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RestaurantbesuchKöche aus Bedburg, Erftstadt, Kerpen und Pulheim stellen ihre Herbstküche vor

6 min
Ein Koch steht in einer Küche.

Christof Hölscher vom Restaurant „Christofs“.

Unser Reporter Michael Sachse hat fünf Restaurants besucht, die für ihre saisonale Küche bekannt sind.

Der Herbst kann mit vielen Spezialitäten aufwarten. Kürbis, Pilze, Lauch, Feldsalat, Äpfel, Birnen und Nüsse sind nur einige saisonale Schlager, die in den kommenden Monaten den Speiseplan dominieren.


Pulheim-Sinnersdorf: Wild und Kürbis aus der Region

Seit sechs Jahren betreibt René Katzenberger das Restaurant „Zum Auerhahn“ in Pulheim-Sinnersdorf. Dank seiner modernen Landhausküche hat er längst ein treues Stammpublikum gewonnen. Ende des Jahres wird er sich trotzdem verabschieden, um in Altenahr im Restaurant „Thüres“ ein neues Kapitel aufzuschlagen.

„Ich fühle mich hier eigentlich sehr wohl. Doch die Gelegenheit, an der Ahr meine kulinarischen Ideen mit noch mehr regionalen Produkten aus der unmittelbaren Nachbarschaft verfeinern zu können, wollte ich mir nicht entgehen lassen“, sagt Katzenberger. Bis dahin allerdings wird er seine Gäste weiterhin in Pulheim verwöhnen. Wild und Kürbis zählen zu den saisonalen Schlagern. Kürbis bezieht Katzenberger vom Biohof Gut Onnau in Kerpen und das Wild kommt von einem Jäger aus Blankenheim.

Ein Koch steht in einer Küche.

René Katzenberger (Zum Auerhahn).

Aktuell bereitet er zum Beispiel Hirschschulter mit Topinambur, Stachelbeere, Wacholder und Jus zu (28 Euro). Auf der Tageskarte spielen Gerichte mit Kürbis aktuell eine herausragende Rolle. Es gibt zum Beispiel ein Kürbissüppchen mit Kernöl und Kernen (12 Euro), ein Risotto aus Carnaroli, Kürbis und Gorgonzola (24 Euro) oder US-Roastbeef mit Herbstgemüse, Kürbis, Radicchio und Trauben (49 Euro). Zum Angebot zählt stets ein Genießer-Menü über fünf bis sieben Gänge (ab 83 Euro), dessen Komponenten auch einzeln bestellt werden können.

Zum Auerhahn, Roggendorfer Straße 44, 50259 Pulheim, Telefon (02238) 9499506, mittwochs bis sonntags ab 17.30 Uhr. Weitere Informationen hier.


Erftstadt-Lechenich: Schmaus in urigem Ambiente

Benjamin Ederys Haus Bosen zählt zu den Konstanten der Region. Die Speisen sind mal bodenständig, mal raffiniert und häufig kombiniert mit saisonalen Schmankerln. Wer das denkmalgeschützte Fachwerkhaus in Lechenich besucht und sich in urig-gemütlicher Atmosphäre niederlässt, weiß, was ihn erwartet.

Ein Koch steht in einer Küche.

Benjamin Edery (Haus Bosen).

Die Klasse zeigt sich schon bei einfachen Vorspeisen wie einem Vitello „Haus Bosen“ mit Kalbfleisch und Thunfisch (12,90 Euro) oder einem Feldsalat mit Kartoffeldressing und Speck-Croûtons (8,90 Euro).

Der Reigen der Hauptgerichte kann sowohl mit Evergreens wie Tafelspitz vom Kalb „Petersfarm“ mit Meerrettichsoße und Kartoffel-Lauch-Püree (25,90 Euro) als auch mit Raffinessen wie Schweinebacken vom Iberico-Schwein mit Berglinsen, Steinpilz-Semmel und Paprikastroh (26,90 Euro) aufwarten.

