Drogenkurier zu drei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Der 45-Jährige provozierte im Oktober 2025 eine halsbrecherische Verfolgungsjagd.
Fast Frau mit Baby überfahrenDrogenkurier raste durch Frechen – lange Haftstrafe

Auf der Rastanlage Frechen-Süd an der A4 begann die Verfolgungsjagd. In Frechen endete sie.
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Zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis hat die 10. Große Strafkammer am Landgericht Köln einen 45-jährigen Drogenkurier verurteilt. Zum einen ging es um den Besitz von zwei Kilogramm Kokain und Beihilfe zum Handel damit; zum anderen um gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und Widerstand gegen Polizeibeamte.
Nach seiner Flucht vor der Polizei über die A4 und die A1 hatte der 45-Jährige am 13. Oktober 2025 in der Frechener Innenstadt beinahe eine Frau mit Kinderwagen angefahren, die an einer Verkehrsinsel die Fahrbahn überqueren wollte.
Frechen: 45-Jähriger setzte sich gegen seine Festnahme zur Wehr
In einem Kreisverkehr, in den er gegen die Fahrtrichtung einfuhr, verursachte der 45-Jährige einen Beinahe-Zusammenstoß mit einem Pkw. Zudem hatte er mehrere Rotsignale missachtet, Schilder umgefahren und war mit Bordsteinen und Laternenmasten kollidiert.
Die Verfolgungsjagd mit Tempo 100 durch die engen Frechener Straßen entwickelte sich derart halsbrecherisch, dass die Leitstelle Anweisung gab, den Einsatz abzubrechen. Doch zufällig bemerkten Polizisten das festgefahrene Auto des Gesuchten in einer Sackgasse. Er flüchtete zu Fuß weiter in ein Baugrundstück mit Dornengestrüpp. Gegen seine Festnahme wehrte sich der 45-Jährige derart heftig, dass sich ein Bodenkampf mit den beiden Beamten entwickelte.
„Man kann von Glück sagen, dass keine Unbeteiligten geschädigt wurden“, hatte ein 27-jähriger Polizist, der bei dem Einsatz erhebliche Verletzungen davontrug, im Zeugenstand, im Prozess gesagt.
An 13 Tagen 5000 Kilometer mit verschiedenen Wagen zurückgelegt
Der Verurteilte war durch häufige Fahrten auf der A4 aufgefallen, die als eine Schmuggelroute für Drogen, Waffen und Diebesgut aus den Niederlanden gilt. In 13 Tagen soll er in Mietwagen mit Dortmunder Kennzeichen rund 5000 Kilometer auf der Strecke zurückgelegt haben. Als er am Tattag gegen 15 Uhr per Lichtsignal von der Polizei aufgefordert wurde, in die Raststätte Frechen-Süd abzubiegen, folgte er zunächst.
Kurz vor der Einfahrt scherte er jedoch in den fließenden Verkehr aus und raste zur Anschlussstelle der A1 weiter. Da von dort Fahrstreifen nach Koblenz und Düsseldorf abzweigen und die Besatzungen der beiden Einsatzfahrzeuge das Auto kurz aus den Augen verloren, teilten sich die Verfolger auf. Die Festnahme am Rande der Frechener Innenstadt gelang erst, als Verstärkung eintraf.
„Das Tatgeschehen hätte in jedes Roadmovie gepasst, aber Ihr gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr war Realität. Sie haben durch Ihre extreme Rücksichtslosigkeit den Tod von Menschen billigend in Kauf genommen“, führte der Vorsitzende Richter Dr. Alexander Linke dem bisher nicht vorbestraften Verurteilten vor Augen.
Bis das Urteil rechtskräftig wird, bleibt der Albaner in Untersuchungshaft, da er keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat.
