Ein Fest der Vielfalt – und ein Schritt für das Begegnungshaus
Fest der VielfaltIn Erftstadt-Blessem entsteht „dat Hätz“ der Gemeinschaft

Auf dem 14. Kulturellen Fest der Vielfalt in Erftstadt wurden anatolische Tänze präsentiert.
Copyright: Kathrin Höhne
Gesang, Tanz, Gespräche und türkische Köstlichkeiten gab es am Samstag auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft für Menschen mit Fluchterfahrung an der Radmacherstraße 50. Dort wurde das 14. Fest der Vielfalt gefeiert – von Erftstädterinnen und Erftstädtern, Geflüchteten und zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich seit Jahren für das Miteinander engagieren. In diesem Jahr stand das Fest unter dem Motto „Vielfalt Türkei – Farben Anatoliens“.
„Begegnung verbindet und Vielfalt bringt Menschen zusammen“, sagte Stadtkämmerer Dirk Knips zur Eröffnung. Organisiert wurde das Fest von der Abteilung Migration und Integration, der Jugendberatung Mobilé und dem GIVE-Verein aus dem Rhein-Erft-Kreis mit weiteren Netzwerkpartnern. Auf der Bühne gab es traditionelle türkische Musik, anatolische Tänze und Theater, auf der Wiese unter anderem einen Basar, einen Kalligrafie-Workshop und türkische Spezialitäten. „Die Menschen hier sind so herzlich und gastfreundlich. Man wird überall mit einem Lächeln empfangen“, sagte Kerstin Hellinghausen. Melanie Meiger fand: „Hier kommt der Urlaub zu mir.“

Erftstädter Engagierte der Flüchtlingshilfe, der Kirchengemeinden, der Stadt und Kölner Rote Funken wollen zusammen ein Begegnungshaus und damit ein Ort der Vielfalt schaffen.
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Und mittendrin gab es einen Moment, der weit über das Fest hinauswies: Die Roten Funken aus Köln übergaben der Stadt Erftstadt den Bauantrag für das geplante Begegnungshaus an der Radmacherstraße. Ehrenpräsident Heinz-Günther Hunold unterzeichnete den bereits digital vorliegenden Antrag symbolisch noch einmal auf Papier und überreichte ihn dem technischen Beigeordneten Dirk Schulz.
Damit wird aus einer Idee, die auf die Flutkatastrophe zurückgeht, ein konkretes Bauprojekt. Die Roten Funken hatten sich nach der Flut unter dem Leitbild „Mer losse keine im Rähn stonn“ für die betroffenen Menschen eingesetzt und unterstützten den Wiederaufbau der neuen, höhergelegten und flutgeschützten Wohn- und Verwaltungsanlage, dem der Bau eines neuen Begegnungshauses - „dat Hätz“ der Anlage – folgen sollte. Anfang 2025 gründeten dafür die Funken zusammen mit der Stadt und dem ökumenischen Arbeitskreis Flüchtlingshilfe den Trägerverein „Begegnungsstätte Rote Funken / Radmacherstraße“.
Geplant ist ein Haus auf Stelzen
Das offene, transparente, auf Stelzen geplante Haus soll Raum für Hausaufgabenbetreuung, Sprach- und Kochkurse, Beratungen, Nachbarschaftstreffen und Veranstaltungen bieten, erklärte Architekt und Roter Funke Ulrich Schlüter vor Ort. Auch für Krisen- und Katastrophenfälle soll es genutzt werden können. Die Fertigstellung soll in 2027 erfolgen. Die Baukosten liegen bei rund 500.000 Euro. Die Stadt übernimmt 250.000 Euro, weitere Mittel stammen aus Spenden. Mit einer jüngsten Spende von Remondis sei die Finanzierung gesichert, verkündete mit großer Freude Heinz-Günther Hunold.
Beim Fest übergaben Helga Berbuir, Monika Callsen und Ben Keßler stellvertretend für seine verstorbene Mutter Monika Keßler symbolisch den Staffelstab an die Roten Funken. Alle drei wurden für 35 Jahre ehrenamtliches Engagement und ihren Einsatz von Anfang an an der Radmacherstraße geehrt.
Auch der Lions Club Voreifel würdigte Helfende: Präsident Thomas Schmidt übergab den Preis „Helfende Hand im neuen Land“ an die Familien Srac, Duman und Sekerci. Ihre Mitglieder unterstützen geflüchtete Menschen bei der Ankunft in Deutschland. „Es sind Menschen, die zuhören, begleiten, erklären, Mut machen und Türen öffnen“, sagte Schmidt.