Auf einem Teller liegen Schweinebacken vom Iberico-Schwein mit Berglinsen.

Schweinebacken vom Iberico-Schwein mit Berglinsen.

Das Angebot vegetarischer Gerichte hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Wir entdecken unter anderem Sellerie-Schnitzel mit Kartoffel-Wirsing-Püree und Gemüse (17,90 Euro) oder Spinat-Ziegenkäse-Strudel mit Püree und Saisongemüse (17,90 Euro). Wer noch Platz hat, gönnt sich zum Abschluss Omas Blaubeerpfannkuchen mit Vanilleeis und Heidelbeer-Parfait (9,80 Euro).

Da muss die Weinbegleitung mithalten. Der Keller beherbergt mehr als 100 Positionen. Deutsche Weißweine dominieren und werden von zahlreichen italienischen, französischen und spanischen Rotweinen begleitet. Das Angebot an alkoholfreien Weinen wird stetig bedeutender. Ein Tipp ist der alkoholfreie Riesling vom Weingut der Gebrüder Loosen aus Wittlich an der Mosel.

Haus Bosen, Herriger Straße 2, 50374 Erftstadt, Telefon (02235) 691618, mittwochs bis sonntags von 12 bis 14 Uhr und von 18 bis 22 Uhr. Weitere Informationen hier.


Bedburg-Alt-Kaster: Deftig und vegan auf einem Level

Auch Christof Hölscher residiert mit seinem Restaurant „Christofs“ in einem schönen Fachwerkhaus. Vor vier Jahren hat er das ehemalige Gasthaus „Zum alten Rathaus“ im Bedburger Stadtteil Alt-Kaster übernommen. Die Saison spielt für seine Küche eine ebenso zentrale Rolle wie regionale Produkte. Zusätzlich nutzt er gerne die familiären Bande.

Onkel und Cousin betreiben eine Bäckerei in Grevenbroich und liefern das Sauerteigbrot, das als Vorspeise mit aufgeschlagener Salzbutter (7 Euro) aufgetragen wird. Von der aktuellen Speisekarte locken weitere Vorspeisen wie geflämmter Lachs mit Blumenkohlpüree, frittiertem Blumenkohl, Lardo und Honigmelone (16,50 Euro) oder Guacamole mit Papadam, frittiertem Rosenkohl, knusprigen Kichererbsen und Tomaten-Gurken-Salätchen (9,50 Euro).

Ein Koch steht in einer Küche.

Christof Hölscher „Christofs“.

Die Hauptspeisen wechseln zwischen Leckereien für die Fans einer deftigen Küche wie zum Beispiel knusprig gebratener Entenbrust mit gebratenem Spitzkohl, Selleriepüree, eingelegten Pfirsichen, Haselnusskrokant und Portwein-Jus (28,50 Euro) und vegetarischen Alternativen. So wird zum Beispiel der Senfrostbraten als vegane Variante unter der Zwiebel-Senf-Kruste mit Pommes frites, Salat und Jus für 24,50 Euro zubereitet.

Die fleischlosen Speisen überzeugen vor allem durch ihre fantasievolle Komposition. Dabei spielt der Gastgeber seine Zusatzqualifikation als veganer Koch aus. Vor zwei Jahren hat der 37-Jährige sein räumliches Ensemble mit 65 Sitzplätzen erweitert und einen renovierten Weinkeller im Kellergewölbe eröffnet. Das zahlt sich vor allem in der kälteren Jahreszeit aus. Im Gewölbe können bis zu 15 Personen an einer langen Tafel verweilen.

Christofs, Hauptstraße 46, 50181 Bedburg, Telefon (02272) 8064109, mittwochs und donnerstags 17 bis 22 Uhr, freitags 17 bis 23 Uhr, samstags 16 bis 23 Uhr, sonntags 12 bis 14.30 Uhr und 16.30 bis 19.30 Uhr, Weitere Informationen hier.


