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Albert-Schweitzer-GymnasiumSchüler verabschieden sich von Vizeschulleiter Schäfer

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Einen sehr emotionalen Abschied bereiteten die Schüler dem ehemaligen Vizeschulleiter Alfred Schäfer.

Hürth – Seinen letzten Schultag hatte Alfred Schäfer schon am Mittwoch. Doch am Freitag kehrte der langjährige stellvertretende Leiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums schon als Pensionär noch einmal zur offiziellen Abschiedsfeier an seine langjährige Wirkungsstätte zurück. Wie einen Popstar bejubelten viele der 1400 Schüler ihren ehemaligen Lehrer auf dem Schulhof, und der genoss das Bad in der Menge sichtlich. Schulleiterin Birgit Willenbrink stellte ihrem früheren Stellvertreter ein Top-Abschlusszeugnis aus: „Er war die Seele der Schule.“

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Der Empfang in Hürth war am 2. Februar 1981 deutlich kühler ausgefallen, wie Schäfer sich erinnert. „Ich kann Sie hier nicht gebrauchen“, so habe der damalige Schulleiter ihn begrüßt. „Das Gymnasium befand sich im Aufbau, die haben einen Mathe- und Physiklehrer gesucht“, berichtet Schäfer. „Meine Fächerkombination ist katholische Religion, Geschichte und Latein.“ Anders als heute seien die Lehrer den Schulen damals noch zugewiesen worden.

Ein halbes Jahr verlängert

Lange werde er nicht in Hürth bleiben, so glaubte Schäfer, der aus Mayen in der Eifel stammt, in Bonn studiert und sein Referendariat in Euskirchen absolviert hatte. Dann wurden es doch 37 Jahre, davon 21 Jahre als stellvertretender Schulleiter. Schäfer hängte ein halbes Jahr dran und ging erst mit 66 Jahren in den Ruhestand. „Ich habe vier Schulleiter »überlebt«“, sagt der Ruheständler schmunzelnd. Warum er selbst nicht nach dem Chefposten gegriffen habe, beantwortete er dem Bildungsdezernenten Jens Menzel, der selbst bei Schäfer Lateinunterricht hatte, einmal damit, dass er auch noch „Schule machen“ wolle.

Schäfer hat die Schule geprägt, die erst 1991 einen Namen erhielt: den des Arztes, Philosophen und Theologen Albert Schweitzer. Sein wichtigstes Projekt sei gewesen, den Slogan „Wir am ASG“ zu etablieren. „Von Albert Schweitzer stammt der Satz »Der Mensch darf niemals aufhören, Mensch zu sein«. Das leben wir an der Schule“, erklärt Schäfer. „Bei allem Lern- und Prüfungsstress muss der Mensch im Vordergrund stehen.“

Kampf ums Gymnasium

Der langjährige „Vize“ blickt aber auch an manchem Kampf um sein Gymnasium zurück, dessen Schülerzahl sich in seiner Amtszeit mehr als verdoppelt hat. „Wir waren immer die Schule, die zur Debatte stand, obwohl wir die größte waren.“ Vor knapp drei Jahrzehnten gehörte Schäfer zur Spitze des Widerstands gegen die Umwandlung in eine Gesamtschule. Erst mit der Einführung des spanisch-bilingualen Zweigs 1989 habe sich das Blatt gewendet.

Es werden die kleinen Dinge sein, an er sich gern erinnern werde, sagt Alfred Schäfer. „An Weiberfastnacht um 11.11 Uhr gemeinsam die FC-Hymne zu schmettern, das werde ich vermissen“, glaubt er. Seine gewonnene Freizeit will er mit seiner Familie verbringen – Schäfer ist verheiratet, hat zwei Kinder und fünf Enkel – und seiner Leidenschaft, dem Rennradfahren, widmen. Außerdem drückt er bald wieder die Schulbank: Der Pensionär hat einen Italienisch-Kursus bei der Volkshochschule belegt.