Was vom Karnevalszug übrig bleibt, soll nicht im Müll landen. Deshalb beteiligt sich Landwirt Peter Zens am Kölner Kamelle-Kreisel.
Kamelle-KreiselAuf dem Getrudenhof in Hürth wird Süßes für den guten Zweck gesammelt

Landwirt Peter Zens und Olivér Szabó von der KG Grüne Rheinfunken aus Sülz arbeiten beim Kamelle-Kreisel zusammen.
Copyright: Szabó
Tonnenweise Kamelle werden bei den Karnevalszügen im Rheinland unters schunkelnde Volk am Wegesrand geworfen. Nicht alle gesammelten Süßigkeiten werden aber hinterher auch von den Jecken verputzt. Was von den Umzügen übrig bleibt, landet häufig im Müll. Und da setzt der Kamelle-Kreisel an, der am Karnevalswochenende auf dem Gertrudenhof von Landwirt Peter Zens in Hermülheim Station macht.
Unter dem Motto „Zum Wiederwerfen!“ sammelt der Kamelle-Kreisel übrig gebliebenes, gesammeltes oder auch bewusst gespendetes Wurfmaterial vom Karnevalswochenende und bringt es zurück in den Kreislauf. Statt sie zu entsorgen, sollen die Süßigkeiten und kleinen Geschenke sinnvoll weitergegeben werden. Damit soll der Karneval nachhaltiger und fairer werden.
Hürth: Firmen, Vereine und Privatleute können überschüssiges Wurfmaterial abgeben
Ins Leben gerufen wurde der Kamelle-Kreisel in der Session 2025 von der KG Grüne Rheinfunken aus Köln-Sülz. Allein beim Rosenmontagszug in der Domstadt werden nach Angaben des Festkomitees 300 Tonnen Kamelle geworfen. In diesem Jahr gibt es mehr als ein Dutzend Sammelstellen in Kölner Veedeln und bei den Schul- und Veedelszügen, darüber hinaus in Bensberg – und im Karnevalspark auf dem Gertrudenhof in Hürth.
Dort können Firmen, Vereine und Privatleute ihr gesammeltes oder überschüssiges Wurfmaterial abgeben. Wichtig sei, so Landwirt Zens, dass die Spenden sauber, unbeschädigt und originalverpackt sind. Die Abgabezeiten auf dem Gertrudenhof sind am Karnevalssamstag, Karnevalssonntag und Rosenmontag jeweils von 11 bis 17 Uhr.
Karnevalsvereine und Gruppen können sich Kamelle für den Zug abholen
Im Gegenzug können sich Familien, Schulkinder, kleine Karnevalsvereine und Gruppen gegen eine freiwillige Spende beim Kamelle-Kreisel mit Wurfmaterial für ihren Karnevalszug versorgen. Das gespendete Geld wird an Lebensmittel-Tafeln weitergereicht, so dass auch Menschen aus einkommensschwachen Haushalten vom Kamelle-Kreisel profitieren.
Für Landwirt Peter Zens zeigt der Kamelle-Kreisel, „dass Karneval und Nachhaltigkeit wunderbar zusammenpassen: unkompliziert, solidarisch und mit viel Herz für die Region“. Der Karnevalspark auf dem Gertudenhof biete dafür den passenden Rahmen als familienfreundlicher Ort, der Bauchtum, Gemeinschaft und verantwortungsvolles Handeln verbinde. „Lebensmittelverschwendung ist ein Thema, das mich ständig umtreibt“, sagt Zens. „Der Kamelle-Kreisel ist eine super Idee.“ Er beteilige sich auch deshalb gern, um ein Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln zu schaffen.
Der Karnevalspark hat noch bis einschließlich Veilchendienstag geöffnet. Auf dem 25.000 Quadratmeter großen Erlebnisgelände des Gertrudenhofs an der Lortzingstraße warten Fotospots, große Hüpfburgen, ein Bungee-Trampolin, die große Strohtobescheune sowie kulinarische Karnevalsklassiker wie Berliner, Mutzemandeln und bunte Waffeln auf die großen und kleinen Jecken. Karten gibt es zu Preisen zwischen 7,90 und 12,90 Euro im Internet-Shop des Gertrudenhofs. Kinder unter drei Jahren, Geburtstagskinder und Menschen mit Behinderung haben freien Eintritt. Der Zutritt zum Hofladen mit der Sammelstelle des Kamelle-Kreisels ist kostenlos.
www.kamelle-kreisel.de
https://erlebnisbauernhof-gertrudenhof.de

