Gudrun Scheuß-Heimbach und Julia Querbach sind die „guten Seelen“ der DLRG-Ortsgruppe Wesseling.
Serie „Die gute Seele“Engagement für Schwimmkinder in Wesseling

Gudrun Scheuß-Heimbach (l.) und Julia Querbach (r.) bringen Kindern und Erwachsenen das Schwimmen bei.
Copyright: Kathrin Höhne
Wenn im Gartenhallenband Kinder aufgeregt auf ihren Schwimmkurs der DLRG-Ortsgruppe Wesseling warten, ist Julia Querbach mit ihrem Team schon da. Sie bereitet die Stunden vor, begrüßt die Mädchen und Jungen und sorgt dafür, dass jedes Training reibungslos abläuft. Seit drei Jahren leitet sie zusammen mit Annalena Matz den Ausbildungsbereich der Wesselinger Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft und investiert einen großen Teil ihrer Freizeit, damit Kinder sicher schwimmen lernen. Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Mädchen und Jungen diese lebenswichtige Fähigkeit nicht selbstverständlich erwerben.
Mit jeder Übungsstunde gewinnen die Kinder an Selbstvertrauen
Dafür steht die 24-Jährige, die Sonderpädagogik studiert hat und derzeit ihr Referendariat in Duisburg absolviert, mittwochs am Beckenrand und trainiert die Jüngsten schrittweise und spielerisch. Die einen, meist Kinder ab fünf Jahren, arbeiten auf ihr Seepferdchen hin, die anderen, etwas älter, möchten das Schwimmabzeichen in Bronze, Silber oder Gold erreichen. „Die Kurse sind gut gefüllt und wir sind sehr froh darüber, dass die Stadt es uns ermöglicht, mittwochs fünf Stunden lang hinweg immer vier Bahnen im Gartenhallenbad kostenlos zu nutzen“, erklärt Querbach.
„Die Entwicklung der Kinder zu sehen, ist für mich das Schönste“, findet sie. Aus anfänglicher Unsicherheit entstehen mit jeder Übungsstunde mehr Selbstvertrauen, Sicherheit und Freude am Wasser. Sie weiß, oft sind es kleine Erfolge, die eine große Wirkung zeigen, so ein überwundener Sprung ins tiefe Wasser oder die erste geschwommene Bahn ohne Hilfe. Diese Fortschritte sind für Querbach der größte Lohn ihres ehrenamtlichen Engagements. Dem kann Gudrun Scheuß-Heinbach nur zustimmen. „Menschen, insbesondere Kindern mit Geduld und Herzblut das Schwimmen beizubringen, ist so wichtig, damit niemand mehr ertrinken muss“, sagt sie aus voller Überzeugung.
Wesseling: Mehr als 50 Jahre den Ausbildungsbereich gelenkt
Bis heute unterstützt sie Querbach, wo sie kann. Denn vor ihr hat die heute 72-Jährige den Ausbildungsbereich mehr als 50 Jahre gelenkt. „Da haben bestimmt zwischen zwei- bis dreitausend Kinder bei mir Schwimmen gelernt“, freut sie sich. Heute trainiert sie noch eine Seniorengruppe, hilft in den Seepferdchen-Kursen und kümmert sich um Erwachsene, die Schwimmern lernen wollen. „Sie brauchen ebenso viel Hilfe, gerade, um ihre Ängste zu überwinden“, weiß sie. „Das Wasser war schon immer mein Element“, erzählt sie. 1967 wird sie bei der DLRG Rettungsschwimmerin und erwirbt einen Tauchschein. Einige Jahre später, 1973 wird die gelernte Floristin als Ausbilderin in Wesseling aktiv, lernt bei der DLRG ihren Mann kennen, der sich hier ebenso engagiert.
„Ich habe bei Gudrun das Rettungsschwimmabzeichen in Bronze abgelegt“, erzählt Querbach und schmunzelt. „Dann gab es ein Talent-Casting bei ihr, wer sie in ihren Schwimmkursen unterstützen kann und darf. So bin ich vor elf Jahren dazu gekommen“, blickt sie zurück. Die beiden Frauen verstehen sich gut. „Auch im ganzen Team, wir sind im Ausbildungsbereich rund 35 Leute, herrscht eine kameradschaftliche Atmosphäre“ berichtet die Wesselingerin.
Doch ihre Arbeit endet nicht mit dem Training im Bad. Als Leiterin der Ausbildung organisiert sie, gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Annalena Matz, die Kurse, verwaltet Anmeldungen und ist Ansprechpartnerin für Eltern. Sie beantwortet E-Mails, koordiniert Abläufe und sorgt gemeinsam mit ihrem Team dafür, dass die Ausbildung der Kinder gut funktioniert. Vieles davon geschieht im Hintergrund und bleibt für Außenstehende oft unsichtbar. Das ist es eben, was eine „gute Seele“ ausmacht.
So geht die Serie weiter
Im Ehrenamt engagiert sich jeder Dritte, und ohne diese Freiwilligen würde so manches nicht laufen: Die Gemeindebibliothek bliebe geschlossen, in der Mensa gäbe es nur trockene Brötchen. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Jeden Samstag würdigen wir mit der Serie „Die gute Seele“ das Engagement all derer, die sonst im Hintergrund als im Rampenlicht stehen. Nächste Woche geht es um Ursula Förster und Luise Blaeser, die für die Caritas Habbelrath jahrzehntelang ehrenamtlich im Einsatz waren. (jtü)
