Die Stadt Pulheim verschickt die Abstimmungsunterlagen für den Ratsbürgerentscheid zum Thema „Olympiabewerbung“ ab dem 23. März.
OlympiaPulheimer Musiker Peter Worms wirbt für die Spiele in Köln-Rhein-Ruhr

Mit diesem Logo weisen das federführende Fachamt, zu dem auch die Sport- und die Kulturabteilung gehören, sowie die zuständige Dezernentin in allen E-Mails mit einem eingefügten Logo auf die Abstimmung hin.
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Olympische und Paralympische Sommerspiele in der Region Köln-Rhein-Ruhr in den Jahren 2036, 2024 oder 2044? Für Josef Spyth keine Frage. Der Geschäftsführer des privaten Golfclubs Gut Lärchenhof in Pulheim-Stommelerbusch, der als Austragungsort für die Golf-Wettbewerbe vorgesehen ist, unterstützt die Bewerbung, über die die Bürgerinnen und Bürger von 17 Kommunen an Rhein und Ruhr am 19. April per Briefwahl entscheiden.
Pulheim: Eine Jahrhundertchance
„Wenn es klappen würde, würde es uns sehr freuen. Der olympische Gedanke ist etwas ganz Besonderes. Wenn man diese Jahrhundertchance bekäme, sollte man sie nutzen“, ist Josef Spyth überzeugt. Auch aus der Politik kommen sehr positive Signale. CDU, SPD und Grüne, die größten Fraktionen im Pulheimer Stadtrat, befürworten eine Bewerbung ausdrücklich.
Die Fraktionvorsitzenden Michael Kahsnitz (CDU) und David Hochhausen (SPD) sowie Anke Lundborg, Specherin der Grünen, sehen in den Olympischen Spielen eine große Chance für die Region, für den Sport, für die Menschen und die Völkerverständigung. „Vorausgesetzt, sie werden nachhaltig organisiert und bleiben für die Kommunen finanziell verantwortbar“, so Michael Kahsnitz. Aufwand und Nutzen für die Stadt müssten am Ende in einem vernünftigen Verhältnis stehen.
Ein Ja zum Spitzensport ist immer auch ein Ja zum Breitensport
David Hochhausen und Anke Lundborg halten es für richtig und wichtig, dass für die Wettkämpfe bestehende Sportstätten genutzt werden sollten. Der Modernisierungsschub für Sportstätten und Infrastruktur wäre enorm, ist der Sozialdemokrat überzeugt. „Uns als Stadtverband Pulheim ist gleichzeitig wichtig, dass die Sportstätten vor Ort saniert werden und die Sportstättenleitplanung voran getrieben werden“, ergänzt Anke Lundborg.
Die Junge Union Pulheim wirbt dafür, beim Ratsbürgerentscheid am 19. April mit „Ja“ zu stimmen. Er sei eine wichtige Gelegenheit, sich aktiv an der Zukunftsfrage der Region zu beteiligen, teilt die JU mit. „Ein Ja zum Spitzensport ist immer auch ein Ja zum Breitensport.“ Zudem sei es ein starkes Zeichen der demokratischen Beteiligung, dass bereits junge Menschen ab 16 Jahren abstimmen dürften, so JU-Vorsitzender Thomas Rüttgers.

Johan Edfors beim Golfturnier Linde German Masters auf Gut Lärchenhof. (Symbolbild)
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In einem gemeinsamen Antrag haben CDU, SPD, Grüne und FDP/FW im Kreistag am 12. März beschlossen, der Regionalgemeinschaft „Olympiastützpunkt NRW/Rheinland“ beizutreten. Für die Mitgliedschaft sollen außerplanmäßig rund 5.000 Euro für das Haushaltsjahr 2026 zur Verfügung gestellt werden. Mit diesem Schritt wollen die antragstellenden Fraktionen die sportliche Infrastruktur in der Region aufwerten, gleichzeitig positionieren sie sich gleichzeitig klar für eine Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele in Nordrhein-Westfalen.
Das Präsidium des Pulheimer SC untersütze die Bewerbung, so Ursula Schönewerk, Präsidentin des Vereins, der mit 8000 Mitgliedern, 19 Abteilungen und 31 Sportarten einer der größten in NRW ist. „Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, sich an dem Ratsbürgerentscheid zu beteiligen und für eine Bewerbung zu stimmen.“ Eine sportliche Großveranstaltung bringe einer Stadt Vorteile. Als Beispiel nennt sie die Haltestelle Weiden-West. „Köln hat sie nur wegen der Fußball-WM 2006 bekommen.“
PSC wirbt für Olympische Spiele
In den verbleibenden Wochen wird der PSC in der Vereinszeitung und auf der Homepage für die Spiele in Köln-Rhein-Ruhr, den Ratsbürgerentscheid und ein positives Votum werben, kündigt Ursula Schönerwerk an. Außerdem sei eine Veranstaltung geplant. „Der Termin steht allerdings noch nicht fest.“ Die Senioren-Union, die Frauen-Union und die Junge Union wollen bei einem Generationengespräch am Samstag, 11. April, ab 10.30 Uhr, im Männergesangsheim, Albrecht-Dürer-Straße 102, für Olympia werben.
Mit dabei sind ein Mitwirkender aus dem Organisationsteam der Landesregierung, Josef Spyth und wohl auch ein Olympionike, der Name stehe allerdings noch nicht fest, so Rafael Kriege, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Die SPD bewirbt das Thema Olympia während ihrer Osteraktion am 28. März und am 4. April an Ständen in Brauweiler, Sinnersdorf, Stommeln und Pulheim.
Federführend ist die Staatskanzlei
Die Stadt Pulheim hält sich mit Werbung zurück. Stadtsprecherin Ruth Henn weist darauf hin, dass mit den Abstimmungsunterlagen für den Ratsbürgerentscheid ein Flyer verschickt wird, der zum großen Teil von der Staatskanzlei inhaltlich und grafisch gestaltet worden sei. Denn: „Die Federführung für die Kampagne rund um den Ratsbürgerentscheid liegt bei der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen.“
Die Stadt informiere selbstverständlich regelmäßig über das Thema, mit Pressemitteilungen und mit dem Newsletter. „Darüber hinaus weisen das federführende Fachamt, zu dem auch die Sport- und die Kulturabteilung gehören, sowie die zuständige Dezernentin in allen E-Mails mit einem eingefügten Logo auf die Abstimmung hin.“ Der Wortlaut: „Dein Ja für Olympische und Paralympische Spiele.“

