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Siedlungsentwässerung in BlessemErftverband baut in Erftstadt eine Regenbehandlungsanlage

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Zu sehen ist die Ortschaft Blessem von oben.

Die Arbeiten betreffen die Radmacher Straße auf Höhe der Burg Blessem und die Rückseite der Grundstücke der Frauenthaler Straße 106 bis 114.

Neubau Regenbehandlungsanlage Erftstadt-Blessem: Erftverband informiert über anstehende Baumaßnahme.

Der Erftverband plant in Erftstadt-Blessem, den letzten Teilabschnitt der Siedlungsentwässerung in der Radmacher Straße wiederherzustellen. Das teilt der Verband mit. Die Arbeiten sollen im September oder Oktober dieses Jahres beginnen. Sie dauern voraussichtlich bis zum Sommer 2029, so der Erftverband. Bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 waren dort massive Schäden entstanden.

Künftig soll das Schmutzwasser aus der südlichen Ortschaft zur Kläranlage Erftstadt-Köttingen abgeleitet werden. Bei Bedarf kann das Abwasser in einem Regenrückhaltebecken unterirdisch zwischengespeichert werden. Dabei handelt es sich laut dem Erftverband um eine Regenbehandlungsanlage. In solchen Anlagen kann Regenwasser gereinigt und zwischengespeichert werden.

Das Regenwasser aus dem nördlichen Gebiet soll über die neue Einleitung in eine neu zu errichtende Flutmulde Richtung Erft geleitet werden. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Abschnitten und betreffen die Radmacher Straße auf Höhe der Burg Blessem und die Rückseite der Grundstücke der Frauenthaler Straße 106 bis 114.

Blessem: Rückhaltebecken für Mischwasser

Im Bereich der intakt gebliebenen, durch die Flut nicht beschädigten Fläche wird ein Rückhaltebecken für Mischwasser und die Ableitung des gesammelten Regenwassers gebaut, wie weiter mitgeteilt wird. Dafür ist eine Baugrube vonnöten, die auf drei Seiten mit Böschungen stabilisiert wird. Die vierte Seite, die zur Bebauung der Frauenthaler Straße gerichtet ist, wird mit einer Trägerbohlwand mit Verankerung gesichert.

Zudem entstehen neue Einleitpunkte für Regenwasser, die nicht zur Kläranlage geleitet werden und an den bestehenden Kanal angebunden werden. Die Wassermengen sollen künftig über die neue Flutmulde im aufgefüllten Bereich Richtung Erft fließen. Die Radmacher Straße wird im Kurvenbereich an der Burg für die Bauarbeiten gesperrt. Der Verkehr wird umgeleitet. Nach der Inbetriebnahme des neuen Rückhaltebeckens wird das provisorische Folienbecken zurückgebaut.

Eine zentrale Rolle spielt der aufgefüllte Boden für die Flutmulde. Er müsse bestimmte Anforderungen an die Belastbarkeit erfüllen, so der Erftverband. Nach der Fertigstellung der Anlagen und der Flutmulde ist eine Setzungszeit von zwölf Monaten vorgesehen. Danach soll zur Herstellung der Aue der Umschluss durchgeführt und das provisorische Regenwasserbecken zurückgebaut werden. Die Unterbrechung ist Teil der Bauzeit, die voraussichtlich bis zum Jahr 2029 dauert.

Zu Beginn der Arbeiten bietet der Erftverband eine Begehung der Gebäude im Baustellenbereich durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen an. So sollen mögliche Schäden an Gebäuden, die während der Arbeiten entstehen könnten, später eindeutig zugeordnet werden können.

Die jeweiligen Bauabschnitte und Sperrungen werden einige Tage vorher per Posteinwurf angekündigt, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Umleitungen werden ausgeschildert. Das Verkehrskonzept ist laut dem Erftverband mit der Stadt abgestimmt. Anlieger, die auf einen Fahr- oder Pflegedienst angewiesen sind, sollen sich frühzeitig beim Verband melden, um gemeinsam eine Lösung zu finden. „Leider lassen sich Unannehmlichkeiten im Rahmen des Fortschritts der Bauarbeiten nicht immer vermeiden“, heißt es seitens des Erftverbands. Dafür bittet er um Verständnis.