Ernst-Mach-GymnasiumAusschuss beschließt Neubau für 22,8 Millionen Euro

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Abgerissen und neu gebaut werden sollen die Bauteile C (Foto) und A des Ernst-Mach-Gymnasiums. 

Abgerissen und neu gebaut werden sollen die Bauteile C (Foto) und A des Ernst-Mach-Gymnasiums. 

Hürth-Hermülheim – Große Teile des Ernst-Mach-Gymnasiums an der Bonnstraße werden innerhalb der kommenden vier Jahre abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Der Planungsausschuss traf jetzt einstimmig den Baubeschluss. Die Baukosten werden mit mindestens 22,8 Millionen veranschlagt – womöglich wird es aber auch noch deutlich teurer.

Seit Juli 2015 laufen bereits die Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten an der Schule, deren marode Stahlbetonbauten aus den 60er-Jahren stammen. Bis April 2017 wurde zunächst der Bauteil B mit Aula und Verwaltungstrakt komplett entkernt und saniert sowie um eine Mensa erweitert; auch der neue Haupteingang befindet sich in diesem Gebäudeteil.

Die Gebäude sind in allen Geschossen miteinander verbunden, so dass über die neue Aufzuganlage in Bauteil B die komplette Schule barrierefrei zu erreichen ist. Acht Millionen Euro hat die Stadt bereits investiert.

Kernsanierung als unwirtschaftlich verworfen

Ursprünglich sollten auch die Gebäudeteile A und C des Ernst-Mach-Gymnasiums kernsaniert und umgebaut werden. Doch davon rückte die Bauverwaltung später ab. Denn es stellte sich heraus, dass das mit der Schule abgestimmte und im Juni 2016 vom Planungsausschuss genehmigte Raumprogramm in den Altbauten nicht umsetzbar gewesen wäre – 1300 Quadratmeter Fläche hätten gefehlt. So schlugen die beauftragten Generalplaner zunächst einen Abriss von Bauteil C, später dann auch von Bauteil A als die wirtschaftlichere Lösung vor.

Lernlandschaften und Differenzierungsräume vorgesehen

Durch die beiden Neubauten soll die Schulfläche des Ernst-Mach-Gymnasiums von 4700 auf 6000 Quadratmeter wachsen. Neben Klassenräumen, die um große Freiflächen zu „Lernlandschaften“ mit Platz für die Arbeit in Kleingruppen angeordnet werden, sind auch zahlreiche Differenzierungsräume vorgesehen, wie Gebäudeamtsleiter Christian Stähler erklärt. „Der Entwurf ist mit der Schulleitung abgestimmt“, sagt Stähler.

Der Zeitplan sieht nun zwei Bauabschnitte vor. Zunächst soll ab Juli 2019 der Bauteil C abgerissen und bis Januar 2021 neu gebaut werden. Als Ausweichquartier für den Unterricht werden Mietcontainer mit sechs Klassenräumen auf dem benachbarten Gelände der ehemaligen Hauptpost aufgestellt.

Im Anschluss daran wird ab Januar 2021 der Bauteil A ersetzt, in dem die naturwissenschaftlichen Fachräume untergebracht werden. Voraussichtlich im April 2022 werden die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Unwägbarkeiten bei den Kosten

Doch es gibt Unwägbarkeiten, sowohl bei den Kosten als auch im Zeitplan. Aufgrund der boomenden Baukonjunktur sei unklar, ob die Stadt bei der europaweiten Ausschreibung einen Generalunternehmer finden werde, der die Schule schlüsselfertig bauen soll. Die Verwaltung plant mit einer Auftragsvergabe im Juni 2019. Der Bauboom könne auch die Kosten noch in die Höhe treiben.

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Dass die beiden Gebäudeteile nicht saniert, sondern neu gebaut werden, traf im Planungsausschuss auf einhellige Zustimmung. „Ein Neubau ist richtig, weil man dadurch die Kosten besser im Griff hat und Risiken minimieren kann“, erklärte Christdemokrat Rüdiger Winkler.

Gymnasium wird größer und moderner

Parteifreund Gerd Fabian hätte sich gewünscht, dass die Verwaltung schon beim Bauteil B so „systematisch vorgegangen“ wäre wie zuletzt. Damals sei man „in die Sanierung reingeschlittert“, sagt Fabian.

Sozialdemokrat Michael Kleofasz betonte, dass das Ernst-Mach-Gymnasium größer und moderner werde. „Es wird ein Lernort, der die zusätzlichen Anforderungen heutiger Schulkonzepte berücksichtigt“, so der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion.

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