Brühl/Hürth – Der 72-jährige Grevenbroicher, der im März vergangenen Jahres vor dem Hürth-Park einen Unfall verursacht hatte, bei dem eine Mutter ums Leben gekommen war, ist vom Amtsgericht Brühl am Freitag wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
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Die Bewährungszeit dauert drei Jahre. Auflagen sind, dass der Mann 4.000 Euro Strafe zahlen muss, je zur Hälfte an die Verkehrswacht Rhein-Erft und an den Verein Trauerbegleitung Köln, und dass er innerhalb der nächsten zwölf Monate keinen neuen Führerschein beantragen darf. Erfüllt er die Auflagen nicht, muss er für ein Jahr und drei Monate ins Gefängnis.
Urteil noch höher als von der Staatsanwaltschaft beantragt
Mit dem Urteil erhöhte die Kammer das von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafmaß noch. Die Staatsanwältin hatte zwölf Monate Haft auf Bewährung und 1000 Euro Strafe gefordert, der Verteidiger dagegen eine Geldstrafe.
Für die Richterin stand fest, dass der Mann ein aggressives Verkehrsverhalten an den Tag gelegt hatte. Mehrere Zeuge hatten berichtet, dass der Angeklagte schon vor dem Unfall immer wieder abrupt gebremst habe. Außerdem soll er in einem Kreisverkehr vor der Unfallstelle versucht haben, einen anderen Pkw zu überholen. Dies gelang ihm dann nach dem Kreisel.
Fahrverhalten wurde von der Richterin scharf kritisiert
Auch wenn nicht gesichert habe geklärt werden können, wie schnell der Angeklagte letztendlich in der 30er-Zone gefahren sei, sei sein Verhalten nicht an die Verkehrssituation angepasst gewesen, sagte die Richterin. „Sie haben Ihr schnelles Vorankommen über alles gestellt.“
Außerdem führte sie strafschärfend an, dass für den 72-Jährige zwei Vergehen wegen zu schnellen Fahrens vermerkt seien und der Unfall schwere Folgen gehabt habe.
Angeklagter bricht nach der Urteilsverkündung in Tränen aus
Der 72-Jährige war vor einem Zebrastreifen am Einkaufszentrum auf das Auto einer Frechenerin aufgefahren. Dann – so die Schilderung des Angeklagten – verwechselte er Gas- und Bremspedal und beschleunigte am beschädigten Fahrzeug vorbei. Dabei überfuhr er eine Frau und verletzte deren Tochter. Auch andere Passanten wurden bei den Unfall verletzt. Teilweise leiden sie noch heute unter den Folgen.
Der Angeklagte brach nach der Beweisaufnahme in Tränen aus und entschuldigte sich. Auch er leide unter den Folgen.



