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Sternmarsch und Kungebung2000 Jugendliche machten sich in Hürth stark für Demokratie

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Das Foto zeigt dicht gedrängte Jugendliche auf dem Otto-Räcke-Platz mit Plakaten.

Für Vielfalt und Demokratie setzten sich rund 2000 Schülerinnen auf dem Otto-Räcke-Platz vor dem Bürgerhaus ein.

Vor dem Bürgerhaus bezogen Schülerinnen und Schüler in Reden und auf Plakaten Position für Demokratie und Vielfalt.

„Das ist der glatte Wahnsinn – einfach großartig“, freute sich Aliah Güney von der Gesamtschule über die große Beteiligung an einer Demonstration mit anschließender Kundgebung auf dem Otto-Räcke-Platz vor dem Bürgerhaus. Gesamtschülerin Ilona Sperling betonte: „Das macht deutlich, dass wir doch im Grunde alle das Gleiche wollen – nämlich Frieden und eine gemeinsame sichere Zukunft.“

Die beiden Jugendlichen hatten federführend an der Organisation der Veranstaltung mitgewirkt, die am Mittwoch (16. September) in Hürth unter dem Titel „Wir stärken unsere Demokratie“ mehr als 2000 junge Leute auf die Straße brachte. Neben der Gesamtschule waren das Albert-Schweitzer-Gymnasium, das Ernst-Mach-Gymnasium und die Friedrich-Ebert-Realschule dabei. Unterstützt wurde die Aktion zudem von den Initiativen „Wir sind Hürther“ und „Omas gegen Rechts“.

Hürth: Sternmarsch von den Schulen vor das Bürgerhaus

Dass das Thema so viele junge Leute motivieren würde, auf die Straße zu gehen, hatte auch Walther Boecker von der Initiative „Wir sind Hürther“ kaum zu hoffen gewagt. „Ich freue mich wirklich riesig, dass so viele Schüler gekommen sind – und hier auf den Plakaten und in den Reden auch deutlich ihre Meinung zum Ausdruck bringen“, sagte der frühere Hürther Bürgermeister.

Schon vor den Sommerferien hätten sich Vertreter aller teilnehmenden Schulen getroffen, um die Demonstration zu planen. Der Termin sei bewusst zwischen die Landtagswahlen in Ostdeutschland gelegt worden. „Wir erhoffen uns so natürlich auch die größte Aufmerksamkeit“, sagte Boecker. „Die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt haben uns alle erschüttert. Gerade in diesen Zeiten ist es umso wichtiger, sich für eine vielfältige Gesellschaft einzusetzen“, sagte Gesamtschülerin Aliah.

Hürther Schüler rufen zum Einsatz für die Demokratie auf

„Es ist schlichtweg überwältigend, dass sich so viele junge Leute für die Politik in ihrem Land interessieren“, freute sich Ilona Sperling mit Blick auf die vielen Schülerinnen und Schüler, die nach einem Sternmarsch von ihren Schulen den Otto-Räcke-Platz füllten. Die 17-Jährige moderierte die Kundgebung und kündigte neben den Rednerinnen und Rednern aus der Schülerschaft auch die Band „Halvlang“ um den Hürther Musiker Gero Kuntermann an.

Das Foto zeigt die beiden Schülerinnen.

Aliah Güney und Ilona Sperling haben die Kundgebung mit auf die Beine gestellt. Sie freuten sich über die große Beteiligung.

„Demokratie ist so wichtig“, betonte die 18-jährige Lucy vom Albert-Schweitzer-Gymnasium. Sie passiere schließlich nicht nur im Großen. „Demokratie erleben wir doch jeden Tag dort, wo wir leben, wie wir miteinander umgehen und miteinander sprechen.“ Das Thema gehe jeden an – junge wie ältere Menschen. Über Generationen hinweg hätten Menschen die Demokratie erkämpft und verteidigt. „Und auch heute ist sie keine Garantie“, warnte Lucy. Jede Veränderung in der Geschichte habe mit Menschen begonnen, die daran glaubten, etwas verändern zu können.

Noch direkter formulierte Melika vom Ernst-Mach-Gymnasium ihre Gedanken: „Es muss uns allen bewusst sein, dass das Nicht-Kämpfen für unsere Rechte automatisch bedeutet, uns damit abzufinden, sie zu verlieren.“

Gesamtschülerin Anna griff in ihrer Rede das Thema Feminismus und Gleichberechtigung auf. Feminismus sei kein Angriff auf die Männer, sondern richte sich gegen ein System, das Menschen vorgebe, was sie zu tun und zu lassen hätten. Die entscheidende Frage sei nicht, warum Feminismus gebracht werde, sondern wie es gelingen könne, ihn irgendwann nicht mehr zu brauchen. Noch gebe es Ungleichheiten. Frauen hätten bei gleicher Qualifikation geringere Chancen als Männer, sagte die Schülerin.

„Demokratie ist wie Luft zum Atmen, man bemerkt sie meistens erst dann, wenn sie fehlt“, sagte Friedrich-Julian von der Realschule. Wie Demokratie im Alltag funktionieren kann, erlebe er an seiner Schule. Dort lernten junge Menschen aus 38 Nationen. „Aber wir halten zusammen, und es gibt nur eine Gemeinschaft, und diese ist und bleibt demokratisch.“ Sein Appell: „Lasst uns gemeinsam unsere Demokratie leben und beschützen – heute, morgen und darüber hinaus.“