ErftstadtBrunnensanierung in Liblarer Schlosspark muss weiter warten

Genau im Schnittpunkt der zentralen Sichtachse zwischen Schloss und der Herkulesfontäne steht in der Mitte des Gartenparterres der Brunnen, der seit 2019 nicht mehr sprudelt.
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Erftstadt-Liblar – Alles war schon vorbereitet, der Ausschuss für Stadtentwicklung hätte nur noch zustimmen müssen. Die Stadt wollte den Springbrunnen in der zentralen Sichtachse des schmucken Gartenparterres im Liblarer Schlosspark Gracht sanieren lassen. Der Ausschuss aber lehnte ab.
Seit langem sprudelt der Brunnen nicht mehr, weil das Becken undicht und das ganze Bauwerk samt der Wasserleitung marode ist. Ein umfangreiches Gutachten hatte die Kosten für die Sanierung auf knapp 200.000 Euro beziffert. Ein Zuschuss des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) in Höhe von knapp 60.000 Euro war schon zugesagt.
„Sehr hohe denkmalpflegerische Bedeutung“
Die Stadt arbeitet eng mit der Abteilung Gartendenkmalpflege des LVR zusammen, um das historische Erbe der gesamten Anlage zu erhalten oder wiederherzustellen. Nach Angaben des LVR und einer hinzugezogenen Architektin besitzen insbesondere die Brunnenanlagen „eine sehr hohe denkmalpflegerische Bedeutung zur Bewahrung beziehungsweise zur Wiederherstellung des historischen Gesamtzusammenhangs des Parterres und seiner Wasserkünste“.
Baudezernentin Monika Hallstein erklärte dazu in der Beschlussvorlage für den Ausschuss: „Von den historischen Wasserspielen entlang der Querachse der barocken Gartenanlage des 18. Jahrhunderts ist nur noch der mittlere Brunnen im Parterregarten erhalten sowie die dahinterliegende Herkulesfontäne als dominanter Endpunkt.“ Dadurch, dass der mittlere Brunnen wegen Undichtigkeiten des Beckens seit Frühjahr 2019 außer Betrieb sei, sei auch die Gestaltungsidee der Sichtachse mit den beiden hintereinanderliegenden Fontänen nicht mehr ablesbar.
LVR empfiehlt Sanierung
Der LVR empfehle daher, den Brunnen zu restaurieren und zu sanieren. Zudem entspreche das Brunnenbecken aus Beton nicht den heutigen technischen Anforderungen und sei überdies undicht.
Leitziel für die angedachte Sanierung ist der Zustand der Brunnenanlage, wie er in den historischen Fotografien 1914 bis 1930 festgehalten ist. Das in leichter Wölbung gestaltete Rosenbeet, dass den Brunnen umgibt, soll ebenfalls wieder angelegt werden. Der an dieses Beet anschließende Rundweg soll nach dieser Planung verbreitert werden.
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Die Fraktionen im Ausschuss konnten sich für eine Sanierung aber nicht begeistern. In dieser Zeit nach der Flutkatastrophe gebe es in Erftstadt andere Probleme, argumentierten Sprecher der Fraktionen übereinstimmend. Die Stadt solle beim LVR anfragen, ob der bewilligte Zuschuss ins nächste Jahr verschoben werden könne.
Zudem solle die Stadtverwaltung beim Betreiber der Klinik auf Schloss Gracht anfragen, ob dieser sich als Sponsor an den Sanierungskosten des Brunnens beteiligen würde.



