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Mein LieblingsplatzIn der Abtei Brauweiler findet Claudia Berger Ruhe

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Eine Frau sitzt in einem Kreuzgang.

Die Abtei Brauweiler ist der Lieblingsplatz von Claudia Berger. Im Kreuzgang findet sie Ruhe.

Die besondere Verbindung mit dem denkmalgeschützten Ensemble hat auch mit der Familiengeschichte der 64-Jährigen zu tun.

Die Abtei Brauweiler ist für Claudia Berger weit mehr als ein beeindruckendes Bauwerk. Für die Geyenerin ist sie ein Ort, an dem sich Erinnerungen und Familiengeschichte verbinden, wo sie Ruhe findet. Sie ist ihr Lieblingsplatz. Das war aber nicht immer so. „Ich bin hier zur Schule gegangen und habe im zweiten Abiturjahrgang des Abtei-Gymnasiums mein Abitur gemacht“, erzählt die 64-Jährige.

Damals sei die Abtei für die Schülerinnen und Schüler kaum von Bedeutung gewesen. „Sie war noch nicht saniert, wirkte eher grau und wenig einladend. Der einzige Berührungspunkt waren die gelegentlichen Fußballspiele der Schulmannschaft auf dem Abteigelände“, erinnert sie sich. 

Pulheim: Ein vertrautes Gefühl

Erst Jahre später änderte sich Claudia Bergers Blick. Nach dem Umzug nach Freimersdorf wurden Brauweiler und die ehemalige Benediktinerabtei Teil ihres Familienlebens. Dort wurden ihre drei Söhne getauft und gingen zur Erstkommunion. Noch intensiver wurde die Verbindung, als Claudia Berger 2004 Teilhaberin der Bücherstube Brauweiler wurde. Seitdem entdeckt sie den Ort immer wieder neu. „Je älter ich werde, desto persönlicher wird meine Beziehung zur Abtei. Vor allem der Kreuzgang bringt mich zu meinem Inneren. Dort komme ich zur Ruhe.“

Diese besondere Verbindung hat auch mit ihrer Familiengeschichte zu tun. Ihre Mutter stammt aus Montecassino in Italien, südlich von Rom, wo die Mutterabtei aller Benediktiner steht. Das berühmte Kloster wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und später wieder aufgebaut. „Wenn ich dort im Kreuzgang sitze, habe ich genau das gleiche Gefühl wie hier. Es ist vertraut, familiär und wunderschön.“ 

Im Vordergrund eine Marienstatue auf einer Säule, im Hintergrund eine Kirche.

Ein Ort der Ruhe: Der Kreuzgang der Abtei Brauweiler, im Hintergrund die Pfarrkirche St.Nikolaus.

Auch die Geschichte ihres verstorbenen Vaters führt Claudia Berger gedanklich immer wieder nach Brauweiler. Er stammte aus Magdeburg, wo Kaiser Otto der Große begraben liegt. Dessen Enkelin Mathilde gründete 1024 das Benediktinerkloster Brauweiler. Solche historischen Verbindungen faszinieren die Romanistin, die sich insbesondere für italienische Literatur begeistert. Ebenso wie die Rolle der Benediktiner bei der Bewahrung von Wissen und Büchern. 

Claudia Berger erlebt die Abtei als lebendigen Kulturort mit einem vielfältigen Angebot verschiedener Akteure, darunter der Landschaftsverband Rheinland (LVR), der Eigentümer des denkmalgeschützten Ensembles ist. „Hier finden wunderschöne Konzerte statt. Der Verein für Geschichte Pulheim bietet Führungen an. Sie sind sehr zu empfehlen. Auch die Kirchengemeinde engagiert sich sehr.“

Sehr oft nehme sie an den Führungen in der Abtei und in der Gedenkstätte des LVR teil. „Ich führe all meine Gäste, die von auswärts kommen, hierher. Auch wenn man schon hundertmal dabei war, man erfährt immer was Neues.“ Sehr zu empfehlen sei auch die Ausstellung im Gierden-Saal zur Geschichte der Abtei von A bis Z. 

Auch die Bücherstube selbst gestaltet das kulturelle Leben mit. „Anfang Juli hatten wir gemeinsam mit dem Freundeskreis Abtei Brauweiler (FAB) eine ausverkaufte Lesung mit Anne Freytag“, freut sich Claudia Berger. Besonders gern zieht sie sich in den Kreuzgang zurück, wo sie oft alleine sei. „Es hat etwas Meditatives. Dazu noch der blaue Himmel. Ich fühle mich hier sofort heimelig, es ist wunderbar. Die Abtei ist mein Seelenort.“