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Großprojekt „Lebensader Lux“AOK-Gebäude in Hermülheim weicht für Quartiersplatz und Neubau

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Das Foto zeigt das AOK-Gebäude aus der Luft.

Die ehemalige AOK-Regionaldirektion an der Luxemburger Straße wird bis Ende des Jahres abgebrochen.

Mit drei Millionen Euro wird der Abbruch teurer als zunächst kalkuliert. Unterdessen ist die Luxemburger Straße wieder halbseitig befahrbar.

Auf dem Gelände der früheren AOK-Verwaltung an der Luxemburger Straße haben die Abbrucharbeiten begonnen. Bis Ende des Jahres soll der Stahlbetonbau aus dem Jahr 1984 von einem Fachunternehmen dem Erdboden gleichgemacht werden. Auf dem Areal ist ein Quartiersplatz mit Wasserspiel und viel Grün als Herzstück des städtebaulichen Großprojekts „Lebensader Lux“ geplant. Ein Teil der insgesamt 5900 Quadratmeter großen Fläche soll zudem neu bebaut werden.

Der Abbruch des AOK-Gebäudes wird offenbar teurer als zunächst kalkuliert. Rund 2,5 Millionen Euro hatte die Stadt im Haushaltsplan veranschlagt, inzwischen wird mit Kosten von etwa drei Millionen Euro gerechnet. Darüber informierte die Verwaltung den Planungsausschuss kürzlich in nicht-öffentlicher Sitzung. Nach Informationen dieser Redaktion ist die Kostensteigerung vor allem auf zusätzlichen Aufwand bei der Entsorgung von Estrich und Dämmmaterial zurückzuführen.

AOK räumte Ende 2022 ihre Regionaldirektion in Hürth

Die AOK Rheinland/Hamburg hatte ihre frühere Regionaldirektion in Hürth im Jahr 2022 aufgegeben. Die Beschäftigten wechselten nach Köln-Gremberghoven, wo die Krankenkasse einen neuen Verwaltungssitz errichtet hat. Die Stadt erwarb schließlich das Gelände im Stadtteil Hermülheim. Der Kaufpreis soll bei rund fünf Millionen Euro gelegen haben.

Der Rückbau des Gebäudes läuft bereits seit rund einem Jahr und wurde auch wissenschaftlich begleitet. In einer Kooperation mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen wurden Materialien wie Gitterroste, Blechelemente, Ziegel, Fenster und Sitzbänke für ein Forschungsprojekt zum Recycling von Baumaterial bereitgestellt.

Das Foto zeigt eine Luftaufnahme der Baustelle an der Luxemburger Straße in Hermülheim.

Die Bauarbeiten auf der Luxemburger Straße schreiten voran. Die Straße ist inzwischen halbseitig für den Verkehr freigegeben.

Für ein rund 3800 Quadratmeter großes Baufeld auf dem AOK-Gelände sucht die Stadt einen Investor. Nach Angaben von Bürgermeister Dirk Breuer laufen bereits vielversprechende Gespräche mit einem Interessenten. Im September soll sich der Planungsausschuss mit einem Bebauungsplan befassen, kündigte Breuer an. Ziel sei es, Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung an dieser „prominenten Ecke“ der Lebensader zu sichern. Auf der Grundlage des Bebauungsplans soll anschließend ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt werden.

Luxemburger Straße in Hermülheim ist halbseitig wieder befahrbar

Parallel dazu schreitet der Umbau der Luxemburger Straße voran. Der rund 500 Meter lange Abschnitt zwischen zwei geplanten Kreisverkehrsplätzen an der Horbeller Straße und der Bonnstraße wird zur verkehrsberuhigten „Lebensader“ mit viel Grün und Aufenthaltsqualität umgestaltet.

Nach Angaben der Stadtwerke ist auf der Westseite der Großteil der Arbeiten abgeschlossen. Die Luxemburger Straße ist dort nun ganztägig als Einbahnstraße vom Knoten Horbeller Straße/Luxemburger Straße aus befahrbar. Zuvor war sie werktags zwischen 9 und 18 Uhr voll gesperrt. Auch Parkplätze stehen dort zur Verfügung.

Auf der Ostseite dauern die Bauarbeiten hingegen an. Weil Autofahrer im Baufeld weder wenden noch ausweichen können, kann der Verkehr weiterhin nur in eine Richtung fließen. Die AOK-Straße ist ab sofort im Einmündungsbereich zur Luxemburger Straße gesperrt. Dort wird laut Stadtwerken ein neuer Transformator zur Stromversorgung der umliegenden Quartiere errichtet. Auf dem angrenzenden AOK-Grundstück ist außerdem eine Mobilstation mit verschiedenen Verkehrsangeboten wie Carsharing geplant.