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Über 100 Unterschriften gesammeltEltern kritisierten Erhöhung der Kita-Gebühren in Wesseling

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Das Bild zeigt Sandra Cornely. Sie lächelt, trägt eine Brille und hat lange, braune Haare.

Sandra Cornely engagiert sich in der Elterninitiative, die die Überprüfung der Kita-Beiträge in Wesseling fordert. 

Eine Elterninitiative kritisiert die finanzielle Belastung. Ein Gespräch mit Bürgermeister Ralph Manzke soll es am Freitag (31. Juli) geben. 

In Wesseling wächst der Unmut über die jüngste Anhebung der Kita-Elternbeiträge. Eine von betroffenen Eltern gestartete Initiative mit mehr 120 beteiligten Familien hat innerhalb von knapp einer Woche rund 1.000 Unterschriften gesammelt und fordert die Stadt in einem offenen Brief auf, die beschlossene Neuregelung erneut zu prüfen. „Wir kritisieren vor allem das Ausmaß der Erhöhung sowie die kurzfristige Umsetzung und wünschen uns einen engeren Dialog mit den Verantwortlichen“, erklärt die Sprecherin der Initiative Sandra Cornely. Am Freitag soll es nun ein Gespräch mit Bürgermeister Ralph Mankze geben.

Nach Angaben der Eltern ist die finanzielle Belastung innerhalb weniger Jahre deutlich gestiegen. Als Beispiel nennen sie einen 45-Stunden-Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren in der höchsten Einkommensstufe über 100.000 Euro Jahreseinkommen. Während der monatliche Elternbeitrag im Jahr 2023 noch 483 Euro betragen habe, liege er ab 2026 bei 820 Euro. Das entspreche einer Steigerung von rund 70 Prozent. Bei einem Jahreseinkommen von 52.500 bis 60.000 Euro würde die Steigerung zum Vorjahr für eine 45-Stunden-Betreuung 46 Prozent betragen, führen sie aus.

Kita-Gebühren stellen Familien vor finanziellen Herausforderungen

Viele Familien hätten ihre beruflichen und privaten Entscheidungen auf Grundlage der bisherigen Gebühren getroffen. Arbeitszeiten seien angepasst, Betreuungsverträge abgeschlossen und die Haushaltsplanung entsprechend ausgerichtet worden. Die nun beschlossenen Mehrkosten stellten zahlreiche Familien kurzfristig vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Neben den Kita-Beiträgen verweisen die Eltern auch auf weitere finanzielle Mehrbelastungen in diesem Jahr, darunter höhere Grund- und Hundesteuern.

Nach Einschätzung der Eltern habe sich Wesseling von einer Kommune mit vergleichsweise niedrigen Kita-Beiträgen zu einer der teuersten Städte im regionalen Vergleich entwickelt. Sie stellen die Frage, ob alternative Modelle – etwa eine schrittweise Anpassung oder Übergangsregelungen – geprüft worden seien. Zudem regen sie an, mögliche Entlastungs- oder Übergangslösungen zu prüfen. Zudem regen sie an, mögliche Entlastungs- oder Übergangslösungen zu prüfen.

Bürgermeister sieht die Erhöhung als unvermeidlich

Der Verwaltungschef habe Verständnis für die Situation der Eltern, betont aber, dass die städtische Elternbeitragssatzung für Kita und Kindertagespflege auch in ihrer bisherigen Ausgestaltung regelmäßige Steigerungen vorsehe, und zwar analog zu den prozentualen Veränderungen der KiBiz-Kindpauschalen.

In einem Antwortschreiben an die Eltern teilt er mit, dass eine Reform des bisherigen Stufensystems der städtischen Beitragssatzung unvermeidlich gewesen sei, auch eine Anpassung der Beitragshöhe aufgrund der angespannte Haushaltslage. „Insbesondere die bisherige höchste Beitragsstufe (Haushaltseinkommen ab 77.500 Euro) war in ihrer bisherigen Form nicht mehr tragfähig. Aktuell befinden sich rund 35 Prozent aller beitragspflichtigen Familien in dieser Einkommensstufe. Diese starke Konzentration wird dem rechtlichen Gebot, Eltern entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gestaffelt an den Kosten der Betreuung zu beteiligen, nicht gerecht“, schreibt er. Die Diskussion über eine grundlegende Veränderung sei im Jugendhilfeausschuss bereits seit 2022 und bei der jüngsten Haushaltseinbringung im Rat öffentlich geführt worden, ergänzt er.