Peter Worms (links) stellte beim Stadtfest im vergangenen Jahr das Geburtstagslied „50259“ vor.
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Auf der Startseite der städtischen Homepage sei eine eigene Rubrik eingerichtet worden. Darauf sind Informationen rund um den Ratsbürgerentscheid und der Link zur Homepage der Olympia-Bewerbung KölnRheinRuhr mit weiterführenden Fakten zu finden. Dort ist auch dieses Zitat von Bürgermeister Frank Keppeler zu finden: „Pulheim ist eine sportbegeisterte Stadt. Vereine und öffentlich zugängliche Sportanlagen, darunter ein neuer Bike- und Skatepark, bieten zahlreiche Möglichkeiten, Sport zu treiben.“
Für die Öffentlichkeitsarbeit rund um den Ratsbürgerentscheid in Pulheim hat die Staatskanzlei den Pulheimer Musiker Peter Worms als „Local Hero“, eine Art Multiplikator und Befürworter der Spiele in Köln-Rhein-Ruhr, gewonnen. „Ich werde einen Beitrag leisten, dass das Thema in die breite Öffentlichkeit kommt“, sagte der 58-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung.
Gespräche mit den Bürgern
In den kommenden Wochen werde er auf die Bürgerinnen und Bürgern zugehen, beispielsweise auf den Märkten in der Stadt, und das Gespräch mit ihnen suchen. „Ich werde darüber auch auf meinen Social-Media-Kanälen berichten.“ Dem Familienvater liegen insbesondere die Paralympischen Spiele am Herzen.
„In meinem Studium an der Sporthochschule Köln habe ich erfahren, wie wichtig Sport für Menschen mit und ohne Behinderung ist und wie wichtig es ist, dass sie gemeinsam Sport erleben. Auch in meinem beruflichen Alltag für die Gold-Kraemer-Stiftung habe ich vielfältige Berührungspunkte mit den Themen Sport und Teilhabe.“
Investitionen in die Sportinfrastruktur
An ihrem Sitz in Frechen-Buschbell sei der Deutsche Behindertensportverband, der für den Para-Sport in Deutschlang zuständig ist, seit 15 Jahren ansässig. Beide Institutionen kooperierten sehr eng. „Nutzen wir den Bürgerentscheid und geben wir am 19. April ein starkes Votum für eine weltoffene Heimat, die mit ihren Stärken und Möglichkeiten einen Beitrag leisten kann, ein neues Kapitel zu schreiben.“
Bis 2036 stellt das Land NRW für Investitionen in die Sportinfrastruktur rund eine Milliarde Euro bereit. Sie stammen aus dem NRW-Infrastrukturgesetz (600 Millionen Euro), dem Gemeindefinanzierungsgesetz (rund 375 Millionen Euro) und aus Landesmitteln zur Förderung von Investitionen in Leistungszentren (20 Millionen Euro), teilt die Landtagsabgeordnete Romina Plonsker mit.
Andere Städte in der Größenordnung Pulheims werben übrigens bereits intensiv um Zustimmung zu den Olympischen Spielen und bei den jeweiligen Ratsbürgerentscheiden. So haben die Bürgermeister von Herten und Recklinghausen die Bewerbung zur Chefsache gemacht und stehen hinter einer gemeinsamen Kampagne für die Ausrichtung der olympischen Mountainbike-Wettbewerbe.
In Monheim wiederum appelliert die Bürgermeisterin bei Veranstaltungen und auf Social-Media-Kanälen der Stadt darum, die Chancen einer Olympia-Bewerbung zu nutzen. Dort sollen Skater um Medaillen kämpfen.

