Kerpen und Bergheim waren schwer betroffen. Auch in Erftstadt hatte die Feuerwehr viel zu tun. Das befürchtete Hochwasser der Erft blieb jedoch aus.
Keller liefen vollFast 100 Einsätze nach Unwetter im nördlichen Erftkreis

Im Gewerbepark Quadrath-Ichendorf hatte die Feuerwehr Bergheim am meisten zu tun.
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Eine Unwetterfront zog in der Nacht auf Samstag (22. August) gegen Mitternacht über den nördlichen Teil des Rhein-Erft-Kreises und Erftstadt hinweg. Dabei kam es zu fast 100 Unwettereinsätzen der Feuerwehren. Der Schwerpunkt lag auf der Kolpingstadt Kerpen. Weil viele Feuerwehrleute auch gegen Mitternacht in Bergheim-Paffendorf noch beim Brandeinsatz gebraucht wurden, wurden die Bergheimer Feuerwehrleute bei den Unwettereinsätzen auch von Kollegen unter anderem aus Elsdorf unterstützt.
Denn es gab viel zu tun: Aufgrund eines technischen Defekts ist im Stadtteil Quadrath-Ichendorf die Pumpe eines Regenrückhaltebeckens ausgefallen. „Das im Becken angesammelte Regenwasser wird dort mit Pumpen Richtung Klärwerk gepumpt“, erklärte der Sprecher der Feuerwehr Bergheim, Thomas Junggeburth. Doch ohne Pumpe lief das Becken über – und überflutete im weiteren Verlauf mehrere Keller angrenzender Mehr- und Einfamilienhäuser.
Kerpen: Allein 75 Einsätze in der Kolpingstadt
„Das Kerneinsatzgebiet lag im Gewerbepark Quadrath-Ichendorf“, berichtete Junggeburth. Zur Unterstützung kam auch das Technische Hilfswerk. Dessen Hochleistungspumpen liefen auch am Samstagvormittag noch. „Sie haben die Aufgabe der defekten Pumpen übernommen“, so Junggeburth.
In der Kreisleitstelle der Feuerwehr hieß es am Samstagmorgen, dass es aufgrund des Unwetters in Bergheim vier Einsätze gegeben hat – 75 Mal wurde in der Nacht zu Samstag die Feuerwehr in Kerpen um Hilfe gerufen. „Besonders betroffen waren hier die Ortsteile Horrem und Götzenkirchen“, berichtete Kerpens Feuerwehrsprecher Daniel Eßer. In zahlreichen Kellern und Häusern stand das Wasser. Im Einsatz waren alle Einheiten der Feuerwehr Kerpen aus dem kompletten Stadtgebiet. „Die Einsatzmaßnahmen dauerten bis in die frühen Morgenstunden an“, berichtete Eßer.

Die Feuerwehr in Bergheim hatte wegen des Unwetters viel zu tun.
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Der Erste Beigeordnete der Stadt, Thomas Marner, wurde durch den stellvertretenden Leiter der Feuerwehr, Oliver Greven, fortlaufend über die Entwicklung der Einsatzlage und die Maßnahmen informiert.
Unwetterbedingt musste auch die Feuerwehr in Erftstadt mehrfach ausrücken. Dort hatte es zwischen Freitagabend und Samstagmorgen vier Einsätze gegeben, bei denen die Hilfe der Feuerwehr gebraucht wurde. Schon am Freitagabend gegen 20 Uhr mussten die Feuerwehrleute in Bliesheim Totholz aus dem Mühlengraben bergen. „Der Graben drohte zu diesem Zeitpunkt überzulaufen“, erklärte Erftstadts Feuerwehrsprecher Elmar Mettke. Schnell hätten die Einsatzkräfte die Lage im Griff gehabt und die Gefahr gebannt.
Verstopfter Gully konnte die Wassermenge nicht aufnehmen
Gegen 22.30 Uhr wurde den Einsatzkräften eine mit Wasser vollgelaufene Kellerwohnung in Köttingen gemeldet. Um 0.30 Uhr musste in Gymnich ein weiterer überfluteter Keller leergepumpt werden und am Samstagmorgen gegen 9 Uhr wurden die Feuerwehrleute nach Liblar gerufen, wo ein verstopfter Gully für eine Überschwemmung sorgte. Dort drohten größere Mengen Wasser in ein Wohnhaus zu laufen. Schnell konnten die Feuerwehrleute den verstopften Gully frei machen und so die Lage entschärfen.
Am Samstagmorgen gab die Stadt Erftstadt Entwarnung, nachdem der Deutsche Wetterdienst tags zuvor Hochwasser für die Erft nicht ausgeschlossen hatte. „Die Wellenscheitel sind für unser Einzugsgebiet erreicht. Für Erftstadt besteht keine Hochwassergefahr“, teilte Feuerwehrchef Thomas Hammer mit.
