Für das Gesamtprojekt und den Neubau der Schule sind rund 60 Millionen Euro vorgesehen. Sie soll in einem Interimsgebäude im August 2028 starten.
60 Millionen EuroDer Start der neuen Gesamtschule in Frechen verschiebt sich um ein Jahr

Das 1959 erbaute IB-Gebäude soll abgebrochen werden, um Platz für einen Neubau zu schaffen.
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Mit einem ehrgeizigen Terminplan hatte der Rat im Rahmen des neuen Schulentwicklungsplans und des Masterplans Schulbau die Gründung einer Gesamtschule in Frechen beschlossen. Der Start der vierten weiterführende Schule – neben Gymnasium, Real- und Hauptschule – war ursprünglich einmal für August 2025 angedacht. Dann aber wurde klar, dass sie erst zum Schuljahr 2027/28 ihren Betrieb aufnehmen solle. Nun muss auch dieser Termin um ein Jahr verschoben werden, die Gesamtschule soll jetzt am 1. August 2028 starten. Für das Gesamtkonzept und den Neubau der Schule sind im Nachtragshaushalt rund 60 Millionen Euro vorgesehen.
Für die Gründung der Gesamtschule wurden im Stadtgebiet mögliche Standorte geprüft, zur Zeit wird die Zirkuswiese an der Lindenstraße favorisiert. Klar ist, dass die Schule bis zur Fertigstellung des aufwendigen Neubaus an einem Interimsstandort untergebracht werden muss. Dafür wurde ein Grundstück an der Straße Zum Kuckental ausgewählt.
Frechen: Keine zeitlichen Puffer und noch nicht geklärte Punkte
Anfangs ging die Verwaltung davon aus, dass das dortige Gebäude, in dem unter anderem der Internationale Bund (IB) untergebracht war, genutzt werden könnte. Inzwischen steht fest, dass es abgebrochen und ein Interimsgebäude neu gebaut werden muss. „Die Terminplanung für den Abriss sowie die Fertigstellung und Nutzbarkeit des Neubaus mit Blick auf das bisher angestrebte Gründungsjahr 2027/28 ist terminlich äußert risikobehaftet“, teilt die Stadt mit. Es würden keine zeitlichen Puffer bestehen und es gebe noch ungeklärte Punkte, unter anderem mit dem Netzbetreiber zur Stromversorgung. Das Interimsgebäude soll später dann voraussichtlich von der sanierungsbedürftigen Realschule genutzt werden.
Ein Schulstart braucht Verlässlichkeit. Statt einen Termin auf Kante zu fahren, schaffen wir klare und belastbare Rahmenbedingungen – für Eltern, Schulen und vor allem für die Kinder
Zudem würde so eine enge Terminplanung bei weiteren Verzögerungen durch Bomben- oder archäologische Funde sowie Schwierigkeiten bei Ausschreibungen oder Lieferverfahren in einem laufendem Genehmigungsprozess der Schule oder im späteren Anmeldeverfahren zu erheblichen Problemen führen.
„Ein Schulstart braucht Verlässlichkeit. Statt einen Termin auf Kante zu fahren, schaffen wir klare und belastbare Rahmenbedingungen – für Eltern, Schulen und vor allem für die Kinder. Mit der Arbeit am Schulgründungskonzept intensivieren wir unsere Vorbereitungen für eine erfolgreiche Gesamtschulgründung“, erläutert Andreas Pöttgen, Beigeordneter der Stadt Frechen und Schuldezernent.
Das Gründungsverfahren wird nun auf Ende 2026/Anfang 2027 verschoben werden. Ein Informationsabend für Eltern ist für März 2027 vorgesehen, die Befragung von Eltern von Zweit- und Drittklässlern ist für April/Mai 2027 geplant. Bis Ende Oktober 2027 soll dann der Antrag bei der Bezirksregierung gestellt werden, deren Entscheidung für bis Januar 2028 erwartet. Anfang 2028 soll bei einem positiven Entscheid das Anmeldeverfahren sowie die pädagogische Vorbereitung des ersten Schuljahres der Gesamtschule starten und die Personalentscheidungen fallen.
Das Modul-Bauprojekt Interimsgebäude soll unverändert weiterlaufen und terminlich nicht verschoben werden. Eine frühzeitige Fertigstellung soll einen ausreichenden Puffer zur Ausstattung, Inbetriebnahme und Bezug des Gebäudes gewährleisten, so die Stadt. Auch das Bauleitverfahren für den Neubau der Gesamtschule soll „unverändert weiterverfolgt“ werden.

