Von rund 450 in den 1960er-Jahren in Deutschland an 35 Niederlassungen wirkenden Ordensschwestern sind nur noch 48 an sechs Standorten übrig.
JubiläumSalvatorianerinnen feiern ihr 100-jähriges Bestehen in Kerpen-Horrem

Zahlreiche Gäste feierten in Horrem mit den Salvatorianerinnen, darunter Landrat Frank Rock, Sr. Maria Yaneth, Generaloberin der internationalen Gemeinschaft und der Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser.
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Einen ganzen Tag, beginnend mit einem Festgottesdienst in der Christus König-Kirche in Horrem, feierten die Salvatorianerinnen das 100-jährige Bestehen der Deutschen Provinz an ihrem Hauptsitz in Horrem. Der Tag stand unter der Losung „Dem Vergangenen ein Dank, dem Kommenden ein Ja“, einem Zitat des Friedensnobelpreisträgers Dag Hammarskjöld, das Provinzleiterin Schwester Margret Rolf in ihrer Begrüßung leicht abwandelte: „Dem Vergangenen sagen wir von Herzen Danke, dem Kommenden ein vertrauensvolles Ja.“
Diese Zuversicht ist verbunden mit dem Sendungsauftrag der Gemeinschaft „dass alle das Leben in Fülle haben“ und der Überzeugung, „dass wir alle gesandt sind als Verkünderinnen und Verkünder der Freude und des Friedens – damit Menschen in Würde und Gerechtigkeit leben und Erfüllung finden können.“ Eine tief empfundene Freude und Dankbarkeit strahlte über den Tag und zeigte sich auch in der Liedauswahl und dem kräftigen gemeinschaftlichen Singen im Gottesdienst.
Das Durchschnittsalter liegt bei 80 Jahren
Dabei hätten die Nonnen des 1888 von Pater Franziskus Jordan zusammen mit Therese von Wüllenweber gegründeten und 1926 dauerhaft vom Vatikan anerkannten Ordenszweiges allen Grund, pessimistisch in die Zukunft zu blicken. Denn von den rund 450 in den 1960er Jahren in Deutschland an 35 Niederlassungen wirkenden Ordensschwestern sind heute nur noch 48 an sechs Standorten übrig. Deren Durchschnittsalter liegt bei über 80 Jahren.
Früher sei man in der Familie von klein auf mit dem Glauben intensiv in Berührung gekommen und die Entscheidung, einen spirituellen Lebensweg zu gehen, normal gewesen, erzählt Schwester Klara Maria Beher, die in ihrem Festvortrag die Geschichte der Deutschen Provinz Revue passieren ließ.
Kerpen: Fusion mit der Provinz Österreich
Einkehrtage, Gespräche und Berufsförderung, in denen die Salvatorianerinnen Menschen begleiten, ihren Weg zu finden, seien heute eine Möglichkeit, Menschen mit der Gemeinschaft in Kontakt und ihnen die Haltung der Salvatorianerinnen nahe zu bringen: dass der Mensch an sich gut sei, eine unverlierbare Würde habe und nicht nur durch sein Tun und seine Werke einen Wert bekomme. Wie wichtig es sei, diese Haltung und den Einsatz für Menschenrechte zu erhalten und weiter zu verbreiten, betonte nicht nur Pater Dr. Friedrich Emde in seiner Predigt, sondern auch die um ein Grußwort gebetenen Gäste, darunter Thomas Berens, Geschäftsführer der Sankt Johannes Warburg gGmbH, Elisabeth Fußwinkel, Vertreterin der salvatorischen Laienorganisation und Pfarrer Hans-Gerd Wolfgarten.
Die Salvatorianerinnen verschließen die Augen vor ihrer Situation nicht. Das zeigt sich in zahlreichen strukturellen Maßnahmen. So wurde etwa die Trägerschaft für die Pflegeeinrichtungen in Warburg der neuen Stiftung „Salvator Mundi“ übertragen. In Horrem wurde ein Grundstück des Klosters an den Rhein-Erft-Kreis verkauft, auf dem nun ein Haus der Bildung (offiziell: Innovationsquartier Rhein-Erft) entsteht, „das junge Menschen stärken und ihnen helfen soll, ihre Potenziale zu entfalten“, wie Frank Rock in seinem Grußwort erklärte. Dort werde der salvatorische Geist der Offenheit, Bildung und Menschlichkeit erhalten bleiben. Außerdem ist das Zusammengehen der Provinzen Deutschlands und Österreich in Vorbereitung und soll 2027 vollzogen werden.
