Aufgrund der finanziellen Notlage musste die Stadt das Fest absagen, dank des Engagements des Aktivkreises Frechen findet es nun sogar eine Woche lang statt.
75 Jahre StadtrechteSo rettet der Aktivkreis das Jubiläums-Stadtfest in Frechen

Das neue Team des Aktivkreises (v.l.) hat viele Pläne: Walburga Maraite, Bianka Pauli, Wolfgang Höfig, Steffi Kiefer, Marianne Carrié, Peter Kurth, Michaela Schmitz-Höser und der Vorsitzende Michael May.
Copyright: Alexa Jansen
Der 2. September ist in diesem Jahr ein ganz besonderer Tag für Frechen: 1951 wurden der Kommune an diesem Datum offiziell die Stadtrechte verliehen. 75 Jahre später wollte die Verwaltung das Jubiläum eigentlich für einen niedrigen sechsstelligen Betrag mit den Bürgerinnen und Bürgern groß feiern. Doch die finanzielle Schieflage der Stadt und das aktuelle Haushaltssicherungskonzept erzwangen eine schmerzliche Absage des geplanten Festes. Nun ist die Feier aber gerettet: Der Aktivkreis Frechen orangisiert sie in Kooperation mit dem AVA-Veranstaltungsservice – und das nicht nur an dem Jubiläumsdatum, sondern eine ganze Woche lang.
„Das Fest wird die Stadt selber nun null Euro kosten“, erläutert der neue Vorsitzende des Aktivkreises, der Hotelier Michael May, stolz. Mithilfe von Sponsoren und Spenden, die zum Teil noch gesucht werden, sollen die Finanzen gesichert werden. Seinem Team und ihm sei es eine Herzensangelegenheit, etwas Schönes für die Bürgerinnen und Bürger auf die Beine zu stellen. Auch, um zeigen, dass der Aktivkreis nun wieder mit vielen neuen Ideen am Start sei und etwas in und für Frechen bewirken wolle. „Die Feierlichkeiten sollen ein Startschuss für unser Engagement sein“, so May.
Der Aktivkreis sucht noch Mitstreiter
Der Aktivkreis, ein Zusammenschluss von rund 60 Geschäfts- und Privatleuten sowie Dienstleistern in der Innenstadt hat kürzlich einen neuen Vorstand gewählt und will nun in der Stadt wieder sichtbarer werden. „Jeder, der sich für Frechen einsetzen will, ist bei uns willkommen – auch interessierte Bürger“, sagt Bianka Pauli, stellvertretende Vorsitzende.
Wir wollen die Geschichte, Kultur und Gemeinschaft der Stadt feiern und auch möglichst viele lokale Akteure einbinden, damit Frechen positiv wahrgenommen wird“
Das Konzept des Stadtfestes zum 75. Jahrestag der Stadtrechte sei bereits mit Bürgermeister Uwe Tietz abgestimmt, der sich über die Initiative sehr gefreut habe, berichtet Michaela Schmitz-Höser vom Aktivkreis. Angefangen habe alles mit der Kooperation mit dem AVA-Veranstaltungsservice, dessen Inhaber Rolf Kaus seit Jahren den Schlemmermarkt vor dem Rathaus organisiert. Auch an dem Jubiläumstag, 2. September, findet er wieder statt. „Aufgrund der Vermittlung von unserer Mitstreiterin Walburga Maraite konnten wir uns dort andocken, der Schlemmermarkt war unser Anstoß“, so Schmitz-Höser.

Zum Schlemmermarkt in Frechen lockt vor allem die Geselligkeit an langen Sommerabenden die Menschen vor das Rathaus.
Copyright: Archivbild: Rolf Kaus
Schnell sei jedoch klar gewesen, dass alle guten Ideen nicht in einen Tag passen, und das Programm sei auf eine Woche angewachsen: Mit einem großen Seniorencafé im Stadtsaal für alle, die 75 Jahre und älter sind, soll die Festwoche nun am Montag starten. An den anderen Tagen sind historische Stadtführungen, Vorträge, Filmvorführungen, Ausstellungen, eine Tombola und Mitmachaktionen geplant. Den Abschluss bildet das Fest der Nationen am Samstag, 5. September. Als Partner konnten bereits die Volkshochschule, das Lindentheater und das Keramion gewonnen werden. Insbesondere die Frechener Vereine und Schulen sollen zudem noch als Teilnehmer angesprochen werden.
Frechen: Das Wahrzeichen der Stadt, der Bartmannskrug soll gefeiert werden
„Wir wollen die Geschichte, Kultur und Gemeinschaft der Stadt feiern und auch möglichst viele lokale Akteure einbinden, damit Frechen positiv wahrgenommen wird“, sagt Michael May. Das Wahrzeichen der Stadt, der Bartmannskrug, ziehe sich als roter Faden durch die Festwoche. Unter anderem seien in Zusammenarbeit mit den Werkstätten des Christlichen Jugenddorfes (CJD) elf rund 1,50 Meter große und 50 rund 20 Zentimeter hohe Bartmannskrüge aus Holz entstanden. Diese sollen verlost und dann künstlerisch bearbeitet werden. Am Mittwoch, 2. September, sollen die Werke prämiert und auf einer Auktion versteigert werden.
„Wichtig ist uns: Unser Herz schlägt für Frechen und die Bürger“, so Schmitz-Höser. „Unser Motto ist: Wir für Frechen, gemeinsam für unsere Stadt.“
