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Mein LieblingsplatzIm Streichelzoo des Gertrudenhofs in Hürth werden Erinnerungen wach

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Zwei Frauen streicheln Tiere in einem Gehege.

Die Ehrenamtlerinnen Monika Waeser (l.) und Cornelia Przyklenk  bei den Gnadenhoftieren im Streichelzoo des Gertrudenhofs – das beste Mittel gegen Einsamkeit und Altersdepressionen.

Monika Waeser besucht ihren Lieblingsplatz, den Gnadenhof in Hürth, oft als Begleiterin mit der Selbsthilfe-Gruppe Füreinander. 

Für Monika Waeser liegt das Glück der Erde nicht unbedingt auf dem Rücken der Pferde, sondern irgendwo im weichen Fell zwischen Ohren und Mähne. Die Felder, Obstwiesen und Tierweiden auf dem Gertrudenhof haben es der Hürtherin angetan, besonders den Besuch im Streichelzoo und bei den Ponys genießt die engagierte Ehrenamtlerin der Selbsthilfe-Gruppe Füreinander sehr.

Ein besonderes Projekt der Alzheimer Gesellschaft Rhein-Erft-Kreis und der Bürgerstiftung Hürth erlaubt den Gästen der Halbtagesbetreuung einen Blick hinter die Kulissen des Erlebnisbauernhofs. Umweltpädagogin Nicole Antoine kennt jedes Gnadenhof-Tier mit Namen und schafft eindrückliche Tierbegegnungen für die Seniorinnen und Senioren und ihre Begleiter.

Gruppe für Menschen mit  Demenz oder Altersdepressionen in Hürth

Treffpunkt ist unter dem großen, schattigen Baum am Hofladen. Langsam setzt sich der kleine Zug aus Rollatoren in Bewegung Richtung Pferdekoppeln, wo die Konik-Ponys Nando und Sky schon warten. „Trauen wir uns heute den Großen zu, oder lieber unsere Miniponys?“, fragt Nicole Antoine in die Runde. Monika Waeser fühlt sich sofort in ihre Jugend zurückversetzt. Mit 17 war sie gerade von zu Hause ausgezogen und wagte mit einer Ausbildung als Pferdepflegerin ihre ersten zaghaften Schritte Richtung Selbständigkeit.

Eine Besuchergruppe sitzt auf einer Bank im Streichelzoo. Manche haben einen Rollator dabei.

Die Tagesgäste aus der Mittwochsgruppe warten gespannt mit dem Betreuungsteam auf den Besuch im Streichelzoo.

„Pferde haben mich immer schon fasziniert“, erzählt die 66-Jährige, die sich seit 17 Jahren in der Gruppe Füreinander für Menschen mit Demenz oder Altersdepressionen engagiert, anfangs noch gemeinsam mit ihrer Mutter. An fünf Tagen die Woche von montags bis freitags ermöglicht das ehrenamtliche Team in den Räumen der APK (Arbeitsgemeinschaft für Psychisch Kranke) in der Dieselstraße 4 in Hürth Erkrankten eine gute Zeit – mit Bewegungsangeboten, Musik und Spiel, Gedächtnistraining, gemeinsamen Ausflügen, fachärztlicher Beratung und Unterstützung für pflegende Angehörige.

Eine Frau führt ein Pony auf die Weide, zwei andere schauen zu.

Eine Runde Kuscheln für die Gäste der Gruppe Füreinander: Umweltpädagogin Nicole Antoine führt das Island-Pony Sky auf die Weide.

Die 2025 gestarteten Tierbegegnungen auf dem Gertrudenhof sind jedes Mal ein Highlight für die Tagesgruppen. „Ich wundere mich immer wieder, wie einige unserer Gäste über sich hinauswachsen, ihre anfängliche Zurückhaltung und Ängste überwinden und sich ganz auf die Tiere einlassen“, freut sich Monika Waeser. Ihre Freundin Cornelia Przyklenk aus Wesseling, selbst schon seit 13 Jahren Betreuerin in der Gruppe, hat es nicht so mit großen Tieren, obwohl sie früher Reitstunden hatte und ihre Tochter und Enkelin pferdeverrückt sind.

Streichelzoo in Hürth beherbergt über 200 Tiere

„Es ist schön zu sehen, was die Tierbegegnungen mit den Menschen machen: Schöne Erinnerungen werden wach, viele hatten selbst Tiere oder freuen sich, die Pferde über die Weide zu führen, sie zu füttern, zu striegeln und zu streicheln“, so die 74-Jährige. Schwer beeindruckt hat sie ein älterer Herr, der aus dem Stand sagen konnte, wie viele Eier ein Huhn legt – Wissen und Fähigkeiten, die trotz Demenz nicht verlorengehen und in der Gemeinschaft plötzlich wieder reaktiviert werden.

Der Gnadenhof-Streichelzoo beherbergt insgesamt über 200 Bauernhof-Tiere: Alpakas, Lamas, Ponys, Schafe, Ziegen, Esel und Rinder, sie alle haben eine besondere Geschichte, wurden aus schlechten Verhältnissen oder vor dem Schlachter gerettet.

„Den Tieren ist es egal, ob ihr Gegenüber alt und krank ist, krumme Beine oder ein schlechtes Gebiss hat - sie freuen sich über jeden, der kommt, und genießen ihr zweites Leben“, so Cornelia Przyklenk, die inzwischen Gruppenleiterin ist. Abwechslung im immer gleichen, oft schwierigen Alltag, Bewegung, Gesellschaft und liebevolle Fürsorge, das ist es, was die Gruppe Füreinander zusammenhält, wohlwissend, dass das Leben nicht immer ein Ponyhof ist.


Weitere ehrenamtliche Betreuer werden gesucht

Weitere ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer sowie Fahrer für die Halbtagesbetreuung werden dringend gesucht, auch Gruppenplätze sind noch frei. Die Kosten für die Teilnahme von 25 Euro pro Betreuungseinheit und die Inanspruchnahme des Fahrtdienstes von 10 Euro können zum Teil über das Pflegeleistungsergänzungsgesetz von der Pflegekasse zurückerstattet werden. Melden können sich Interessenten bei der Gruppe Füreinander, Cornelia Przyklenk, gruppefuereinander@yahoo.de, Telefon 0157-50671667 oder bei Dr. Sibylle Schreckling von der Alzheimer Gesellschaft, info@schreckling.eu.

Die Betreuungszeiten der Gruppe Füreinander: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14:30 bis 17:30 Uhr sowie Dienstag von 9:30 bis 12:00 Uhr (unter fachärztlicher Begleitung) in der Dieselstr. 4, 50354 Hürth