Kerpen-Bergerhausen – Dr. Carl-Josef Weiers ist empört. Schon wieder ist die Streuobstwiese vor seiner Haustür im Mai und damit zu früh gemäht worden, beschwert sich der pensionierte Agraringenieur. Schon im vergangenen Jahr habe es auf dem rund 1000 Quadratmeter großen Areal am Kreisel in Richtung Manheim-neu, das als Ausgleichsfläche ausgewiesen ist, den gleichen „Umweltfrevel“ gegeben. „Die vielfältige Einsaat war in diesem Jahr gut entwickelt und stand Mitte Mai in voller Blüte, eine Augenweide für die Menschen und eine Heimat für die vielfältige Fauna“, schrieb Weiers damals. „Dies wurde mit einem Schlag durch Abmulchen abrupt zerstört. Bodenbrütern, wie Lerche, Kibitz, Rebhuhn und Fasan, wurde der Nistraum – mitten in der Brutperiode – zerstört, den Insekten die breite Blütenvielfalt genommen.“ Im Moment ist noch RWE Power für die Ausgleichsfläche zuständig, die im Rahmen der Umsiedlung Manheims entstanden ist. Wie die Stadt Weiers im vergangenen Jahr mitteilte, sei die Obstwiese 2014 „von dem durch RWE beauftragten Landschaftsarchitekten aufgrund „eines Missverständnisses“ zu früh gemäht worden.
Laut Stadt hat es auch dieses Mal „interne Kommunikationsprobleme zwischen RWE und der beauftragten Firma“ gegeben. „Der für die Pflege dieser Fläche zuständige RWE-Mitarbeiter erklärte, dass leider trotz dessen Hinweises an den Auftragnehmer erneut von diesem die Fläche zu früh und entgegen der Absprache gemäht wurden.“ Stadt und RWE bedauern den Vorfall nun. Die Stadt weist darauf hin, dass sie selber für die Fläche erst ab dem nächsten Jahr zuständig ist. Erst dann könne sie „direkten Einfluss“ auf die Pflegezeiten nehmen.