Kerpen: Dinieren hinter zwei Meter dicken Mauern

Eingerahmt von einem Park im englischen Landschaftsstil, ausgestattet mit Wassergräben und Aussichtspunkten und umgeben von altem Baumbestand, bietet das im 15. Jahrhundert erbaute Schloss Loersfeld eine attraktive Kulisse. Stuckdecken, Parkettböden, ein offener Kamin und antike Möbel schmücken die Räumlichkeiten. In der Schlossküche wurde das kulinarische Konzept vor einigen Wochen geändert.

Ein Koch steht in einem Restaurant.

Giorgo Mimisa (Schloss Loersfeld).

Seit Ende August werden die Speisen nicht mehr nur in Menüform, sondern auch à la carte angeboten. Die Speisekarte, die Giorgo Mimisa zusammengestellt hat, kann mit Vorspeisen und Zwischengängen wie Rote-Bete-Carpaccio mit Walnuss, Ziegenkäse und Balsamico-Perlen (20 Euro) oder Jakobsmuscheln kombiniert mit Pommes Duchesse und Champignons (24 Euro) aufwarten.

Jakobsmuscheln mit Pommes Duchesse und Champignons liegen auf einem Teller.

Jakobsmuscheln kombiniert mit Pommes Duchesse und Champignons.

Ein typischer Hauptgang lautet Garnelen mit Waldpilzrisotto, Kirschtomaten, Zuckerschoten und Zitronenschaum (36 Euro) oder Rinderfilet mit getrüffeltem Kartoffelgratin, karamellisierter Zwiebel und Portweinjus (45 Euro). Das Weinsortiment erstreckt sich über 50 Seiten und erfasst Anbaugebiete rund um den Globus.

Schloss Loersfeld, 50171 Kerpen, Telefon (02273) 57755, mittwochs bis samstags 12 bis 14 Uhr und 19 bis 21 Uhr. schlossloersfeld.de


Erftstadt-Konradsheim: Prämiert unter den Residenzen

Als klassische deutsche Küche mit einer kreativen Note präsentiert sich das Arnolds Restaurant der Seniorenresidenz „Schönes Leben“ im Erftstädter Ortsteil Konradsheim. Kulinarische Finesse garantieren Küchenchef Aymen Oudhini und sein Team. Sie favorisieren eine mit regionalen und saisonalen Akzenten gespickte Küche. Einen Beweis für den hohen Standard erhielt Oudhini erst vor zwei Wochen, als er beim Kochwettbewerb der Premium-Residenzen mit seinem Menü als beste Küche des Jahres 2026 ausgezeichnet wurde.

Ein Koch steht in einem Restaurant.

Küchenchef Aymen Oudhini (Arnolds Restaurant).

Nach einer Vorauswahl aus 30 Häusern setzte sich der 46-jährige gastronomische Leiter im direkten Kochduell gegen vier weitere Mitbewerber in der Endausscheidung durch. Aktuell bietet Oudhini seinen Gästen ein aus vier Gängen bestehendes Herbstmenü. Es startet mit Tatar vom Waldpilz (14,50 Euro), das aus kontiertem Eigelb, Nüssen, Schalotte, Maronen und Kartoffeln Croustillant zubereitet wird. Als Zwischengang präsentiert er eine Waldpilz-Consommé (9,50 Euro).

Im Hauptgang überzeugt Rinderfilet Sous-vide, kombiniert mit Sellerie, Kräuterseitling, Kartoffel-Mousseline, Madeira-Jus und fermentiertem Pfeffer (42,50 Euro). Zum Dessert serviert das Team des Arnolds Quarkknödel & Zwetschge (10,50 Euro). Dazu gibt es Tahiti-Vanille, Mandel-Crumble, Beurre Noisette und Zwetschgen-Sorbet.

Auf einem Teller liegen Quarkknödel und Zwetschge.

Quarkknödel und Zwetschge.

Arnolds Restaurant, Haesstraße 1, 50374 Erftstadt, Telefon (02235) 794630, täglich 11.30 bis 15 Uhr. Weitere Informationen hier.