Neben dem Leitungsbau wurde die Kläranlage in Elsdorf modernisiert, um etwa 1400 Kubikmeter Wasser täglich zu reinigen.
11,4 Millionen Euro investiertKlärwerk in Elsdorf reinigt nun auch Abwasser aus Rödingen

Per Buzzer setzten (v.l.) Erftverband-Vorsitzender Heinrich Schäfer, Bürgermeister Andreas Heller und Abwasser-Bereichsleiter René Düppen die erweiterte Kläranlage am Elsdorfer Fließ bei Desdorf in Gang.
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Im Klärwerk auf dem Gebiet der Aparten Höfe zwischen Desdorf und Ohndorf wird nicht nur das Abwasser aus Elsdorf geklärt, sondern jetzt auch das aus Rödingen. Der Erftverband hat die Klärung gebündelt in die erweiterte Anlage in Elsdorf und die in Rödingen stillgelegt.
Mit vereintem Druck auf den Buzzer setzten Erftverbands-Vorstand Heinrich Schäfer, Abwasserbereichsleiter René Düppen und Bürgermeister Andreas Heller die ertüchtigte Anlage unweit des Elsdorfer Fließes in Gang. Langsam kommen die drei großen, 70 Zentimeter dicken archimedischen Schrauben, die das Abwasser nach antikem Vorbild aus dem Sammler über zehn Meter in die Klärbecken heben, in Bewegung.
Die Abwässer aus Rödingen haben dann schon acht Kilometer hinter sich. So lang und bis zu 20 Zentimeter dick ist das Rohr, das nach rund anderthalbjähriger Bauzeit von Rödingen über eine dort neu gebaute Pumpstation und die erweiterte Pumpe bei Niederembt nach Desdorf führt. Die Oberembter mögen sich noch erinnern, dass die Jülicher Straße nach Bettenhoven lange Zeit gesperrt war wegen der Tiefbauarbeiten.
Elsdorf: 80 Prozent des Geldes stammt aus Fördermitteln
Insgesamt 11,4 Millionen Euro hat der Erftverband investiert, 80 Prozent davon aus EU- und Landesförderung, wie Düppen erläuterte. Neben dem Leitungsbau wurde die Kläranlage in Elsdorf modernisiert. So wurde die elektrische und maschinelle Ausrüstung der biologischen Reinigungsstufe umfassend erneuert, um etwa 1400 Kubikmeter Wasser täglich zu klären und gereinigt in das Elsdorfer Fließ abzuleiten. „Weil das Fließ nur wenig Wasser führt, ist eine hohe Sauberkeit gefordert“, sagt Schäfer. Zudem wurde ein Blockheizkraftwerk errichtet, das, aus Faulgasen der Kläranlage gespeist, nahezu den kompletten Strom und zudem Prozesswärme für die Anlage liefert. „Das steigert die Energieeffizienz deutlich“, wie Schäfer hervorhob.
Nötig geworden ist Baumaßnahme, weil die Titz-Rödinger Kläranlage für nur 2000 Einwohner nicht wirtschaftlich war und zudem in die Jahre gekommen ist. Auch der Finkelbach bekam so wenig Wasser ab, „dass er meist schon nach ein paar hundert Metern wieder trockenfiel“, wie Schäfer erläuterte. Daher sei die Stilllegung „wasserwirtschaftlich unbedeutend“. Nach einem Umbau vor gut 25 Jahren war die Rödinger Anlage laut Schäfer die weltweit erste mit Membranbelebungstechnik. Der Energieverbrauch dafür sei dem Verband aber schließlich zu hoch und die Effizienz zu niedrig geworden. „Wir wollen, so unser Masterplan, im gesamten Verbandsgebiet mehrere kleine Anlagen stilllegen als Schritt in die Zukunft und mit Blick auf höhere Anforderungen an ein Klärwerk“.
Die Kosten für Rohrleitung und Abwasserklärung werden laut Schäfer bei Gruppenklärwerken, wie dem in Elsdorf, auf die angeschlossenen Kommunen über die Umlage anteilig verteilt, sagte Schäfer. Im jüngsten Bauausschuss konnte die Stadtverwaltung auf eine Anfrage eines Ratsmitglieds keine Auskunft darüber geben trotz mehrmaliger entsprechender Nachfragen beim Erftverband, wie es hieß.
