Abo

Digitale AbwicklungHürth erhebt ab Januar 2027 eine Bettensteuer von 2,50 Euro pro Nacht

2 min
Ein Zimmerschlüssel hängt vor einem Bett im Türschloss.

Eine Beherbergungssteuer von 2,50 Euro pro Gast und Nacht erhebt die Stadt Hürth ab Januar 2027. (Symbolbild)

Die Stadt rechnet mit jährlichen Einnahmen von mehr als 600.000 Euro. Hoteliers sollen ihre Übernachtungszahlen über ein Webformular melden.

Die Stadt Hürth will ab 1. Januar 2027 eine Bettensteuer erheben. Die Satzung beschloss der Finanzausschuss jetzt einstimmig. Pro Übernachtung in einem Hotel, in einer Pension oder in einer Ferienwohnung werden pauschal 2,50 Euro erhoben. Die Steuer wird sowohl für Privatleute als auch für Geschäftsreisende fällig, befreit werden nur minderjährige Gäste. Die Stadtverwaltung rechnet bei 400.000 Übernachtungen im Jahr mit 625.000 Euro Einnahmen.

Die SPD hatte im Frühjahr im Zuge der Haushaltsberatung die Einführung der Beherbergungssteuer auf die Tagesordnung gebracht und dabei ein einfaches Verfahren vorgeschlagen, um den bürokratischen Aufwand sowohl für die Beherbergungsbetriebe als auch für die Verwaltung gering zu halten. Die Verwaltung legte jetzt die entsprechenden Regelungen vor. Der Beigeordnete und Kämmerer Marco Dederichs sprach von einem „sehr schlanken Verfahren“. Demnach soll die Steuer digital erhoben werden, und es gibt nur eine Ausnahme – nämlich die Steuerbefreiung für Kinder und Jugendliche.

Hürth will auch Buchungsportale im Internet einbinden

Die Betreiber von Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben müssen sich künftig über ein Webformular online bei der Stadt registrieren und dort quartalsweise ihre Übernachtungszahlen angeben. Die Angaben sollen stichprobenartig überprüft werden. Nur bei festgestellten Abweichungen wird es eine Korrektur in Form eines Steuerbescheids geben.

Auch Buchungsportale im Internet sollen eingebunden werden. Nach Angaben der Verwaltung bietet aber bislang nur die Plattform Airbnb die direkte Abführung der Steuer an. Eine Anbindung der Buchungssysteme der Hotelbetriebe sei indes nicht möglich, so Dederichs. Dafür fehle es an einer einheitlichen Schnittstelle, um die Daten zu übermitteln.

„Diese Steuer belastet kein Unternehmen in Hürth. Sie belastet einen Gast mit 2,50 Euro pro Tag – und das war’s“, betonte SPD-Fraktionschef Heiko Twellmann. CDU-Sprecher Rüdiger Winkler sagte, die Steuer liege im Vergleich mit anderen Städten „im unteren Bereich“. Grünen-Fraktionssprecher Hendrik Fuchs erklärte, Touristen und Geschäftsreisende würden durch die Steuer einen fairen Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur in Hürth leisten.

Als erste Kommune im Kreis hat Brühl im April eine Übernachtungssteuer eingeführt – allerdings nach einem anderen Modell. In der Schlossstadt werden statt einer Pauschale fünf Prozent des Übernachtungspreises erhoben. Das soll eine Millionensumme in die Stadtkasse bringen. Auch Frechen prüft auf Antrag der SPD eine Beherbergungssteuer. Einen Prüfantrag haben auch die Sozialdemokraten in Kerpen gestellt. In Hürth muss Ende September noch der Stadtrat zustimmen.