Wie eine Parkkarte mit falscher Adresse doch den richtigen Weg nach Brühl fand - DANKE POST
Glosse über die Deutsche PostEiner von 40 Millionen ging doch noch nach Brühl

Mehrere Millionen Briefe werden täglich im Postverteilzentren in Deutschland sortiert.
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Wer behauptet, die Deutsche Post mit ihrem schwarzen Horn auf gelbem Grund sei ein unnahbarer Großkonzern ohne Herz, hat die Rechnung ohne meinen Kollegen gemacht. Der verbringt derzeit seinen Urlaub bei steifer Brise und Fischbrötchen an der schönen Schlei. Eigentlich die perfekte Kulisse für maximale Tiefenentspannung. Wäre da nicht diese eine, winzige Sache mit der Parkkarte gewesen.
Was war passiert? Eine neue Kollegin brauchte dringend einen Parkplatz. Der Kollege, hilfsbereit wie immer, wollte ihr für seine Urlaubszeit seine Parkkarte überlassen. Ein nobler Akt kollegialer Hilfe! Doch gerade schon im schleswig-holsteinischen Urlaubsmodus angekommen, mutierte die Aktion zur logistischen Herausforderung. Er steckte die weiße Plastikkarte in einen weißen Briefumschlag, kritzelte Adresse und klebte Marke drauf und ab ging die Post. Kein Anschreiben, kein Absender – einfach nur ein Stück Plastik in einem adressierten Papierumschlag.
Kaum war die Klappe des Briefkastens gefallen, passierte das, was man landläufig als akuten Schockmoment bezeichnen würde. Das Gehirn des Kollegen schaltete sich schlagartig wieder auf Arbeitsmodus: „Falsche Adresse!“
Es folgte ein panischer Anruf bei der Post, der irgendwo zwischen Atemnot und hysterischem Flehen changierte. Die Postmitarbeiter am Telefon blieben verständlicherweise erst einmal realistisch. Die mathematische Chance, diesen einen, völlig anonymen Umschlag ohne Absender aus der täglichen Flut von 40 Millionen Briefen zu fischen? Sagen wir es so: Ein Millionengewinn beim Lotto ist realistischer.
Doch die Post bewies echten Detektivgeist und strafte alle gemeinen Witze über den vermeintlich trägen „gelben Riesen“ Lügen. Irgendwo zwischen ratternden Sortiermaschinen und gelben Stapelkisten muss eine moderne „Christel von der Post“ ihre Augen auf Röntgenblick gestellt und die Ärmel hochgekrempelt haben. Und das Unmögliche geschah: Der Umschlag wurde tatsächlich innerhalb von zwei Tagen aus dem gigantischen Papiergebirge herausgefischt, manuell mit der neuen Brühler Adresse versehen und auf die richtige Reise geschickt.
Das Ergebnis grenzt an ein logistisches Wunder. Die Kollegin parkt nun in Brühl, und der Kollege kann an der Schlei endlich tief und sorgenfrei durchatmen. Die Moral von der Geschicht': Vertraue der Post, denn sie weiß anscheinend auch dann, wo du arbeitest, wenn du es selbst kurz vergessen hast.
