zu schmal.

Damit würde es dort künftig keine Konflikte von Fußgängern und Radlern mehr geben, so Runge, der zudem rät, die Verbindung der Straße An Hornsgarten an die Alte Bonnstraße zu erhalten, aber deren Verkehrsberuhigung auszuweiten. Denn auch auf der Straße An Hornsgarten wird trotz der dortigen ansässigen Kita laut erfolgter Messungen zu schnell gefahren.

Henning Korte vom Fachbereich Mobilität und Verkehr der Stadt erklärte, Runges Analyse sei „Grundlage für alles, was kommt“, man werde nun einen Vorschlag für den Kreis erarbeiten, dann sei die Bezirksregierung am Zug und dann werde man auch „die Bürger mitnehmen“. „Ich habe jedoch keine Erfahrung, wie lange es dauern wird“, so Korte.