Hunderte Trauergäste begleiteten den Wesselinger Altbürgermeister auf seinem letzten Weg.
TrauerfeierBewegender Abschied von Altbürgermeister Erwin Esser in Wesseling

Die Feuerwehrleute aus Wesseling standen für Erwin Esser auf seinem letzten Weg Spalier.
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Viele Hundert Menschen waren am Donnerstagvormittag zur Pfarrkirche St. Andreas gekommen, um sich von Altbürgermeister Erwin Esser zu verabschieden und ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten.
Unter den Trauergästen waren Bürgermeister anderer Kommunen aus dem Rhein-Erft-Kreis und Landrat Frank Rock, außerdem Wesselinger Unternehmer, Standortleiter der Industrieunternehmen, Vertreter von Vereinen, viele ehemalige Mitarbeiter der Stadtverwaltung und jede Menge Wesselinger Bürger.
Um den Sarg, der mit Blumen geschmückt seitlich im Altarraum stand, waren die Standarten von Wesselinger Vereinen aufgestellt. Haupt- und ehrenamtliche Feuerwehrleute hatten sich in ihren Uniformen nach dem Gottesdienst vor der Kirche aufgestellt, standen Spalier und führten den Sarg von der Kirche zum Friedhof.
Wesseling: Altbürgermeister starb am zweiten Weihnachtstag im Alter von 66 Jahren
Diakon Paul Schiffer war sichtlich bewegt, als er der Trauergemeinde in aller Offenheit von der schrecklichen Krankheit berichtete, an der Erwin Esser viel zu früh im Alter von nur 66 Jahren – vier Tage vor seinem 67. Geburtstag im Beisein seiner Frau Maria am zweiten Weihnachtstag im St.-Klara-Hospiz in Troisdorf – verstorben war. ALS – Amyotrophe Lateralsklerose – sei eine sehr schwere, nicht heilbare Erkrankung des motorischen Nervensystems, die zu fortschreitender Muskelschwäche und Lähmung führe und insbesondere die Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark angreife und unaufhaltsam voranschreite.
„Diese Krankheit ist medizinisch nicht in den Griff zu bekommen“, sagte Schiffer. Sie habe sich nicht eindämmen, geschweige denn aufhalten lassen.
„Mitten im Leben alles loslassen zu müssen, den Abbau und den Verfall des Lebens mit ansehen zu müssen, Tag für Tag, das schmerzt“, erklärte er. Es tue weh, helfen zu wollen, aber nicht zu können, zur Ohnmacht und Hilflosigkeit verdammt zu sein. „Gegen den Tod bäumt sich alles in uns auf, auch unser Erwin kämpfte, wehrte sich gegen seine Krankheit, bis die Kräfte schwächer und schwächer wurden und die Krankheit übermächtig.“

In einer bewegenden Trauerrede erinnerte Wesseling Bürgermeister Ralph Manzke an seinen Amtsvorgänger Erwin Esser.
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„Gut – Besser – Erwin Esser“, beschrieb Bürgermeister Ralph Manzke in seiner Traueransprache seinen Amtsvorgänger, „als Kind dieser Stadt, hier geboren und aufgewachsen, erster Abi-Jahrgang des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, politische Arbeit in der SPD, Tanzoffizier, Senatspräsident und Absolvent einer Verwaltungskarriere.“
Den Menschen in Wesseling und den Mitarbeitern im Rathaus sei er offen, ehrlich und in seiner sympathischen Art begegnet. Erwin Esser sei immer nah bei den Menschen gewesen, habe ihnen zugehört, sei auf sie zugegangen und habe an ihrem Schicksal teilgenommen. „Im Rathaus hat er eine Vertrauenskultur geschaffen, die ich erben durfte“, sagte Manzke. In seiner Rede las er auch Einträge vor, die die Menschen ins Kondolenzbuch geschrieben hatten: „Du warst präsent, sobald du in den Raum kamst“, ist da etwa zu lesen. Und: „Ich bin dankbar, solch einen wunderbaren Menschen und Chef erlebt zu haben.“
„Du wirst weiterleben in den Straßen, Orten und Sälen deiner Heimatstadt. Deine Spuren werden ewig sichtbar sein: In den Projekten, die Du angestoßen hast, in den Gesprächen, die Du geführt hast, und vor allem in den Herzen der Menschen, denen Du immer offen, ehrlich und aufmerksam begegnet bist“, so Manzke in seiner bewegenden Trauerrede.

