Aufgrund der angekündigten Sparmaßnahmen der Stadt stehe die DLRG unter Kostendruck und könne den Schulen nicht weiter beim Schwimmunterricht helfen.
Eltern in SorgeDLRG in Frechen muss Unterstützung beim Schulschwimmen aussetzen

Die Eltern von Schulkindern sorgen sich in Frechen um den Schwimmunterricht. (Symbolbild)
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Frechener Eltern sind in großer Sorge: Sie fürchten um die Qualität und die Sicherheit des schulischen Schwimmunterrichts. Hintergrund ist, dass die DLRG Ortsgruppe Frechen angekündigt hat, sie müsse ihre Unterstützung des Schulschwimmens durch Bundesfreiwilligendienstleistende (BFDler) ab August 2026 einstellen.
Frechen: DLRG droht ein Defizit von 40.000 Euro
Ursache hierfür ist die Entscheidung der Stadt, die bisherige finanzielle Unterstützung der Nutzungsgebühren für vereinseigene Übungseinheiten im Hallenbad aufgrund der desolaten Finanzlage nicht mehr weiterführen zu können – das drohende Haushaltssicherungskonzept erlaubt keine freiwilligen Leistungen. In einem Schreiben an die Schulleitungen und -pflegschaften erläutert Arezou Heuser, Leiterin der DLRG Frechen, dass dadurch der Ortsgruppe jährlich ein Defizit von rund 40.000 Euro entstehe: „Daher sehen wir uns nicht mehr in der Lage, dieses für alle Beteiligten wertvolle und für die Schulen unentgeltliche Angebot fortzuführen.“

Die Vorsitzende Arezou Heuser und ihr Stellvertreter André Füchsel (l.) nahmen Bürgermeister Uwe Tietz vor einigen Wochen als Schirmherrn in die Ortsgruppe Frechen der DLRG auf.
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Während in Frechen Vereine bei der Nutzung von Sporthallen keine Miete zahlen müssen, sind Schwimmvereine aufgrund der organisatorischen Einbindung der Bäder in den Eigenbetrieb Freizeit - und Bäderbetrieb (FUB) verpflichtet, entsprechende Entgelte zu zahlen, die bisher durch die Stadt erstattet wurden.
Der Wegfall bedeutet nicht nur für den DLRG als Hilfsorganisation einen Einschnitt, sondern wird auch im schulischen Alltag spürbar sein
Laut Harald Sczesny, Sprecher der DLRG-Ortsgruppe, haben die drei BFDler 2025 die Schulen mit insgesamt 4800 Stunden bei der Schwimmausbildung unterstützt. Er erklärt, dass sie nicht nur bei der Organisation, sondern auch ganz konkret im Schwimmbad und in den Umkleiden geholfen hätten. Gerade Kinder mit Förderbedarf hätten von einer individuellen Betreuung besonders profitiert.

Harald Sczesny ist Sprecher der DLRG-Ortsgruppe Frechen.
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„Uns ist bewusst, dass unsere BFDler in den vergangenen Jahren eine wichtige Entlastung im Schulalltag dargestellt und vielen Kindern zusätzliche Sicherheit sowie individuelle Unterstützung im Wasser ermöglicht haben“, resümiert Heuser. Der Wegfall bedeute nicht nur für den DLRG als Hilfsorganisation einen Einschnitt, sondern werde auch im schulischen Alltag spürbar sein. „Diese Entwicklung bedauern wir sehr, da uns die Förderung der Schwimmfähigkeit und Wassersicherheit von Kindern in Frechen weiterhin ein zentrales Anliegen ist.“
Gerade in Zeiten knapper Haushalte müssen Prioritäten im Sinne der Kinder und dem Bildungsauftrag der Kommune gesetzt werden.
Die Vorsitzenden der Schulpflegschaften der Stadt, Narmina Schmitz (weiterführende Schulen) und Matthias Kieser (Grundschulen), haben sich nun in einer eindringlichen zweiseitigen Stellungnahme an die Stadt gewandt und ausdrücklich ihre Unterstützung für die DLRG ausgesprochen: „Seit vielen Jahren leistet die DLRG einen unverzichtbaren Beitrag zur Schwimmausbildung unserer Kinder und damit zur Sicherheit und Bildungsqualität an unseren Schulen.“ Die engagierte Unterstützung im Schwimmunterricht stelle eine enorme Entlastung für Lehrkräfte dar und ermögliche vielen Kindern erst eine ausreichende individuelle Förderung im Wasser.
Daher würden die Schulpflegschaften die Entscheidung der Stadt Frechen ausdrücklich ablehnen. Schwimmenlernen sei kein freiwilliges Zusatzangebot, sondern Bestandteil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags. Es gehöre zur elementaren Daseinsvorsorge und sei ein wesentlicher Bestandteil zum Schutz von Kindern.
DLRG: Mitgliedsbeiträge müssen erhöht werden
Schmitz und Kaiser fordern weiter: „Gerade in Zeiten knapper Haushalte müssen Prioritäten im Sinne der Kinder und dem Bildungsauftrag der Kommune gesetzt werden.“ Auch im Rahmen eines Haushaltssicherungskonzeptes könnten und dürften Fördergelder für Maßnahmen eingesetzt werden, die unmittelbar dem Bildungsauftrag dienen. Die Unterstützung des schulischen Schwimmunterrichts erfülle diesen Zweck in besonderem Maße.
Aus diesem Grund hat sich die Frechener Ortsgruppe nicht nur an die Stadt, sondern auch an den Kreis gewandt, um eine Anerkennung des Bildungsauftrags oder der gezielten Jugendförderung zu erreichen. Noch liegen laut Sczesny keine Antworten vor.
Eine weitere„ logische und nicht gewollte Folge“ der fehlenden Zuschüsse sei, dass die Ortsgsruppe nicht nur die Mitgliederbeiträge, sondern voraussichtlich auch die Kursgebühren erhöhen müsse, berichtet er: „Wir riskieren, nicht jeder Gesellschaftsgruppe ein so wichtiges Schwimmangebot anbieten zu können.“
Auf Anfrage dieser Redaktion erklärte die Verwaltung: „Es liegt ein politischer Antrag zur Übernahme der Kosten für die schwimmtreibenden Vereine vor, der am 2. Juni im Rat beraten wird. Der politischen Beratung im zuständigen Gremium räumen wir im Moment Vorrang ein.“ Die Frechener SPD-Fraktion hat sich in einem Antrag dafür eingesetzt, dass alle Schwimmvereine weiterhin von der Miete für die städtischen Bäder entlastet werden. Sie fordert die Fortführung der bisherigen Kostenübernahme – zunächst bis zu einem rechtskräftigen Haushalt für 2026.
