Das Schulministerium hatte am Sonntag die Schulleitungen angehalten, wegen der Wetterlage auf Distanzunterricht zu wechseln.
Kein PräsenzunterrichtSo reagierten Schulen aus dem Rhein-Erft-Kreis auf die Glättegefahr

Viele Schülerinnen und Schüler hatten am Montag (12. Januar) Distanzunterricht (Symbolbild).
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Landesweit kein Präsenzunterricht wegen Glatteis am Montag (12. Januar): Die Entscheidung umzusetzen, die das NRW-Schulministerium am Sonntag verkündete, wäre vor der Pandemie wohl noch deutlich schwieriger gewesen.
Das Gutenberg-Gymnasium in Bergheim etwa besuchen rund 880 Schülerinnen und Schüler, dazu kommen Eltern und Lehrkräfte, die kurzfristig von der Entscheidung erfahren müssen. Laut Schulleiterin Anja Schwingel kein Problem: „Das ist in der Kommunikation unaufwendig gewesen und nicht so eine Herausforderung wie noch vor vier, fünf Jahren.“ Mittlerweile seien verschiedene Tools etabliert, die solche Situationen vereinfachen.
Bergheim: Pandemie hat Routine geschaffen
Mit diesen könne die Schule schnell alle Beteiligten erreichen. Es gebe auch Lernplattformen, mit denen die Lehrkräfte ihren Klassen Aufgaben geben können, und Möglichkeiten, über Online-Meetings Distanzunterricht abzuhalten. „Unseren Kolleginnen habe ich gestern Nachmittag freigestellt, ob sie Aufgaben hochladen oder ob sie über digitale Meetings Distanzunterricht machen möchten. Was sich da besser anbietet, hängt ja davon ab, wo sie gerade in ihren Unterrichtsreihen sind“, sagt Anja Schwingel.
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„Den Unterricht für eine ganze Schule ausfallen zu lassen, ist eine Entscheidung von Tragweite. Und die sollte gut abgewogen sein“, so Schwingel. „Ich persönlich schätze es, dass wir durch das Ministerium Klarheit hatten und nicht jede einzelne Schulleitung vor Ort eine Entscheidung treffen musste.“ Diese habe nicht zwingend die Expertise für die speziellen Wetterbedingungen, dazu müsse man sehr kurzfristig an so einem Sonntagnachmittag viel mitbedenken, etwa die Betreuungssituation der Eltern.
Frechen: Distanzunterricht bereits eingeübt
Eine positive Bilanz zieht Monika Azizmohammadi, Schulleiterin der Hauptschule Herbertskaul in Frechen: „Der heutige Unterricht zu Hause im Distanzformat verlief durch die Nutzung der Lernplattform Microsoft Teams gut.“ Die Schülerinnen und Schüler hätten von jeder Lehrkraft Aufgaben hochgeladen bekommen, verbunden mit einem Abgabetermin, damit der Lernerfolg kontrolliert werden konnte. Zudem hätten um 10 Uhr ein- bis zweistündige Videokonferenzen mit den Klassenlehrern und Sonderpädagogen stattgefunden, um Fragen und wichtige Unterrichtsinhalte zu klären sowie Ergebnisse zu präsentieren.

Monika Azizmohammadi leitet seit 2018 die Hauptschule Herbertskaul.
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Der Distanzunterricht wird in der Hauptschule laut Azizmohammadi immer wieder zu verbindlichen Zeiten besprochen und geübt: „Der letzte Termin war witzigerweise erst letzten Freitag, weshalb es heute nur das Problem bestand, dass nicht alle immer ein funktionierendes Internet zu Hause haben oder es auch mal Probleme mit den Endgeräten gibt.“
Ob die Entscheidung des Ministeriums zu voreilig war, sei schwer abzuschätzen, so die Frechener Schulleiterin: „Ich bin immer froh, wenn sich gekümmert wird und eventuelle Gefahren ernst genommen werden.“
Brühl: Videokonferenzen zu Beginn und Ende der Stunde
Am Karl-Schiller-Berufskolleg in Brühl lief der Distanzunterricht laut Schulleiter Alex Burchard recht routiniert ab. „Angesichts der Coronazeiten ist uns das Thema nicht neu. Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Technisch sind wir – auch mit Ausleihgeräten – gut ausgestattet, weil wir ohnehin bei einigen Bildungsgängen Tablet-Computer einsetzen“, erklärt er.
Die Lehrerinnen und Lehrer hätten den Unterricht teils von zu Hause, teils von der Schule aus angeleitet. „Wichtig ist uns der Kontakt. Daher wollen wir zu Beginn der Videokonferenzen alle Schülerinnen und Schüler sehen und alle am Ende auch verabschieden.“ Die Entscheidung, angesichts der Wettervorhersage auf Distanzunterricht zu setzen, kann Burchard verstehen. Zwar sei er selbst gut zur Schule gekommen, aber die Straßenverhältnisse im Einzelnen vorherzusagen, sei eben sehr schwierig.
Kerpen: Kein Kind musste notbetreut werden
An der Mater-Salvators-Realschule in Kerpen gestaltete sich der Distanzunterricht laut Schulleiterin Martina Jordan reibungslos. „Wir haben sofort reagiert, als die Nachricht aus dem Ministerium kam und alle Eltern und Lehrkräfte informiert.“ So habe sich ergeben, dass am Montag kein einziges Kind notbetreut werden musste. „Tatsächlich hat die Nachricht alle Eltern rechtzeitig erreicht“, sagt die Rektorin.
Die Schülerinnen und Schüler erhielten am Montag ihre Aufgaben über eine digitale Lernplattform. Durch die Corona-Pandemie sei die Schule hier gut aufgestellt und könne schnell in den Distanzunterricht wechseln. Die Entscheidung des Ministeriums, den Präsenzunterricht zu kippen, wollte Jordan nicht bewerten: „Das Ministerium muss frühzeitig eine Entscheidung treffen und wir tragen diese Entscheidung gerne mit.“
